Langenthal

Gäng wie gäng oder neuer Versuch?

Langenthal Die Fasnachtsgesellschaft schraubt am Ablauf der Ausgabe 2019. An der Hauptversammlung will sie vorschlagen, den Schnitzelbankrundkurs neu am Montag durchzuführen. Daran haben nicht alle Freude.

eide Tage attraktiver machen: Schnitzelbänkler sollen neu am Sonntag frei unterwegs sein und tags darauf auf dem Rundkurs.

eide Tage attraktiver machen: Schnitzelbänkler sollen neu am Sonntag frei unterwegs sein und tags darauf auf dem Rundkurs. Bild: Marcel Bieri

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Die restlichen Konfetti sind verpackt, die Kleider weggehängt, die Pauken verstaut. Auf den ersten Blick dreht sich derzeit viel um Fussball und wenig um Fasnacht. Auf den zweiten Blick aber läuft rund um die fünfte Jahreszeit einiges: Heute Abend steht die Hauptversammlung der Langenthaler Fasnachtsgesellschaft (LFG) an. Daneben sieht sich Fasnachtsober Stefan Spahr mit mindestens drei Baustellen konfrontiert: Eine Arbeitsgruppe soll den Gönnerabend neu überdenken, eine andere Massnahme soll Gassen und Beizen am Sonntagabend attraktiver machen und eine weitere den Abend nach der Kinderfasnacht aufwerten.

Der Plan der LFG: Der Schnitzelbankrundkurs soll künftig am Montag und nicht mehr am Sonntag stattfinden. Ein Antrag dafür ist bereits ausgearbeitet und soll an der Hauptversammlung allen Cliquenchefs und Komiteemitgliedern zur Genehmigung vorgelegt werden. «Der Rundkurs ist eine tipptoppe Angelegenheit. Wir haben aber viele Rückmeldungen von Auswärtigen, die es am Sonntag nicht schätzen, deswegen aus dem Lokal gewiesen zu werden», sagt Spahr. Zudem soll auf der Gasse wieder mehr laufen. Die Idee ist, den Abend als Strassen- und Beizenfasnacht freizugeben. Cliquen und Guggen dürfen so an beliebigen Standorten spielen.

«Müssten Spitzentag opfern»

Das Echo der sieben betroffenen Lokale des Rundkurses ist unterschiedlich: Während etwa das Chrämerhuus den Vorschlag begrüsst, zeigen sich der Bären, das James sowie die Braui kritisch. Wie David gegen Goliath fühle er sich, sagt Braui-Wirt René Marti bei sich im Lokal am Stammtisch sitzend. Der Antrag kam für ihn total überraschend. Denn seine Philosophie ist: «Never change a running system», also nie ein erfolgreiches Produkt verändern.

Zumal die Braui jeweils am Montag selber einen sensationellen Fasnachtsabend erlebe. «Mit der Verlegung des Schnitzelbankrundkurses müssten wir unseren Spitzentag opfern», sagt Marti. Er, der ein Fasnächtler der ersten Stunde sei, werde diesen Entscheid nicht kampflos hinnehmen. An der Hauptversammlung will er deshalb vortreten und die Anwesenden davon überzeugen, alles doch beim Alten zu belassen.

Zu wenige Plaketten verkauft

Marti bezweifelt zudem, dass der Rundkurs am Montag Erfolg haben wird. Denn er wisse bereits von einigen namhaften Cliquen, dass sie nicht an einem Auftritt interessiert seien. «Dann müsste ich mit drei, vier Schnitzelbänklern versuchen, die Beiz zu füllen», sagt er weiter. Dass er dies schafft, daran glaubt der Wirt nicht.

Fasnachtsober Spahr zeigt Verständnis für die Beizer. Trotzdem sagt er, die erste Priorität bestehe darin, dem Publikum einen tollen Anlass zu bieten – über mehrere Tage verteilt. «Klar ist mit unserem Vorschlag auch ein gewisses Risiko verbunden», sagt Spahr. Etwa dann, wenn der Programmwechsel beim Publikum nicht wie erhofft ankommen sollte. «Wir versuchen aber einfach, etwas zu verändern.» Falls sich bei einem positiven Entscheid einige Wirte entschliessen, beim Schnitzelbankrundkurs nicht mehr mitzumachen, sei dies bedauerlich, so der Fasnachtsober.

Handlungsbedarf gibt es auch beim Plakettenverkauf: Wohl wegen des frühen Datums der diesjährigen Fasnacht blieben am Ende 2000 bis 3000 Plaketten übrig. Der Anlass fuhr so ein Defizit im fünfstelligen Bereich ein, über das die LFG heute genauer informieren will. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 06:31 Uhr

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