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Eine Hecke hält die Bagger auf

Hinter dem Schulhaus ist eine Wohnüber­bauung geplant. Bis diese realisiert wird, könnte es jedoch noch dauern. Der Grund dafür sind mehrere Einsprachen.

Die Profile zeigen an, wo das Mehrfamilienhaus dereinst entstehen soll. Ein Teil des Gehölzes müsste dazu entfernt werden.
Die Profile zeigen an, wo das Mehrfamilienhaus dereinst entstehen soll. Ein Teil des Gehölzes müsste dazu entfernt werden.
Olaf Nörrenberg

Leichte Hanglage, schöne Aussicht und direkt neben der Schule. Eigentlich scheint das Bauland hinter dem Bannwiler Schulhaus ein idealer Platz dafür zu sein, sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Und so ist es auch geplant: Mit der Über­bauung «Usserfeld» sollen dereinst ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen sowie Baulandparzellen für Einfamilienhäuser entstehen.

Ende 2016 reichte die Langenthaler Architekturunternehmung Ducksch und Anliker AG das Baugesuch für die Erschliessung und den Neubau ein. Gegen die Erschliessung gingen damals zwei, gegen das Haus drei Einsprachen ein. Der Grund für die Einwände: Die Erschliessungsstrasse und der Neubau tangieren eine Hecke (wir berichteten). Bis heute liegt keine rechtskräftige Baubewilligung vor.

Entscheid angefochten

«Die Erschliessungsanlagen tangieren den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand zum Krautsaum», sagt Barbara Lüscher, Fachbereichsleiterin Bau beim Regierungsstatthalteramt Oberaargau. Für das Mehrfamilienhaus müsste gar ein Teil der Hecke abgeholzt werden. Es sei gesetzlich vorgeschrieben, dass eine Hecke nicht einfach entfernt werden dürfe. «Bekommt man aber die Bewilligung für den Eingriff, ist man verpflichtet, Ersatzmassnahmen zu ergreifen», sagt Barbara Lüscher.

Das Gesuch für die Erschliessungsanlagen hat das Statthalteramt im Juni schliesslich bewilligt. In die Entscheidung sei nur noch eine Einsprache einbezogen worden, da eine Person die ihre zurückgezogen habe, sagt Barbara Lüscher. Der verbleibende Einsprecher, ebenfalls eine Einzelperson, erhob gegen den Beschluss jedoch Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE). «Der Streitpunkt ist unter anderem die Standortgebundenheit der Erschliessungsstrasse in Bezug auf den Eingriff in die Hecke», so die Fachbereichsleiterin Bau. Kann nicht nachgewiesen werden, dass die Strasse zwingend am heute vorgesehenen Ort erstellt werden muss, dürfte das Projekt in seiner derzeitigen Form somit einen schweren Stand haben.

Doppelt abhängig

Das Statthalteramt hofft nun, dass die BVE bis Ende Jahr über die Beschwerde befunden hat. Die Bewilligung des Baugesuchs für das Mehrfamilienhaus ist in doppelter Hinsicht abhängig von dieser Entscheidung. «Nur wenn die Erschliessung sichergestellt ist, können wir den Neubau genehmigen», sagt Barbara Lüscher. Zudem macht das Re­gierungsstatthalteramt seinen Bewilligungsentscheid vom Argumentarium der Baudirektion abhängig. «Je nachdem, was die Untersuchung der BVE für Erkenntnisse liefert, müssen wir unsere Entscheidung über das Mehrfamilienhaus anpassen», so Barbara Lüscher. Und auch diese könnte anschliessend wieder angefochten werden. Bis hinter dem Schulhaus tatsächlich die Bagger auffahren, könnte es somit noch eine Weile dauern.

Die Bauherrin Ducksch und Anliker AG wollte sich aufgrund des laufenden Verfahrens derzeit nicht zum Bauprojekt äussern.

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