Zum Hauptinhalt springen

Ein Trichter für den Dorfbach

Vier Rückhaltebecken und ein grösserer Querschnitt des Dorfbachs in Melchnau sollen Hochwasserschäden verhindern. Der Gemeinderat informierte darüber bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung.

Bei starken Regenfällen schwillt der Dorfbach in Melchnau regelmässig bedrohlich an – und überbordet auch schon mal.
Bei starken Regenfällen schwillt der Dorfbach in Melchnau regelmässig bedrohlich an – und überbordet auch schon mal.
Thomas Peter

«Ich vergleiche das Projekt mit einem Trichter», so Gemeindepräsident Ulrich Jäggi (SVP) zu den rund 50 Interessierten am Informationsabend zu den geplanten Hochwasserschutzmassnahmen im Oberdorf von Melchnau: «Oben füllen wir Wasser ein, das über den Dorfbach abläuft. Wir müssen den Ablauf vergrössern und das Wasser dosiert in den Trichter laufen lassen.»

Die Abflusskapazität des Dorfbachs zwischen Schulhaus und der Lantal AG soll auf einer Länge von 550 Meter erhöht und vier Rückhaltebecken sollen oberhalb des Siedlungsgebietes gebaut werden. Massnahmen, die auf ein 100-Jahr-Hochwasser dimen­sioniert sind. «Zuerst werden die Becken gemacht», betonte Martin Schneider, Projektleiter Kunstbauten im Kreis IV des Tiefbauamtes Kanton Bern.

Er und Christoph Matti, Projektleiter Wasserbau, waren ebenfalls vor Ort. Zehn Einsprachen waren nach der öffentlichen Auflage eingegangen. «Die meisten konnten bereinigt werden, es hat aber auch noch unerledigte, über die der Kanton entscheiden muss», so Gemeindeschreiber Martin Heiniger. «Einsprachen für das Rückhaltebecken im Moosacker führten zu einer Projektänderung. Wir sind zuversichtlich, dass das Problem hier gelöst werden kann», informierte Jäggi.

Ohne Mauer

Das Rückhaltevolumen von 1800 Kubik soll im Moosacker mittels Geländemodellierung und Anpassungen am Gärtnereiweg und nicht mit einer Mauer realisiert werden. Diese Änderung macht eine Neuauflage dieses Beckens nach einer allfälligen Genehmigung des Kredits an der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember nötig.

Zu bewilligen haben die Stimmberechtigten neben dem Wasserbauplan einen Kredit von 4,24 Millionen Franken. Nach Abzug aller Subventionen und Beiträge rechnet Melchnau mit Restkosten von 869'000 Franken. Baubeginn wäre erst nach Zusicherung der Kantons- und der Bundessubventionen.

Bei der anschliessenden Diskussion kam die Haftung bei einem Dammbruch zur Sprache. Martin Heiniger erklärte, dass die Dämme zwar überflutet ­werden können, aber durch die Bauweise kein Material mitgeschwemmt werden kann. Im Grunde ist man sich in Melchnau einig, dass Hochwasserschutzmassnahmen nötig sind, damit Schäden wie bei den Hochwassern 1986, 2007, 2010 und 2011 der Vergangenheit angehören.

Gemeindeversammlung: Montag, 4. Dez., 20 Uhr, Mehrzweckhalle.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch