Bannwil

«Ich bin doch nicht beleidigt»

BannwilDie Gegenkandidatur kam für Marc Trinkler überraschend. Nun stünden die Chancen halt fifty-fifty, sagt der 50-Jährige, der als neuer Gemeindepräsident von Bannwil quasi schon gesetzt war.

Marc Trinkler will Gemeindepräsident werden.

Marc Trinkler will Gemeindepräsident werden. Bild: Thomas Peter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nein, untergehen würde die Welt nicht gerade, falls er nicht gewählt werden sollte. «Bestimmt nicht sogar», sagt Marc Trinkler mit Nachdruck und lacht. Ausser der Dorfpolitik gäbe es da doch noch ein paar andere Sachen, mit denen er sich zu beschäftigen wisse. Aber natürlich: Der Wahlkampf ist eröffnet. Und der 50-Jährige weiterhin entschlossen, Gemeindepräsident zu werden im 700-Seelen-Dorf, das vor 15 Jahren seine neue Heimat geworden ist.

Dabei hatte Trinkler mit einem Wahlkampf eigentlich gar nicht gerechnet. Nur harzig fand man in den letzten Jahren im Dorf jeweils Kandidaten für politische Ämter – meistens gerade so viele, dass alle Posten besetzt werden konnten. Parteien gibt es keine mehr, und so war es auch diesmal der Gemeinderat, der sich um neue Kräfte kümmerte. Für Gemeindepräsident Rolf Reber, so viel war klar, muss nach 12 Jahren ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin her.

Und in der fünfköpfigen Exekutive wurde man sich offenbar bald einmal einig, dass dieser jemand Marc Trinkler sei sollte. Zumal er nach 12 Jahren wegen der Amtszeitbeschränkung als einfaches Ratsmitglied nicht mehr infrage kommt. Und er von den verbleibenden Gemeinderäten doch die längste Erfahrung aufweist.

Plötzlich ist alles anders

Erst kurzfristig hat es sich sein Ratskollege Karl Friedli dann aber doch noch anders überlegt. Motiviert von einem kleinen Kreis um seinen Onkel Peter Friedli, den ehemaligen Burgerpräsidenten, stellt sich der 40-Jährige jetzt ebenfalls zur Wahl.

Es war ein Entscheid, den Marc Trinkler vor zwei Wochen erst einmal sich setzen lassen wollte. Zu verdauen, sagt er heute, habe es dabei aber nichts gegeben. «Ich bin doch nicht beleidigt. Und ich habe bestimmt nichts gegen Wahlen», stellt er klar. «Gestört hat mich nur die Vorgehensweise.» Zumal sich der Gemeinderat, wäre von Anfang an klar gewesen, dass es zur Kampfwahl komme, wohl noch intensiver eingesetzt hätte bei der Kandidatensuche.

Denn wird Friedli Präsident, muss dafür ein weiteres Ratsmitglied gefunden werden. Heute aber will Trinkler von einem solchen Szenario nicht ausgehen. «Eine Wahl ist eine Wahl, und davor habe ich sicher den nötigen Respekt», sagt er. Die Chancen stünden fifty-fifty. Eine konkretere Prognose will er ebenso wenig abgeben wie sein Herausforderer.

Marc Trinkler oder Karl Friedli: Nur einer kann Gemeindepräsident von Bannwil werden. Den Entscheid fällen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 25. November an der Urne. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 06.11.2018, 07:58 Uhr

Marc Trinkler

Vizegemeindepräsident Marc Trinkler ist seit 12 Jahren Mitglied der Bannwiler Exekutive und mittlerweile für das Ressort Umwelt verantwortlich. Seine Stärken lägen sicher auch in seiner beruflichen Tätigkeit, sagt der Betriebswirtschafter, der als Regionalleiter im Kader der Jowa-Bäckerei in Zollikofen tätig ist. Zudem habe er als Gemeinderat bereits in verschiedenen Ressorts und Verbänden mitgewirkt und sich entsprechend gute Kenntnisse aneignen und ein Netzwerk aufbauen können. Ein wichtiger Punkt, findet der 50-Jährige, hätten die Anforderungen an eine Gemeindebehörde und die Komplexität der Geschäfte in den vergangenen Jahren doch stark zugenommen.

Dass er im Dorf nicht schon aufgewachsen ist, werde für die Stimmberechtigten kaum von Bedeutung sein, meint er. Seit 1990 lebt er im Kanton Bern, vor 15 Jahren ist er von Langenthal nach Bannwil gekommen – ein Zuzüger wie vier der amtierenden fünf Gemeinderatsmitglieder. Viel wichtiger sei es doch, dass man sich für seine Wohngemeinde interessiere und engagiere. (khl)

Karl Friedli

Karl Friedli wurde 2014 in den Bannwiler Gemeinderat gewählt, wo er seither für das Bauwesen und die Liegenschaften zuständig ist. Er habe in diesen 4 Jahren grossen Gefallen gefunden an der Tätigkeit in der Exekutive und sich in dieser Zeit ein Netzwerk aufbauen können, sagt der 40-Jährige. Auch ihm sei dabei nicht entgangen, dass der Aufwand laufend zunehme. Es sei aber eine Arbeit, die er gerne auf sich nehme für die Gemeinde Bannwil, in der er schon aufgewachsen ist. Auch sei er in Bannwil gut verankert. «Man kennt mich im Dorf», sagt Friedli. Er ist Burger von Bannwil und spielt seit über 20 Jahren in der Musikgesellschaft, der er während 6 Jahren als Präsident vorgestanden hat. Beruflich ist der gelernte Käser als Produktionsplaner bei Emmi in Suhr AG tätig.(khl)

Artikel zum Thema

Ein bisschen Wahlkampf

Bannwil Seit Jahren fehlt es in Bannwil an Kandidierenden für politische Ämter. Zumindest beim Präsidium hat das eine kleine Gruppe von Stimmberechtigten jetzt geändert. Mehr...

Es kommt zur Kampfwahl

Bannwil Die Nachfolge von Bannwils Gemeindepräsident Rolf Reber schien bereits geregelt. Jetzt stellt sich dem bisherigen Vize Marc Trinkler überraschend auch zur Wahl. Mehr...

Kommentare

Blogs

Schlagerette Aller Anfang ist schwer

Michèle & Friends Drogen konsumieren für Fortgeschrittene

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Die BZ Langenthaler Tagblatt digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Explosive Abrüstung: An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea werden die Bewachungsposten abgebaut. (15. November 2018)
(Bild: Jung Yeon-je/Getty Images) Mehr...