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Eine Schwalbe, noch kein Sommer

Dem neuen Modell HRM2 sei Dank: Der Rechnungsabschluss der Gemeinde Ursenbach ist positiv. Für den Gemeinderat ist das allerdings noch kein Anlass, die Sparschraube zu ­lockern. An der Gemeindeversammlung wurde zudem über den Stand der Ortsplanungsrevision informiert.

In der Sonnhalde gilt eine der zahlreichen Überbauungsordnungen, die heute Aus- und Umbauten erschweren. Deshalb will die Arbeitsgruppe die betroffenen Gebiete in die normale Zonierung überführen.
In der Sonnhalde gilt eine der zahlreichen Überbauungsordnungen, die heute Aus- und Umbauten erschweren. Deshalb will die Arbeitsgruppe die betroffenen Gebiete in die normale Zonierung überführen.
Marcel Bieri

Der Ursenbacher Gemeinderat Niklaus Lehmann hatte an der Gemeindeversammlung Grund zur Freude: Erstmals, seit er vor vier Jahren das Ressort Finanzen übernahm, konnte er den Stimmberechtigten einen positiven Rechnungsabschluss präsentieren. Zustande kam dieser wegen der Elektrizitätsversorgung, die einen Gewinn von 282'400 Franken erwirtschaftete und in Ursenbach im Allgemeinen Haushalt geführt wird und nicht als Spezialfinanzierung.

Im steuerfinanzierten Haushalt resultiert weiterhin ein Minus von 143 000 Franken. Allerdings ist dieses auf die zusätz­lichen Abschreibungen zurückzuführen, die nach dem neuen Rechnungsmodell HRM2 zwingend vorgenommen werden müssen, wenn die Rechnung positiv abschliesst und die ordentlichen Abschreibungen kleiner als die Nettoinvestitionen sind. Diese betrugen 176'000 Franken. Ohne diese hätte also ein kleiner Ertragsüberschuss resultiert. Im Allgemeinen Haushalt resultierte ein Plus von 140'000 Franken, im Gesamthaushalt ein solches von 135'000 Franken.

Schmaler Silberstreifen

Dieser Blick in die Tiefen des HRM2 zeigt, dass der Silberstreifen am Ursenbacher Finanzhimmel noch schmal ist. Niklaus Lehmann und Gemeindepräsident Andreas Kurth warnten denn auch davor, die Zügel schleifen zu lassen und Begehrlichkeiten leichtfertiger zu erliegen. Der Spardruck bestehe weiterhin. «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer», gab der Präsident zu bedenken.

Die 32 Anwesenden (4,6 Prozent von total 699 Stimmberechtigten) nahmen die positive Nachricht diskussionslos zur Kenntnis und stimmten der Jahresrechnung ebenso einstimmig zu wie der Revision des Besoldungsregulativs im Hinblick auf die neue Legislatur 2018 bis 2021.

Dieses sieht eine Erhöhung der festen Entschädigungen für den Vizegemeindepräsidenten und die Mitglieder des Gemeinderates um je 500 Franken auf 2000 respektive 1500 Franken vor sowie eine Vereinheitlichung für die Kommissionspräsidenten auf 400 Franken

Arbeiten aufgenommen

Seit Ende letzten Jahres ist in ­Ursenbach eine Gesamtrevision der Ortsplanung im Gang. Gemeinderat Daniel Schüpbach informierte über den Stand der Dinge. Mit der Erarbeitung der Planungsinstrumente ist eine Arbeitsgruppe betraut, der neben Schüpbach folgende Mitglieder angehören: Gemeindepräsident Andreas Kurth, Gemeindeschreiberin Daniela Glutz, Architektin Verena Weber, Oliver Zaugg als Präsident der Natur- und Heimatschutzkommission sowie Thomas Frei von der Georegio AG in Burgdorf.

«Problematisch könnten die Vorschriften zu den Gewässerräumen werden.»

Daniel Schüpbach, Gemeinderat

Bereits wurden die betroffenen Grundeigentümer mittels eines Fragebogens zu ihren Absichten befragt. Noch sind die Antworten allerdings nicht ausgewertet. Ein Ziel sei aber, die zahlreichen Überbauungsordnungen wenn möglich aufzuheben und in die normale Zonierung zu überführen, hielt Daniel Schüpbach fest. Denn die Überbauungsordnungen sind zum Teil recht alt und ­erschweren es den Besitzern, ihre Liegenschaften zeitgemäss aus- oder umzubauen.

Problematisch könnten in Ursenbach die Vorschriften zu den Gewässerräumen werden, kündigte Daniel Schüpbach an. Denn es sei absehbar, dass sich ein grosser Teil des Dorfes in Gefahrenzonen befinde.

20 Einwohner mehr

Generell gilt zudem für Ursenbach das 1992 vom Schweizer Stimmvolk angenommene revidierte Raumplanungsgesetz und der darauf abgestützte Richtplan 2030 des Kantons. Diese stellen hohe Anforderungen an die Ausnützung und die Dichte des Baugebietes. Was das für Ursenbach genau bedeute, sei noch nicht klar, erklärte Daniel Schüpbach. Im Richtplan festgelegt ist einzig, dass der Kanton der Gemeinde für die nächsten 15 Jahre eine ­Bevölkerungsentwicklung von 2 Prozent, also rund 20 zusätzliche Einwohner, zugesteht.

Gegen Ende 2017 ist eine öffentliche Mitwirkung geplant, Mitte 2018 die öffentliche Auf­lage. Das letzte Wort vor dem Kanton haben dann die Stimmberechtigten von Ursenbach an der Gemeindeversammlung Ende 2018.

Mehrwerte abschöpfen

Ein Thema werde in Ursenbach auch die Mehrwertabschöpfung bei Aufzonungen, hielt Daniel Schüpbach fest. Diese gab in den letzten Tagen in verschiedenen Gemeinden zu reden (wir berichteten). Denn sie ist nach dem neuem Raumplanungsgesetz obligatorisch. Allerdings werde sich der Gemeinderat von Ursenbach dafür einsetzen, dass sie sich in der eigenen Gemeinde am unteren Ende der vorgegebenen Spannweite von 20 bis 50 Prozent des Mehrwertes bewege.

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