Langenthal

Schoio-Familienhilfe: Kaum Fragen zur Rechtsform

LangenthalMit grossem Mehr hat das Langenthaler Parlament die Verselbstständigung der Schoio-Familienhilfe in eine AG beschlossen. Kritik wurde nur vereinzelt laut.

Die 2013 aus dem ehemaligen Kinderheim Schoren hervorgegangene Schoio-Familienhilfe soll per 1. Januar 2018 in eine AG überführt werden.

Die 2013 aus dem ehemaligen Kinderheim Schoren hervorgegangene Schoio-Familienhilfe soll per 1. Januar 2018 in eine AG überführt werden. Bild: Marcel Bieri

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«Der am besten Angepasste hat auch in der Natur die besten Überlebenschancen», fasste Gemeinderat Michael Witschi (FDP) noch einmal zusammen, weshalb die 2013 aus dem ehemaligen Kinderheim Schoren hervorgegangene Schoio-Familienhilfe per 1. Januar 2018 in eine AG überführt werden soll.

«Wir sind überzeugt, dass uns die AG die besten Möglichkeiten gibt, uns laufend anzupassen», verwies der Ressortverantwortliche Sozialwesen, Altersfragen und Gesundheit auf die veränderten Bedingungen, in denen sich die heutige Verwaltungseinheit bewegen müsse. Kooperationen mit anderen Organisationen stehen dabei ebenso zur Debatte wie ein Umzug aus der Liegenschaft an der Dorfgasse.

Das Gros der Parlamentarier hatte diesen Plänen am Montag nichts entgegenzusetzen. Der Schoio-Familienhilfe werde damit mehr unternehmerischer Spielraum eingeräumt, was die Weiterführung des Angebots gewährleiste, sagte Beat Hasler namens der SP/GL-Fraktion. Wenn der Gemeinderat in der AG mit einem Mitglied vertreten sei, stünden auch die Liberalen grossmehrheitlich hinter der Ausgliederung, erklärte Stefanie Barben (FDP).

«Mit IBL nicht vergleichbar»

Gespalten zeigte sich indes die SVP. Die Ausgliederung an sich sei unbestritten, hielt Patrick Freudiger fest. Rund die Hälfte seiner Fraktion sei allerdings der Auffassung, dass eine Aktiengesellschaft nicht die richtige Rechtsform sei. Mit ihren «doch sehr staatsnahen Diensten» sei die Schoio-Familienhilfe nicht vergleichbar mit den bereits in AGs ausgelagerten Industriellen Betrieben (IBL) und dem Alterszentrum. Sie plädierten daher eher für eine Gemeindeunternehmung, die mehr politische Einflussnahme zulasse als eine AG.

Ins selbe Horn stiess mit viel Vehemenz Pascal Dietrich (FDP). Dass die Auslagerung in eine Gemeindeunternehmung nicht einmal weiterverfolgt worden sei, sei für ihn ebenso un­verständlich wie das Ausbleiben jeglicher Kritik vonseiten der Sozialdemokraten. Der Stadtrat verliere mit einer Auslagerung in eine AG jedes Mitspracherecht.

Mit nur 6 Nein gegenüber 26 Ja (bei 2 Enthaltungen) wurde dem Antrag des Gemeinderates und dem damit verbundenen Finanzierungskredit über 100 000 Franken letztlich aber klar zugestimmt. Der Beschluss unterliegt allerdings dem fakultativen Referendum. (khl)

Erstellt: 13.09.2017, 11:27 Uhr

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