Huttwil

Ein Platz wie eine sommerliche Gartenwirtschaft

HuttwilDie Begegnungszone in Huttwil ist eröffnet. Während zweieinhalb Monaten ist der Brunnenplatz nun grösstenteils verkehrsfrei. Mehr noch: Im Städtli ist eine Wohlfühl­zone entstanden.

Ein Ort für Begegnungen: Platanen in Kübeln und flauschige Sitzgelegenheiten machen es möglich.

Ein Ort für Begegnungen: Platanen in Kübeln und flauschige Sitzgelegenheiten machen es möglich. Bild: Marcel Bieri

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Die Meinungen gingen in zwei entgegengesetzte Richtungen. Die einen wollten keinen Parkplatz weniger, die anderen möchten den Brunnenplatz am liebsten autofrei haben. «Wir fanden keinen Konsens, weshalb wir jetzt diesen Versuch starten», sagt Alexander Grädel. Der EDU-Gemeinderat hielt am Samstag eine Rede zur Eröffnungsfeier ebendieses Versuchs. Während gut zweier Monaten ist der Brunnenplatz, mitten im Städtli, nun eine Begegnungszone.

Pflanzen und Musik

Auf dem Platz stehen junge Platanen, in grossen Kübeln gepflanzt. Die Bäume schirmen die Besucherinnen und Besucher von den übrig gebliebenen Parkplätzen ab, auf denen nach wie vor Autos abgestellt werden können. Das Provisorium sieht trotzdem gemütlich aus und lädt zum Hinsitzen. An diesem Samstag sind die Festbänke und Tische alle besetzt. Auf dem Sofa in der Sitzecke haben es sich Mütter und Väter gemütlich gemacht, die zusammen reden und dabei ihre Kinder im Blick haben, die mit einer überdimensionierten Murmelbahn spielen.

Lara Sommer und ihre Band, die aus der Region stammen, unterhalten mit Covers von bekannten Popsongs. «Mit dieser Art von Musik wollen wir auch jüngere Leute ansprechen», erklärt Helen Wegmüller von Pro Regio Huttwil, die in der Arbeitsgruppe Standortmarketing Huttwil mitwirkte. «Das soll eine Begegnungszone für das ganze Städtli werden und Huttwil so beleben.»Tatsächlich ist das Publikum sehr durchmischt. Alt und Jung, Familie und Freunde treffen sich und essen zusammen eine Bratwurst vom Grill.

Breites Angebot

Wer will, kann daneben gleich noch die Einkäufe für das Abendessen erledigen: Der traditionelle Frischmarkt findet neu nicht nur mittwochs, sondern auch samstags statt. Wer lieber nicht selbst kocht, kann sich später wieder auf den Platz setzen. Während vormittags die Bäckerei Lienhart geöffnet hat, servieren am Abend das Restaurant Bären und das Pöschtli. «Durch das vielfältige Angebot am Platz ergibt das eine Gartenwirtschaft, die quasi den ganzen Tag geöffnet hat und verschiedene Speisen bietet», sagt Grädel.

Damit die Begegnungszone bekannt und genutzt wird, werden in der Probezeit weitere Anlässe auf dem Brunnenplatz stattfinden (Programm siehe Kasten).

«Meinung bekannt geben»

Die Skepsis gegenüber dem Projekt sei im Vorfeld spürbar gewesen, sagt Wegmüller. «Doch nun haben es alle als Versuch akzeptiert», sagt sie. Und Grädel ergänzt: «Die Testphase wird uns am Ende genau zeigen, wie gross nun die Einbussen oder Gewinne der Restaurants und Geschäfte waren. Oder wie gross die Zustimmung für ein Projekt dieser Art bei der Bevölkerung ist.» Er freut sich auf jeden Fall, sind zur Eröffnungsfeier viele Besucherinnen und Besucher erschienen. «Gebt uns eure Meinung bekannt und nehmt an der Umfrage teil», legt er ihnen zum Schluss ans Herz. Damit dann bald einmal mit der Planung begonnen werden kann und ein Brunnenplatz entsteht, der dem ganzen Städtli gefällt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.07.2017, 06:19 Uhr

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Versuchsphase

Bis 1. Oktober bleibt die Begegnungszone in Huttwil bestehen. Auf dem Frischmarkt werden da jeweils Mittwoch (8.30 bis 11 Uhr) und samstags (8.30 bis 12.30 Uhr) regionale Produkte zum Verkauf angeboten. Auch am Sonntag soll der Brunnenplatz ein Ort der Begegnung sein: Am 23. Juli wird hier ein ökumenischer Gottesdienst ausgetragen und am Nationalfeiertag die Bundesfeier. Am 13. August wird nach gestern Sonntag zum zweiten Mal ein Brunch mit musikalischer Begleitung durch die Quattophoni’s ausgerichtet (9 bis 12.30 Uhr). Anmeldungen dafür nimmt die Bäckerei Lienhart entgegen. Am Donnerstag, 21. September tritt mit «Hofmatt rockt!» die Schule ans Mik. cd

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