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Schlaufe, die auch Abkürzung ist

Die Herzroute verstärkt ihre Uretappe im Oberaargau und im Emmental: Auf eine neuen Strecke rund um den Napf gelangt man direkter von Willisau nach Langnau, ohne auf spektakuläre Panoramen verzichten zu müssen.

Eine der Panoramastrecken auf der neuen Herzschlaufe Napf: Die Schonegg bei Sumiswald.
Eine der Panoramastrecken auf der neuen Herzschlaufe Napf: Die Schonegg bei Sumiswald.
Marcel Bieri

Vom luzernischen Willisau nach Lützelflüh im Emmental führten ab 2003 die ersten Kilometer der Herzroute. Was im Herzen der Schweiz begann, führt heute von Lausanne am Genfersee quer durch ganze Land bis nach Romanshorn am Bodensee.Von Lützelflüh fahren Lieb­haber des genusvollen Fahrens mit dem E-Bike heute weiter nach Burgdorf, Langnau und Thun. ­

Gemäss dem Grundgedanken der Initianten um den Burgdorfer Paul Hasler und Biketec-Gründer Kurt Schär nicht auf direktem Weg, sondern über aussichtsreiche Hügel, im Oberaargau zum Beispiel durchs Hohwachtgebiet nach Madiswil und über die Buchsiberge nach Affoltern. Auch im Emmental gelangt man via Mänziwilegg, Walkringen und Blase­flue von der Emmestadt ins Marktdorf an der Ilfis.

Anstoss aus dem Seetal

Diese Strecken mögen aus der Entstehung der Herzroute verständlich sein, zwischen Willisau und Langnau gäbe es jedoch direktere Verbindungen. Nun nimmt die Herzroute auch diese in ihr Netz auf, wie die Verantwortlichen am Freitag informierten.

Der Anstoss dazu kam allerdings weder aus dem Oberaargau noch dem Emmental, sondern vielmehr aus dem luzernisch-aargauischen Seetal, wie Herzroute-Verwaltungsratspräsident Kurt Schär mit einem Augenzwinkern eingesteht: «2016 wurden wir von dort praktisch gezwungen, vom Etappenort Eschenbach eine Zusatzschlaufe rund um das Tal bis nach Lenzburg ins Netz aufzunehmen.» Diese entwickelte sich innert kürzester Zeit zu einer der beliebtesten Routen dieser Region. Die dortige Projektleiterin Diana Fry koordiniert nun auch die neue Schlaufe.

Ausleihestationen zentral

Diese soll durch die ganz andersartige Landschaft rund um den Napf führen. Etappenorte sind Langnau, Entlebuch und Willisau, wo Ausleihstationen von Rent a Bike bestehen – Voraussetzung, damit Gäste nicht mit dem eigenen Zweirad anreisen müssen. Eine besondere Chance auf der Etappe durch den Oberaargau sieht Paul Hasler für Sumiswald mit seinen traditionsreichen Gasthöfen: «Dieses liegt von den beiden Ausgangspunkten in ‹Zmittag›-Distanz.»

«Sumiswald liegt in ‹Zmittag›-Distanz von Langnau und Willisau.»

Paul Hasler, Mitinitian

Eine ähnliche Rolle spielte das Dorf an der Grüene bereits einmal: Als Bern seine Strassen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts postkutschentauglich machte, wurde es Pferdewechselstation zwischen Bern und Luzern. Die beiden Gasthöfe Kreuz und Bären und ihre Umgebung an der Marktgasse sind noch ­heute Zeuge davon. Als der europäische Denkmaltag 2005 dem Thema «Traditionelle Gastfreundschaft in alten Gemäuern» gewidmet war, lud die Denkmalpflege des Kantons Bern denn auch an die «Vergnügungsmeile aus dem Postkutschenzeitalter» an die Marktgasse in Sumiswald.

Neue Regionalpolitik

Rund 300 000 Franken werde die Einrichtung der Herzschlaufe Napf kosten, wurde am Freitag in­formiert. Die Mittel stammen zu einem schönen Teil aus der Neuen Regionalpolitik des Bundes. Gegenwärtig sind die Ver­antwortlichen daran, die Ein­willigungen von Gemeinden und Grundeigentümern einzuholen. Geplant ist die Realisierung im Frühjahr 2018 – ein optimaler Zeitpunkt, will doch Schweiz Tourismus nächstes Jahr eine grosse Kampagne für Outdoor­enthusiasten starten, in der Angebote mit dem E-Bike eine wichtige Rolle spielen. Dort kann sich die Herzroute mit ihrer Schlaufe rund um den Napf nur anhängen.

Kurt Schär zeigte sich überzeugt, dass die neue Schlaufe auch den Anwohnern die eine oder andere Entdeckung in ihrer Nachbarschaft bereithalten werde. Zu den Gästen, die dank ihr zusätzlich ins Napfgebiet gebracht werden, gab er zu be­denken, dass auf der Herzroute vor allem gemächliche Genussfahrer unterwegs sind, die Entschleunigung suchen, authentische Angebote schätzen und mehr ausgeben als die auf ­sportliche Hochleistungen Getrimmten.

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