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Eine Anleitung dazu, die Artenvielfalt zu sichern

Der Managementplan für das Smaragdgebiet Oberaargau zeigt auf, was der Förderung der Biodiversität guttun würde. Die andere Frage ist, was davon tatsächlich umgesetzt werden kann.

Der Eisvogel ist eine der 44 Zielarten, die der Managementplan weiter fördern will.
Der Eisvogel ist eine der 44 Zielarten, die der Managementplan weiter fördern will.
zvg

Gut ein Jahr hat die Erarbeitung des Managementplans für das Smaragdgebiet Oberaargau gedauert. Nachdem 2014 die sechsjährige Aufwertungsphase hatte abgeschlossen werden können, zeigt der im Anschluss erarbeitete Plan nun auf, wie die europaweit bedrohten Arten und Lebensräume im Gebiet auch langfristig erhalten werden könnten.

Dass das Pilotprojekt im Auftrag von Bund und Kanton ausgerechnet im Smaragdgebiet Oberaargau durchgeführt wurde, kommt nicht von ungefähr: Es ist nicht nur das grösste der schweizweit insgesamt 37 vom Europarat anerkannten Smaragdgebiete. Auch finden sich in ihm uner­wartet viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten.

44 der vorkommenden europaweit gefährdeten Arten sowie 24 seltene Lebensräume sollten dank des Managementplans nun so gefördert werden, dass die heutigen Bestände in einer ersten Phase zumindest gesichert und ihr Erhaltenszustand dereinst womöglich sogar wieder als «gut» oder «hervorragend» eingestuft werden könne, erklärt der Verein Smaragdgebiet Oberaargau als Träger des Projekts das Ziel des Managementplans.

Der Massnahmenkatalog

In sechs Teilräumen schlägt der Plan anhand konkreter Massnahmen vor, wo welche Arten zu erhalten sind: So könnten beispielsweise an der Aare zusätzliche Brutmöglichkeiten das Vorkommen des Eisvogels verbessern.

Im Önztal finden sich Waldränder und Uferpartien, die sich für die Förderung der Ringelnatter-Restvorkommen eignen würden. Oder im Rottal, dem «Eldorado der Zielarten und -lebensräume», sollen die nachgewiesenen Vorkommen an national prioritären Waldgesellschaften gesichert und nachhaltig bewirtschaftet werden.

Was von den vorgeschlagenen Massnahmen tatsächlich umgesetzt wird, ist indes offen. «Der Managementplan zeigt auf, was gut wäre», sagt Werner Stirni­mann als einer der Projektbeauftragten, verantwortlich für die Begleitkommunikation zum Plan. Den Rahmen für die Umsetzung zu schaffen, obliege nun der Politik und den Ämtern.

Der Zeithorizont für die Umsetzung des Plans ist auf 10 bis 25 Jahre angelegt. Allerdings: Allein die Massnahmen erster Priorität würden sich auf Investitionen von mehr als 2 Millionen Franken sowie jährlich wiederkehrende Kosten von mehr als 400'000 Franken belaufen.

Das Koordinationsmittel

Vorerst werde der Verein sicher mit kleinen Brötchen weiterbacken, verweist Stirnimann daher auf rund zwei Dutzend Projekte, die nach 2014 nahtlos weitergeführt worden seien. Bei Bannwil und in Richtung Rottal etwa würden aktuell Massnahmen zur Förderung der Ginsterbestände definiert und umgesetzt. Oder es werde der Dohlenkrebsbestand in den Gewässern erfasst.

Es sei zudem nicht auszuschliessen, dass Massnahmen auch unabhängig von Bund und Kanton durch private Organisationen zur Umsetzung kämen, führt Stirnimann aus. Denn das sei das Geniale am Managementplan, der dereinst auch anderen Smaragdgebieten als Modell dienen soll: «Dass er den verschiedensten Akteuren eine Übersicht bietet und man deshalb koordiniert vorgehen kann.»

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