«Dreieck der Freude» gut aufgenommen

Eriswil

Mopac-Besitzer Hans-Ulrich Müller will der Fabrik auf der Allmend neues Leben einhauchen. Die Besucher eines Informationsabends liessen sich von seiner Begeisterung anstecken.

Hans-Ulrich Müller stellte seine Ideen für die Mopac-Fabrik vor und hörte den anwesenden Eriswilerinnen und Eriswilern zu.

(Bild: Thomas Peter)

Einer liess sich an der Informationsveranstaltung von Besitzer Hans-Ulich Müller von dessen Begeisterung ganz besonders anstecken: Nachbar Peter Reist. Die leere Fabrik müsse für etwas ­genutzt werden, was es in der Schweiz noch nicht gebe, brachte er sich ein. «Einen Ort, wo man leben kann wie vor 150 Jahren: Das Handy abgeben, das Holz für die Heizung selbst spalten, die Kuh eigenhändig melken.»

Reist war einer von rund fünfzig Nachbarn und Behördenmitgliedern, die der Einladung Müllers gefolgt waren. Noch steht die Fabrik der Mopac auf der Allmend nicht ganz leer, werden dort aus Folien Verpackungen tiefgezogen und gestanzt. Allerdings ist absehbar, dass die Maschinen nach Wasen gezügelt werden, wo Müller die Produktion der Mopac konzentrieren will.

Für Eriswil stünden bei ihm zwei Szenarien im Vordergrund, erklärte der Investor, der sich als Sanierer und Mister KMU einen Namen gemacht hat: ein industrielles mit neuen Produktions-, vor allem aber Lagerbetrieben. Und eines, das er mit «Dreieck der Freude» umschrieb und dazu einen Strauss von Ideen präsentierte:

erstens ein Mobilitätszentrum rund um Oldtimer, mit Abstell- und Garagenflächen, aber auch einer Werkstatt und einem Bistro. Das Bistro könnte auch für die anderen Bereiche als Treffpunkt dienen.

zweitens ein «Village-Office», ein Dorf mit Co-Working-Arbeitsplätzen, mit allen technischen Einrichtungen ausgestattet. Dort können regionale Mitarbeitende von Unternehmen aus den grossen Zentren sich für einen Arbeitstag einloggen, ohne weit reisen zu müssen, und haben trotzdem Kontakte in einem ­Büro.

drittens Räume für Events wie Kochen und Bierbrauen, Musik und Kunst, aber auch touristische Angebote wie Bungalows, die von der ausserordentlichen Aussicht auf dem Gelände profiteren.

Zeit der Industrie ist vorbei

In einer Abstimmung zeigte sich, dass die Eriswiler gleicher Meinung sind wie Hans-Ulrich Müller: Die Zeit der Industrie auf der Allmend ist abgelaufen. Zu prekär ist die Spitzkehre, die von der Hauptstrasse im Dorf abzweigt, als dass man darauf noch mehr Lastwagen sehen möchte.

Vom «Dreieck der Freude» stiess im Publikum vor allem der Oldtimer-Treffpunkt auf offene Ohren. Wobei gleichzeitig zu bedenken gegeben wurde, dass ein solcher auf Parkplätze angewiesen wäre. «Oldtimer-Besitzer wollen diese nicht im Dorf parkieren, sie wollen damit am Treffen vorfahren, sie dort zeigen und gemeinsam darüber fachsimpeln.»

Parkplätze sind im Moment zwar vorhanden, müssen doch auf dem Gelände Lastwagen wenden können. Pläne ausserhalb der Fabrik würden diese aber vermindern. Er wolle seine Pläne auf Eriswil zuschneiden, versprach Hans-Ulrich Müller. «Sie müssen ins Dorf und auf die Allmend ­passen.»

Zwei Workshops

Er wolle an der Fabrik nur das Nötigste anpassen, hielt der Besitzer fest, auch damit die Nutzungs­bedingungen «im Eriswiler Rahmen bleiben». Umsetzen soll die Ideen Werner Zürcher. Der Kleindietwiler war bisher Werkstattchef in der Mopac in Wasen.

Diese und andere Hallen stehen bald leer. Bild: Thomas Peter

Mit der neuen Aufgabe erhielt er nun für die Jahre vor der Pensionierung seinen Traumjob, wie er hervorhebt. Für die weitere Entwicklung setzt der Besitzer auf Ehrenamtliche. Mit ihnen will Zürcher im April und Mai zwei Workshops durchführen. Für Ideen lagen am Mittwochabend bereits Fragebogen auf.

Informieren liess sich auch eine Delegation der Gemeinde. Gemeindepräsidentin Sonja Straumann zeigte sich gegenüber dieser Zeitung überzeugt, dass im Industriebau sehr viel Potenzial stecke. Sie sei deshalb froh darüber, dass der neue Besitzer diese nicht leer stehen lasse, sondern aktiv nutzen wolle. Von diesem Potenzial könne die ganze Gemeinde profiteren.

Kontakt: werner.zuercher@mopac.ch

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