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Informatik soll ausgelagert werden

Der Langenthaler Gemeinderat will die IT einem externen Anbieter anvertrauen. Auch der Stadtrat sprach sich für diese Lösung aus.

«Wir stossen an unsere Kapazitätsgrenzen», sagte Langenthals Stadtpräsident Reto Müller. Archivbild: Thomas Peter
«Wir stossen an unsere Kapazitätsgrenzen», sagte Langenthals Stadtpräsident Reto Müller. Archivbild: Thomas Peter

Stadtpräsident Reto Müller (SP) zeigte sich irritiert, als er ans Rednerpult schritt. «Ich frage mich manchmal, ob wir spezieller sind als andere», sprach er an die Runde der Stadträtinnen und Stadträte. Die SVP hatte zuvor einen Rückweisungsantrag zum «IT-Plattform-Outsourcing» gestellt. Das Projekt sei aus ihrer Sicht bezüglich Kosten intransparent dargestellt.

Dem entgegnete Müller, dass andere Städte ähnliche Lösungen zu ähnlichen Konditionen gefunden hätten. «Vom Antrag bin ich überrascht und enttäuscht», so der Stapi. Der Gemeinderat habe den Fraktionen zwei Wochen Zeit gegeben, um Unklarheiten zu klären. «Niemand kam zu uns, um Fragen zu stellen.» Damit liess Müller auch das Argument von Pascal Dietrich (FDP) nicht gelten, dass dem Stadtrat der gewählte Zeitpunkt des Vorstosses erneut Bauchschmerzen bereite.

Die Stadt muss die Angelegenheit um ihre Informatik zügig erledigen, will sie nicht riskieren, nach aussen verwundbar zu sein. Bereits heute sieht sie sich mit steigendem Kostendruck, zunehmenden Datenmengen und neuen Applikationen konfrontiert. «Wir stossen an unsere Kapazitätsgrenzen», sagte Müller.

Zudem fehle eine effiziente Datenwiederherstellung im Katastrophen- oder Angriffsfall. Selbst die Geschäftsprüfungskommission konstatierte, man könne den Termin des Geschäfts nicht beliebig hinausschieben. Am 19. Mai ist zum Projekt eine Volksabstimmung angesetzt. Bis Ende Jahr soll die Auslagerung ausgeführt sein.

Keine zweite Lesung

Rückendeckung erhielt der Gemeinderat von der SP/GL-Fraktion. Präsident Roland Loser konnte sich dabei einen Seitenhieb nicht verkneifen: «Wenn allein die Instagram-Geschichten des Stapi schon fast ein eigenes Rechenzentrum benötigen, sind wir mit der angestrebten Lösung sicher auf dem richtigen Weg.»

Der Antrag auf eine zweite Lesung wurde abgewiesen und die Vorlage mit nur zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedet. Kommt das Outsourcingprojekt beim Stimmvolk durch, werden die Mandate und Nutzerkonten nach einer Testphase an eine IT-Firma in Zürich gestaffelt ausgelagert. Mit dieser Massnahme will die Stadt nicht nur mehr Datensicherheit erhalten, sondern auch pro Jahr über 320'000 Franken einsparen.

Unbestritten im Rat war das Projekt ICT4Kids2, das den Schulen neue Geräte und besseres WLAN ermöglichen will. Für die Detailkonzeption bewilligte der Gemeinderat bereits einen Kredit von 16'000 Franken. Die benötigten Leistungen fallen aber mit 81'000 Franken deutlich höher aus. Der Stadtrat genehmigte deshalb einen zusätzlichen Kredit von 65'000 Franken.

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