«Einen Plan B haben wir nicht»

Niederbipp

Die Spitex Bipp Plus ist zu klein, um den Leistungsauftrag zu erfüllen. An der Hauptversammlung wird nun über die Auflösung abgestimmt.

Béatrice Beyeler

Nummer acht: «Antrag des Vorstandes zur Auflösung des Vereins Spitex Bipp Plus per 31.12.2018.» So steht es auf der Traktandenliste für die Hauptversammlung vom 20. April. Die Gemeinden Niederbipp, Oberbipp, Farnern, Rumisberg und Wolfisberg müssen sich aber keine Sorgen machen, ihre Spitex wird sich nicht in Luft auflösen. Seit Monaten befindet sich Vereinspräsidentin Ursula Mosimann in Verhandlungen mit der Spitex-Genossenschaft Oberaargau Land, die den Bipper Betrieb übernehmen soll. Dass dieser Schritt nötig werde, habe sich bereits seit längerem abgezeichnet.

Spardruck des Kantons

Einer der Hauptgründe für die geplante Zusammenführung würden die Sparmassnahmen des Kantons darstellen. «Es wird immer schwieriger, unter diesen Umständen den Leistungsauftrag zu erfüllen», sagt Ursula ­Mosimann. Zudem sei die Spitex Bipp Plus schlichtweg zu klein. Nach der letzten Sparrunde könne die Hauswirtschaft erst recht nicht kostendeckend angeboten werden, Fachpersonal sei ein Mangel, und die Spezialistinnen würden nicht ausgelastet. Auch ein Nachtdienst könne mit der aktuellen Betriebsgrösse in ­Niederbipp nicht eingerichtet werden.

Position der Stärke

An der letzten Mitgliederversammlung wurde das Vorgehen von den Stimmberechtigten genehmigt. Die Verhandlungen ­seien von einer Delegation der beiden Betriebe, den beiden Geschäftsführern und einem externen Begleiter geführt worden. «Wir erwarten vom Zusammenschluss die Sicherung der Dienstleistung Pflege und Hauswirtschaft sowie der Versorgungspflicht unserer Region», betont Vereinspräsidentin Ursula Mosimann.

Eine Bedingung sei zudem, dass alle 26 Mitarbeiterinnen zu vergleichbaren Bedingungen wie bisher übernommen würden und der Stützpunkt in Niederbipp erhalten bleibe. Da der Umzug an die Wydenstrasse 19 erst im vergangenen Herbst erfolgte, wird an diesem Standort festgehalten. Laut der Präsidentin wurde ein Mietvertrag für fünf Jahre unterzeichnet.

Für die Kunden, betont Ursula Mosimann, werde sich nicht viel ändern. «Sie werden vom gleichen Team betreut, einzig die Rechnung kommt von anderswo.» Dank ihrer schwarzen Zahlen hätten sie aus einer Position der Stärke heraus mit der ­Genossenschaft verhandeln und ihre Anliegen einbringen können, sagt Ursula Mosimann. Und auch die Spitex-Genossenschaft Oberaargau Land hätte durchaus ein Interesse an der Zusammenführung, schliesslich wolle sie weiterwachsen.

Einsitz im Verwaltungsrat

Nun müssen die Mitglieder an der Hauptversammlung über die Auflösung ihres Vereins befinden. Ursula Mosimann ist guter Dinge. «Wir haben das Projekt den fünf Gemeindebehörden vorgestellt und positive Rückmeldungen erhalten.» Damit die Einflussnahme der Region nach einer allfälligen Zusammenführung weiterhin gewährleistet wäre, erhält der Stützpunkt Niederbipp ein oder sogar zwei Sitze im Verwaltungsrat der Genossenschaft. Zudem dürfte der Standort auch Einsitz im Förderverein Proviva erhalten. Dieser ist aus den ehemaligen Spitex-Vereinen Buchsi-Oenz und Aarwangen, Schwarzhäusern, Bannwil entstanden.

Doch wie sieht die Zukunft der Spitex Bipp Plus aus, wenn die geplante Zusammenführung bachab geschickt wird? «Es würde wie gehabt unter Spardruck weitergehen, einen Plan B haben wir nicht», betont Ursula Mosimann.

Langenthaler Tagblatt

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