Hausaufgaben für die Grossen

Rohrbach

Lehrkräfte und Behörden in Rohrbach beanspruchen Hilfe von der Pädagogischen Hochschule Bern. Denn sie wollen, dass ihre Schule den veränderten Anforderungen und Erwartungen weiterhin gerecht wird.

In der Schulanlage Rohrbach hätte es auch mit der Realschule genug Platz für alle Kindergartenkinder.

In der Schulanlage Rohrbach hätte es auch mit der Realschule genug Platz für alle Kindergartenkinder.

(Bild: Christian Pfander)

Jürg Rettenmund

Mit der Einführung des Lehrplans 21 verbringen Schülerinnen und Schüler mehr Zeit in der Schule. Das ist auch in Rohrbach nicht anders. Dass diesen genügend Spielraum bleibe für Freizeit und Erholung, sei beim Verteilen der Hausaufgaben zu berücksichtigen, schreibt die Erziehungsdirektion des Kantons Bern in einem Merkblatt. Für die Lehrpersonen und die Behörden von Rohrbach bedeutet der Lehrplan 21 jedoch vorerst einmal, dass sie selber zusätzliche Hausaufgaben erledigen müssen. Der Gemeinderat hat eine Projektgruppe eingesetzt, die sich damit befassen soll, wie sich die Schule nachhaltig entwickeln kann.

Angehören werden dieser Projektgruppe Vertreter des Gemeinderats, die ganze Schulkommission, der Schulleiter und Vertretungen aus dem Lehrerkollegium. Dies erklären Andreas Schütz, Gemeinderat mit Ressort Bildung, und Gemeindepräsidentin Elisabeth Spichiger (beide SVP), in einem Gespräch. Doch nicht nur die Anforderungen des neuen Lehrplans veranlassten die Lehrerschaft und die Behörden von Rohrbach, die Strukturen ihrer Schule zu überprüfen.

Hinzu kam die Anregung aus der Bevölkerung, die Realschule ins Oberstufenzentrum Kleindietwil auszulagern, damit die Schülerinnen und Schüler flexibler zwischen den Niveaus Sek und Real wechseln könnten. Die Verfasserin dieser Petition wurde dann auch gleich zur Teilnahme in die Projektgruppe eingeladen. Eine Fachperson der Pädagogischen Hochschule Bern wird dieses Gremium leiten und coachen.

Mit Oberstufe

Rund 180 Kinder und Jugendliche besuchen gegenwärtig den Unterricht in Rohrbach in zwei Kindergärten, einer ersten Klasse, vier Mischklassen mit je zwei Jahrgängen für die Zweit- bis Sechstklässler sowie einer Klasse für die Realschüler der Oberstufe. Weiter wird im Schulhaus Rohrbach eine sogenannte Einschulungsklasse für den IBEM-Verband oberes Langetental geführt. In dieser Klasse können ABC-Schützen die erste Klasse in zwei Schuljahren absolvieren und sich so langsamer an die Schule gewöhnen. 

Ein Problem musste die Bildungskommission bereits lösen, bevor die Projektgruppe ihre Arbeit aufnimmt: Weil die Zahl der neu eintretenden Schülerinnen und Schüler steigt, muss sie aufs nächste Schuljahr eine weitere Klasse eröffnen. Es werde dann möglich sein, durchgehend mit Mischklassen zu arbeiten, das heisst, je zwei Parallelklassen der 1./2., 3./4. und 5./6. Klasse zu führen, stellt Andreas Schütz in Aussicht.

Das Volk entscheidet

Der Gemeinderat und die Erziehungsdirektion haben dieser Massnahme bereits zugestimmt. Doch da sich in Rohrbach die Stimmberechtigten in dieser Frage das letzte Wort vorbehielten, muss die nächste Gemeindeversammlung noch ihren Segen dazu geben.

Ein Kindergarten befindet sich im Schulhaus, ein zweiter beim Gemeindehaus. «Nach Ansicht der Bildungskommisssion solle angestrebt werden, künftig alle Klassen im Schulhaus unterzubringen», erklärt Andreas Schütz. Die Unterstufe ist denn auch ein Aspekt, dessen sich die Projektgruppe annehmen wird. Der andere ist, wie erwähnt, die Oberstufe. Zwar besteht auch bei einer eigenen Realklasse im Dorf die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler nach der siebten Klasse noch ans Oberstufenzentrum wechseln, um Sekundarschulniveau zu erreichen. 

«Nach Ansicht der Bildungskommisssion solle angestrebt werden, künftig alle Klassen im Schulhaus unterzubringen.»Andreas Schütz, Gemeinderat Bildung

Allerdings, hält Andreas Schütz fest, bedeute das eine Wiederholung des siebten Schuljahres im Oberstufenzentrum. Und der Wechsel ist zudem nur möglich, wenn der Schüler oder die Schülerin nicht bereits ein früheres Schuljahr repetiert hat. In Kleindietwil hingegen ist ein Wechsel zwischen den Niveaus ganz flexibel möglich, wobei Schüler mit zwei Hauptfächern auf Sek-Niveau als Sekundarschüler gelten.

Reserven vorhanden

Die Wahl des Schulmodells wird auch Auswirkungen auf den benötigten Schulraum haben. Allerdings sei es nicht so, dass ein Wegzug der Oberstufe nötig sei, um den zweiten Kindergarten im Schulhaus unterbringen zu können. «Wir haben noch Reserven», betonten die Roggwiler.

Mit welchem Schulmodell die Projektgruppe weiterarbeiten möchte, soll bis Ende Jahr geklärt werden. Dann haben die Stimmberechtigten auch zur Modellwahl das letzte Wort. Vermutlich wird die Abstimmung dieses Jahr stattfinden.

Die Umstellung würde dann auf das Schuljahr 2021/22 erfolgen. 

Berner Zeitung

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