Schritt für Schritt

Langenthal

Dem Neubauprojekt der Haslibrunnen AG in Langenthal steht ein entscheidendes Jahr bevor: Die Überbauungsordnung muss letzte Hürden nehmen und die Aktienkapitalerhöhung vom Volk genehmigt werden.

Ein neues Alterszentrum – ja oder nein? Der Ball liegt nun wieder bei der Bevölkerung.

Ein neues Alterszentrum – ja oder nein? Der Ball liegt nun wieder bei der Bevölkerung.

(Bild: Raphael Moser)

Bei reibungslosem Verlauf könne der Ausbau des Alterszentrums je nach Etappierung wie ursprünglich geplant bis Ende 2015 abgeschlossen werden. Das sagte Langenthals Stadtbaumeister Urs Affolter Ende 2011 gegenüber dieser Zeitung. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2019, und Affolter ist längst nicht mehr Stadtbaumeister, Haslibrunnen eine AG und der Neubau noch weit entfernt – aber er rückt nun trotzdem Schritt für Schritt näher. 

Vor wenigen Tagen lief die Frist für die öffentliche Mitwirkung zur Überbauungsordnung (ÜO) ab. Eingaben waren Am Freitag der Baudirektion keine bekannt. Der zuständige Sachbearbeiter war jedoch abwesend. Als Nächstes geht die ÜO an den Kanton Bern zur Vorprüfung, und je nach den Rückmeldungen braucht es noch eine Überarbeitung. Danach erfolgt die öffentliche Auflage. Während dieser Zeit können Einsprachen eingereicht werden.

Am Sonntag, 10. Februar, steht in Langenthal die Urnenabstimmung zur Aktienkapitalerhöhung an. Der Stadtrat hat dem Vorhaben bereits einstimmig zugestimmt. Die Haslibrunnen AG soll bei einem Ja ihr Eigenkapital von 2 auf 20 Millionen Franken erhöhen können (wir berichteten). Alt-Stapi und Haslibrunnen-Verwaltungsratspräsident Thomas Rufener gibt sich entsprechend zurückhaltend – denn er möchte diese Abstimmung nicht beeinflussen. «Ich will nicht den Vorwurf riskieren, Propaganda betrieben zu haben», sagt er. Trotzdem ist Rufener natürlich bewusst, wie wichtig das Ergebnis ist, hängt von diesem doch das gesamte Projekt ab.

Provisorium gefunden

Rückblende: Vor sieben Jahren wählte eine Wettbewerbsjury aus 26 Eingaben das Projekt «Rosalind 3» vom hiesigen Architekturbüro Ducksch & Anliker zum Sieger. Bereits damals war bekannt, dass damit die Bettenkapazität im Altersheim an der Untersteckholzstrasse von 53 auf 152 aufgestockt werden soll. Dies entspricht auch der kantonalen Bettenplanung. Doch zuerst galt es, die Finanzierung für den 50 Millionen Franken schweren Bau zu sichern. Der Grundstein soll nun mit einem erhöhten Aktienkapital gelegt werden. Auch ist die Erweiterung nicht mehr in Etappen geplant, sondern an einem Stück.

Die Bewohner sollen in der Zwischenzeit in einem Provisorium auf der stadteigenen Parzelle an der Ecke Geissberg- und Friedhofweg unterkommen. Die Herausforderung für Rufener und das Projektteam besteht darin, vorausschauend und weitsichtig zu planen. Eine technische Lösung stehe bereit, und ein Vorvertrag mit einem Lieferanten sei unterzeichnet. Allerdings nur bei minimaler Kostenbeteiligung, bis die Baubewilligung vorliegt, wie er sagt. Denn die circa 5 Millionen Franken teure Anlage kann erst installiert werden, wenn die Finanzierung gesichert und das gesamte Neubauprojekt genehmigt ist.

«Die Anforderungen sind hoch, obwohl es nur eine Übergangslösung ist», sagt Rufener. Er weiss bereits: Der Elementbau wird eine Neukonzeption und leicht grösser sein als das bisherige Haslibrunnen-Gebäude. «Wir wollen der Nachfrage gerecht werden», sagt der Verwaltungsratspräsident. Da aktuell nicht genügend Zimmer vorhanden sind und das Wachstum eine gewisse Zeit beanspruchen wird, sollen im Provisorium etwa 70 Plätze angeboten werden – zusätzlich zu den 19 Betten, die bereits an der Haldenstrasse betrieben werden. Auch für das Provisorium wird es eine Baubewilligung brauchen. Rufener glaubt, dass dieses in einem Jahr auf der nahen Wiese zu stehen kommen könnte – sofern alles optimal verläuft.

Mit Bedacht angehen

Ausgelegt ist die Übergangslösung für etwa zwei Jahre. Bis dahin könnte auch das überarbeitete «Rosalind 3»-Projekt abgeschlossen sein. Rufener hofft, mit der genehmigten Überbauungsordnung eine wichtige Hürde zu schaffen. Das Projektteam habe früh den Kontakt zu den Nachbarn gesucht. Noch äussert er sich zurückhaltend, sagt aber dennoch: «Grundsätzlich habe ich ein gutes Gefühl.» Es sei auch so, dass immer mehrere Verfahren am Laufen seien – gleichzeitig zur ÜO etwa das Erarbeiten des Bauprojekts, damit schliesslich das Baufeld definiert werden kann.

Mit dem Vorprojekt sind bereits die wichtigen Masse – Länge, Höhe und Breite – definiert. Als Haslibrunnen-Präsident braucht Rufener so oder so einen langen Schnauf. Darauf angesprochen, gibt er sich gewohnt pragmatisch: «Bei solch grossen Projekten ist es besser, die Sache mit Bedacht und umfassend anzugehen.»

Berner Zeitung

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