Langenthal

Regionale Kunst von nah und fern

LangenthalNach Biel und Pruntrut eröffnet heute auch die Weihnachtsausstellung in Langenthal. 27 Künstler aus dem oder mit Bezug zum Kanton laden im Kunsthaus auf eine Entdeckungstour durch zeitgenössisches Schaffen.

Als wären die Gerätschaften wie Pflanzen gewachsen: Installation «Längere ­Pause» von Kurt Baumann.

Als wären die Gerätschaften wie Pflanzen gewachsen: Installation «Längere ­Pause» von Kurt Baumann. Bild: zvg

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Die Jury um Kunsthausleiter Raffael Dörig hatte heuer wahrlich die Qual der Wahl: Rekordverdächtige 398 Eingaben hatte sie zu sichten, um aus diesen schliesslich jene Werke herauszufiltern, die nun ab heute Mittwoch bis Mitte Januar in Langenthal gezeigt werden. Das habe freilich auch zu Diskussionen mit den anderen acht bernischen und jurassischen Institutionen geführt, die in den nächsten Wochen unter dem gemeinsamen Dach von Cantonale Berne Jura zu ihren Weihnachtsausstellungen laden, erklärt Raffael Dörig. Schliesslich komme es jedes Jahr vor, dass sich mehrere Häuser um ein und dieselbe Arbeit reissen würden. Und auch die Präsenz der Kunstschaffenden selber ist jeweils auf maximal zwei Ausstellungsorte beschränkt.

Mehr als 160 Künstler und Künstlergruppen haben so letztlich den Sprung geschafft an die Cantonale 2017 – davon sind 27 in Langenthal vertreten. Es sind in der Region bereits etablierte Namen ebenso wie im Oberaargau noch weitgehend unbekannte Kunstschaffende, die sich im Kunsthaus im weitesten Sinne mit den Themenkreisen Geografie und Reisen, Geometrie, Natur und Gesellschaft auseinandersetzen.

Zwei Pilzkundler undeine Fallenstellerin

Da treffen schon im Korridor Monotypien des Langenthalers Christoph Hauri auf computergenerierte Bilder der Wahlbernerin Ka Moser, mit 80 Jahren die älteste Teilnehmerin im diesjährigen Ausstellerfeld. Eine künstlerische Auseinandersetzung des Berner Duos Marco Giacomoni und Martin Möll mit der Pilzkunde steht den hinter Glas gemalten und gezeichneten «Fallen» der Langenthalerin Brigitte Jost gegenüber. Oder Aquarelle der Zürcherin Andrea Heller teilen sich den Raum mit Arbeiten des ebenfalls im Oberaargau verwurzelten Jonas Etter.

Ebenso thematischer Natur ist das Zusammentreffen des Aarwangers Kurt Baumann mit der heute in Bern beheimateten Spanierin Adela Picón: die Arbeitswelt. In Form einer «Längeren Pause» – ob freiwillig oder unfreiwillig bleibt dahingestellt – erscheint diese in Baumanns ­Installation aus Besen, Schaufel, Gabel und Schubkarre mit verlängerten roten Griffen. Als Möglichkeit der gegenseitigen Verständigung über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg wiederum greift Picon das Thema auf: In ihren Kurzfilmen «Work-World» stellt sie verschiedene Berufsleute aus der Schweiz Einwanderern oder Asylsuchenden gegenüber, die in der Heimat einst denselben Beruf ausgeübt hatten.

Ein Blick über dieRegion hinaus

Überhaupt reicht der Blick dieser Weihnachtsausstellung im Kunsthaus Langenthal weit über den Kanton und die Schweiz hinaus. Und er regt bisweilen zum Nachdenken an. Etwa, wenn der Solothurner Flo Kaufmann einen Roboter, beeinflusst vom Pegelstand der Aare und dem Börsenkurs, die Schweizer Fahne schwingen lässt. Und wenn daneben der seit kurzem im Asylzentrum Aarwangen wohnhafte kurdische Künstler Serdar Mutlu mit seinen Fotografien die Flucht eines kleinen Mädchens über die türkisch-griechische Grenze dokumentiert.


Vernissage:heute Mittwoch, 18 Uhr. Ausstellung bis zum 14. Januar 2018. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.12.2017, 10:47 Uhr

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