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Recycling – hier ja, dort nein

Seit Anfang Jahr müssen Grossveranstaltungen für die Essens- und Getränkeausgabe ein Mehrwegkonzept verfolgen. Das tun aber bisher längst nicht alle.

Das Street Festival in Langenthal verwendete bei der fünften Ausgabe erstmals wiederverwendbares Geschirr. Foto: Enrique Muñoz García
Das Street Festival in Langenthal verwendete bei der fünften Ausgabe erstmals wiederverwendbares Geschirr. Foto: Enrique Muñoz García

Mehr als tausend Besucher drängten sich am Sonntag durch Wangen an der Aare, um am ersten Strassenspektakel die 23 Artisten aus nah und fern zu bestaunen. Dank dem guten Wetter waren viele auch mit einem Getränk in der Hand unterwegs – in Pet oder Glas. Mehrweggeschirr gab es dieses Wochenende im Städtli keines. Obschon der Kanton Bern den Organisatoren von Grossanlässen neu vorschreibt, ein solches Mehrwegkonzept umzusetzen.

Das liegt jedoch nicht etwa daran, dass eine Sonderbewilligung vorlag, wie Beat Grossenbacher, Präsident des organisierenden Vereins RegioW, erklärt. Sondern daran, dass der Anlass kein eigenes Gastrokonzept hatte. «Die Beizen und Restaurants haben auf eigene Rechnung gearbeitet», sagt Grossenbacher. Damit umging der Verein die Mehrwegpflicht, von der Anlässe mit mehr als 500 Besuchern betroffen sind.

Das Strassenspektakel ist nicht die einzige Veranstaltung im Oberaargau, die auf ein Mehrwegkonzept verzichtet. Die Langenthaler Fasnacht und die Meisterfeier des SC Langenthal erhielten beide eine Sonderbewilligung und konnten – vermeintlich zum letzten Mal – auf das Recycling verzichten.

Weniger Abfall am Boden

Den aufwendigeren, teureren, aber neuen Weg wählte dagegen das Langenthaler Street Festival. Bei der fünften Ausgabe verzichteten alle Stände erstmals auf Wegwerfgeschirr. Stattdessen übernahm eine externe Firma die Distribution von Mehrwegbechern und Kunststofftellern. Das habe das Festival circa 10000 Franken zusätzlich gekostet, sagt Organisatorin Irene Ruckstuhl. Die Kosten wurden auf die teilnehmenden Essensanbieter abgewälzt. «Den Joker, den Vertrieb ohne Gastrokonzept jedem Wirt einzeln zu überlassen, hatten wir auch in der Hinterhand», bemerkt Ruckstuhl. «Aber wir wollten bewusst nicht diesen Weg gehen.»

«Wir wollten bewusst nicht diesen Weg gehen.»

Irene Ruckstuhl, Street Festival Organisatorin

Zwischen 1 und 3.30 Uhr nachts konnten die Standbesitzer ihre gebrauchten Becher und Teller bei einer mobilen Einsatzzentrale retournieren. Gemäss Ruckstuhl hat die Rückgabe an beiden Tagen einwandfrei funktioniert. Die Organisatorin war beeindruckt davon, wie sauber die Marktgasse am Ende war. Auf den Strassen habe kaum Müll gelegen, und einige Müllfässer seien halb leer geblieben.

Den Abfallrückgang bestätigt auch Werkhofleiter Hanspeter Zingg. Letztes Jahr habe sein Team nach dem Festival 6,4 Kubikmeter an Müll abtransportiert. «Diesmal waren es noch 4,6 Kubikmeter.» Ob dem Anlass mehr oder weniger Besucher beiwohnten, lasst sich jedoch nicht genau sagen.

Noch früher mit dem Recycling-Gedanken war das Earthquake in Herzogenbuchsee, das ebenfalls am vergangenen Wochenende stattfand. Denn bereits vergangenes Jahr verzichteten die Organisatoren vollständig auf Einwegplastikbecher. Der Medienverantwortliche Jonas Jakob sagte schon damals: «Wir denken im OK alle grün.» Und das ganz ohne den Druck des Kantons Bern.

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