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«Es braucht die konkrete Planung»

Am Infoabend zum Richtplan Energie wurden kritische Fragen zur Wirksamkeit eines solchen Papiers laut.

Weg von fossiler, hin zu erneuerbarer Energie: Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Auf dem Bild: Das Dach der Hector Egger AG (Archivbild).
Weg von fossiler, hin zu erneuerbarer Energie: Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Auf dem Bild: Das Dach der Hector Egger AG (Archivbild).
Thomas Peter

Das Thema ist durchaus relevant: Der aktuell zur Mitwirkung aufliegende Richtplan Energie zeigt nicht nur die energiepolitischen Ziele auf, die sich die Stadt im Bereich der Stromversorgung und der Gebäudewärmeversorgung bis 2035 gesteckt hat, sondern auch den Weg, auf dem sie diese erreichen könnte.

Wobei die Loslösung weg von fossiler hin zu erneuerbarer Energie in Langenthal aufgrund einer hohen Energiedichte und mit dem Erdgas als heutigem Hauptträger im Wärmebereich trotzdem noch ein sehr weiter sein dürfte.

Gut zwanzig Personen, darunter mehrere Vertreter der stadträtlichen Fraktionen, von den Planern am Mittwoch aus erster Hand über den Richtplan informieren lassen.

Einige mit der Thematik offenbar gut vertraute Teilnehmer gaben dabei zu bedenken, dass die Abkehr von Öl und Gas ohne konkrete Forderungen an die Energiedienstleister und -verbraucher kaum vorangetrieben werden könne. Zwar zeigt der Richtplan auf, welches Potenzial im Gemeindegebiet vorhanden ist und welche Energieträger in welchen Quartieren zu priorisieren sind.

Auch wird angegeben, wo Wärmeverbünde anzustreben sind. Regeln für die Industriellen Betriebe Langenthal (IBL) AG als Hauptversorgerin sowie für die Grundeigentümer werden darin allerdings keine festgelegt.

«Solange alles so diffus und unklar ist, wird der Hauseigentümer da nicht mitmachen», sagte André Masson, bekannt für seine kritische Auseinandersetzung mit der städtischen Energiepolitik. «Es braucht die konkrete Planung von Verbünden», forderte auch ein anderer Votant, «sonst schaut jeder für sich.»

Wegweisende Abstimmung

Umso mehr Gewicht werde der anstehenden Revision der Ortsplanung zukommen, in deren Rahmen Elemente des Richtplans grundeigentümerverbindlich festgelegt werden könnten, betonte Gemeinderat Pierre Masson. Wobei die bevorstehende Abstimmung vom 10. Februar über das kantonale Energiegesetz wegweisend sein werde, will dieses doch die Kompetenzen der Gemeinden im Gebäudebereich stärken.

Gewicht messen die Verantwortlichen aber auch der Sensibilisierung der Bevölkerung im Rahmen des Energiestadt-Managements bei. Dabei soll nicht zuletzt aufgezeigt werden, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien für den Hausbesitzer finanziell durchaus spannend sein kann, wie Bruno Hari von der Berner Energie hoch drei AG als externer Berater am Beispiel der Solarenergie aufzeigte: Der Rückgang der Investitionskosten in den letzten sieben Jahren betrage fast 70 Prozent.

Während bei der Solaranergie Hausbesitzer weitgehend unabhängig agieren könnten, sei insbesondere bei der Grundwassernutzung aber tatsächlich nur ein möglichst koordiniertes Vorgehen zielführend, betonte Hari. Dies auch deshalb, weil das Potenzial nicht dafür ausreicht, ganze Gebiete allein mit diesem Energieträger zu beheizen. Angestrebt wird deshalb eine Kombination mit Abwärme, Holz oder Gas, die allerdings ebenfalls nur im Verbund auch finanziell realistisch ist.

Holz statt Wasser

Auch die Verbindlichkeit des Richtplans für die IBL muss in einer Eignerstrategie erst noch politisch diskutiert werden. Trotzdem sind seitens der Dienstleisterin konkrete Projekte für die Nutzung erneuerbarer Wärmeenergien bereits im Gang.

«Der Energieträger Gas befindet sich in einer Übergangsphase zu einer anderen Form», verwies IBL-Direktor Rudolf Heiniger auf Möglichkeiten der synthetischen Gaserzeugung oder der Power-to-Gas-Technologie, für die das Erdgasnetz dereinst genutzt werden könnte. Auch ein Projekt für einen Wärmeverbund bei den Schulanlagen von Stadt und Kanton im Hard liege bereits vor.

Allerdings hat die IBL hierbei ihre Pläne für eine Grundwassernutzung, wie sie der Richtplan für dieses Gebiet priorisiert, ändern müssen. Es soll nun Holz zum Einsatz kommen. Eine Grundwassernutzung sei, obwohl auch in der kantonalen Karte für den Perimeter aufgeführt, schliesslich doch nicht bewilligungsfähig gewesen, so Heiniger.

Trotzdem wird diese fürs Hard im Richtplan noch immer priorisiert. Weil der Plan seinerzeit bereits auf den Behördenweg gegeben worden sei, sagt dazu Christine Hauert, Leiterin der Fachstelle Umwelt/Energie der Stadt. Nach der Mitwirkung sei eine Überarbeitung vorgesehen, wobei auch die entsprechende Massnahme noch einmal angepasst werden könne.

Der Richtplan Energie liegt bis zum 18. Februar beim Stadtbauamt auf und ist auch unter www.stadt-raum.ch einsehbar.

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