Oschwand/Herzogenbuchsee

Frauenpower in den Buchsibergen

Oschwand/HerzogenbuchseeIm Mittelpunkt von «Frauen vom Land unter Sternen» stehen Leben und Reisen von Lina Bögli. Umrahmt wird der Anlass von starken Künstlerinnen – und Cuno Amiets Frauenporträts.

Im Schulhaus: Alt-Posthalter Walter Ischi (links) und der ehemalige Spitalseelsorger Martin Lienhard. Links das Amiet-Bild «Kikou Yamata».

Im Schulhaus: Alt-Posthalter Walter Ischi (links) und der ehemalige Spitalseelsorger Martin Lienhard. Links das Amiet-Bild «Kikou Yamata». Bild: Daniel Fuchs

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Ob nun Frau Anna, die Adoptivtöchter Greti und Lydia, Schwiegermutter Martha Luder oder Clara Vogelsang-Eymann, Tochter des Langenthaler Bärenwirts: Kunstmaler Cuno Amiet fand Gefallen daran, Frauen zu porträtieren. 37 Frauenbilder sind nun ab morgen in der Ausstellung «Frauen vom Land unter Sternen» des Vereins Pro Amiet-Hesse-Weg im Schulhaus Oschwand zu sehen.

«Einige davon kannte ich bereits, andere waren für mich eine Überraschung», sagt Beat Hugi, Präsident der Träger­schaft. Wie schon während den letzten beiden Amiet-Ausstellungen stammen die Bilder aus Privatsammlungen. «Darunter sind auch einige Trouvaillen.»

Eine Leihgabe hat Hugi dem Oschwander Alt-Posthalter Walter Ischi (95) zu verdanken. Auf dem 1932 entstandenen Bild ist die Japanerin Kikou Yamata zu sehen. Als Kind hatte Ischi diese bestaunen können, wie sie sich hinter Amiets Atelier vom Modellstehen ausruhte.

«Ein Glücksfall»

Ein Porträt Amiets von Lina Bögli gibt es keines. Dennoch: Es sei die erste Schweizer Reiseschriftstellerin gewesen, die den Dreh- und Angelpunkt für die neue Ausstellung geliefert habe, erzählt Beat Hugi. Bögli, die aus dem Weiler Boden bei Oschwand stammt, ist im Schulhaus ein Zimmer gewidmet, mit neu gesichteten Tagebüchern, Briefen, Diavorträgen und sogar einem Teeservice. Gleichzeitig wird in der Bibliothek Herzogenbuchsee eine ganze Ausstellung eröffnet, die ihre Person in den Mittelpunkt stellt.

Im Schulhaus: Alt-Posthalter Walter Ischi (links) und der ehemalige Spitalseelsorger Martin Lienhard. Links das Amiet-Bild «Kikou Yamata». Foto: Daniel Fuchs.

Der Verein Pro Amiet-Hesse-Weg konnte hierfür die zuerst im deutschen Friedrichshafen gezeigte Ausstellung des Zollbeamten und Lokalhistorikers Martin Kohler übernehmen. Diese hält sorgfältig gestaltete Ausstellungskoffer und Installationen für die Besucher bereit. «Ein Glücksfall», freut sich Beat Hugi. Die Ausstellung soll übrigens später im neu umgebauten Buchser Kornhaus einen festen Platz erhalten.

Das Leben und Reisen von Lina Bögli wird auch an drei Abenden im Kreuzkeller in Herzogenbuchsee Thema sein – unter anderem werden die Schauspielerinnen Catriona Guggenbühl und Silvia Jost aus Böglis Tagebüchern lesen. Margret Nyfeler-Bögli hat Teile dieser handschriftlichen Texte ihrer Ururgrosstante transkribiert.

Buchvernissage im Schulhaus

In einer weiteren Rahmenver­anstaltung wird ausserdem zur Vernissage des Buches «Geburt im Dunkeln. Erfahrungen mit Krebs» von Madeleine Multerer-Heiniger eingeladen. Das vom ehemaligen Langenthaler Spitalseelsorger Martin Lienhard herausgegebene Buch ist längst vergriffen und wurde nun pünktlich zur Ausstellung im Riedtwiler Kulturbuchverlag neu aufgelegt.

Hat Texte ihrer Ururgrosstante transkribiert: Margret Nyfeler. Foto: Daniel Fuchs.

Passend dazu werden im Schulhaus auch Bilder und Zeichnungen von Madeleine Multerer zu sehen sein. «Ihre Werke passen sehr gut zu den anderen starken Frauen», sagt Hugi, der die 1990 viel zu früh an Krebs verstorbene Langenthalerin persönlich gekannt hat. In ihren Bildern findet sich Schmerz, aber auch eine berührende Auseinandersetzung mit der schweren Krankheit.

Den Bogen zurück zu Lina Bögli schlägt die Ausstellung mit der Keramik- und Porzellankunst von Erika Fankhauser Schürch. Die Künstlerin ist in Spych – unterhalb des Weilers Boden von Lina Bögli – aufgewachsen. Und auch die Buchser Schriftstellerin Maria Waser und die Kreuz-Gründerin Amélie Moser finden Erwähnung.

Die Ausstellung dauert bis zum 2. September. Vernissage: morgen Samstag, 10.30 Uhr, in der Bibliothek Buchsi. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.08.2018, 06:12 Uhr

Weitere Events

Die Ausstellung wird von diesen Begegnungen, Lesungen und Gesprächen begleitet:


  • Sonntag, 12. 8., 10.30 Uhr, Schulhaus Oschwand: Buchvernissage ­«Geburt im Dunkeln – Erfahrungen mit Krebs» – Erinnerungen an Madeleine Multerer-Heiniger. Mit Johanna Dürst, Spitalpfarrer Martin Lienhard, Thomas Multerer. Es lesen Silvia Jost und Andreas Berger.

  • Donnerstag, 16. 8., 19.30 Uhr, Kreuzkeller Herzogenbuchsee: Das Leben der Lina Bögli. Mit Doris Stump (Efef-Verlag) und Margret Nyfeler-Bögli, der Ururgrossnichte von Lina Bögli. Es lesen Catriona Guggenbühl, die Lina Bögli in Christoph Marthalers Theaterstück «Lina Böglis Reise» gespielt hat, und Silvia Jost.

  • Sonntag, 19. 8., 10.30 Uhr, Schulhaus: Die Frauen- Bilder von Cuno Amiet, ein Gespräch mit Franz Müller, Mit­herausgeber des Werkkatalogs zu Cuno Amiet, Mitarbeiter des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft.

  • Donnerstag, 23. 8., 19.30 Uhr, Kreuzkeller: Lina Böglis Reisen. Mit Ausschnitten aus einem Original-Diavortrag von Lina Bögli. Es lesen Silvia Jost und Andreas Berger.

  • Donnerstag, 30. 8., 19.30 Uhr, Kreuzkeller: Lina Bögli und Polen. Mit Bögli-Forscherin und Schrift­stellerin Judith Arlt und Bernhard Staub. Es lesen Silvia Jost und Andreas Berger. Dazu gibt es Führungen von ungefähr einer Stunde im Kreuz in Herzogenbuchsee: Donnerstag, 16. 8., 23. 8. und 30. 8., jeweils um 11, 14 und 16 Uhr (mit Anmeldung: 079'228'02'63).


(swl)

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