Thunstetten

Ein Kostendach soll helfen

ThunstettenDer Thunstetter Gemeinderat will 2020 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Deshalb führt er eine jährliche Investitionslimite Franken ein. Das hat Auswirkungen auf die Schulraumerweiterung im Byfang.

Die Schulanlage Byfang muss erweitert werden. Die neuen Räume sind womöglich erst 2022 bezugsbereit.

Die Schulanlage Byfang muss erweitert werden. Die neuen Räume sind womöglich erst 2022 bezugsbereit. Bild: Olaf Nörrenberg

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Die Gemeinde hat gestern an einer Pressekonferenz über das Budget 2019 informiert. Zu reden geben dürfte an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember aber vielmehr der Finanzplan 2018–2023.

Dieser zeigt nämlich auf, wie die Gemeinde Thunstetten ihr grosses Ziel erreichen könnte, das sie schon seit Jahren verfolgt: eine ausgeglichene Rechnung 2020. Noch besser: Die Erfolgsrechnung des allgemeinen Haushalts weist gemäss Finanzplan künftig trotz Vornahme von neuen Investitionen ausser 2019 positive Ergebnisse auf. Durchschnittlich betrage der Gewinn rund 165'000 Franken.

Um dies zu ermöglichen, hat der Gemeinderat nun erste Massnahmen beschlossen: Einerseits wurde eine jährliche Investitionslimite von 1,5 Millionen Franken festgelegt. Zum anderen werden den Kommissionen bei der Budgetierung neu Kostendächer auferlegt. Wie diese genau aussehen, dazu macht der Gemeinderat keine weiteren Angaben.

«Es haben nicht alle Freude daran.»Adrian Dreier
Gemeinderat

Die Kommissionen seien bei der Verteilung ihrer Ausgaben weiterhin flexibel, betont der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Adrian Dreier (SVP). «Es haben nicht alle Freude am Kostendach.» Die Akzeptanz aber sei vorhanden.

3 Millionen noch zu viel

Trotz dieser guten Aussichten warnt Dreier aber auch: «Es ist weiterhin Vorsicht geboten.» Eine Steuersenkung sei für den Gemeinderat noch immer kein Thema. Es sei ratsam, auch in Zukunft sparsam mit den finanziellen Mitteln umzugehen. Dies nicht nur weil keine Einnahmen aus Landverkäufen mehr eingerechnet werden können und die Erfolgsrechnung in den kommenden Jahren zum Teil mit zusätzlichen Aufwendungen durch steigende Beiträge in den Lastenausgleich belastet wird.

Die grösste Herausforderung dürfte es wohl sein, das Ziel, eine ausgeglichene Rechnung vorzuweisen, mit den hohen Investitionen unter einen Hut zu bringen. Ganz bewusst hat man sich entschieden, die Investitionslimite erst auf das Jahr 2020 hin einzuführen. «2019 könnten wir sie nicht einhalten», so Dreier. Das Budget für kommendes Jahr sieht Nettoinvestitionen von rund 2 Millionen Franken vor. Die höchste Ausgabe betrifft mit fast einer Million Franken die Sanierung der Kirchenmauer.

Doch auch danach wird die Gemeinde investieren müssen: Nach dem Entschluss des Gemeinderates, die Oberstufe künftig in Thunstetten zu konzentrieren, steht fest, dass im Byfang zusätzlicher Schulraum erstellt werden muss (wir berichteten).

Im Finanzplan sind hierfür 3 Millionen eingestellt, die je zur Hälfte auf die Jahre 2021 und 2022 verteilt worden sind, der neuen Investitionslimite entsprechend. Was zur Folge hätte, dass in diesen zwei Jahren keine zusätzlichen Ausgaben möglich wären. «Das ist nicht realistisch», sagt Adrian Dreier denn auch. Wie schon letzte Woche Gemeindepräsident Beat Siegrist (SP) betont er, dass die Kosten für den An- oder Neubau deshalb noch weiter gesenkt werden müssen.

Gemäss Finanzplan stünde der neue Schulraum somit erst im Sommer 2022 bereit. Zur Erinnerung: Der grundsätzliche Fahrplan, der bisher kommuniziert worden war, ging von einer Fertigstellung im Sommer 2021 aus. Ein Problem sollte das jedoch nicht sein: So gibt es die Möglichkeit, die Zeit bis zum Bezug zu überbrücken, unter anderem über die bestehenden Gruppenräume.

Defizit budgetiert

Das Budget 2019 sieht im allgemeinen Haushalt bei einem Aufwand von 12,4 Millionen Franken ein Defizit von 164000 Franken vor – bei einer unveränderten Steueranlage von 1,78. Dies entspricht einer Besserstellung von 261900 Franken gegenüber dem letzten Budget. Der Bilanzüberschuss (Eigenkapital) per Ende 2019 beträgt somit noch rund 3,5 Millionen Franken. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 08.11.2018, 18:48 Uhr

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