Ursenbach

Die Zeit der «Säcke» ist bald vorbei

UrsenbachDie Musikgesellschaft Ursenbach hat eine neue Uniform ausgewählt. Am 24. April ist Anprobe. Der Öffentlichkeit zeigen sich die Musikantinnen und Musikanten damit aber erst im Juni.

Die Freude auf die neue Uniform ist gross: Präsidentin Anita Aebersold sowie OK-Präsident Walter Zulauf.  Musikantinnen und Musikanten erfahren in der Dorfbevölkerung viel Unterstützung für ihr Projekt.

Die Freude auf die neue Uniform ist gross: Präsidentin Anita Aebersold sowie OK-Präsident Walter Zulauf. Musikantinnen und Musikanten erfahren in der Dorfbevölkerung viel Unterstützung für ihr Projekt. Bild: Marcel Bieri

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Präsidentin der Musikgesellschaft Ursenbach zu sein, macht nicht nur Freude. Das gesteht Anita Aebersold freimütig ein. «Treten wir in unserer Uniform auf, sieht man da einen ausgebeulten Ellbogen, dort Knöpfe, die über einen Bauch spannen, oder ein Gilet, das zu kurz ist.» Ihr selbst sei es ebenso ergangen, als sie in die «Musig» eingetreten sei. «Ein Sack» sei es gewesen, den sie als Uniform im Depot habe auswählen müssen, spricht sie Klartext. Deshalb war für Anita ­Aebersold vor 6 Jahren klar: «Wenn ich das Präsidium übernehme, schaffen wir eine neue Uniform an.»

Nun ist Anita Aebersold kurz vor dem Ziel: Die neuen Festkleider sind bestellt und beim Atelier Büttiker in Pfaffnau LU in Produktion. Am 24. April ist für alle rund 50 Mitglieder Anprobe. Das Programm für die Neu-Uniformierung am 22. bis 24. Juni steht.

OK-Präsident ist Walter Zulauf. Das langjährige Mitglied aktiviert die Musikgesellschaft jeweils, wenn es etwas zu feiern gibt. Von ihm möchte man vor allem etwas wissen: Wie sieht sie aus, die neue Uniform der Ursenbacher Musikantinnen und Musikanten?

Wie die Appenzeller Sennen

«Das sage ich sehr gerne», antwortet dieser: «Sie wird sehr schön.» Hakt man nach, geht es einem wie Uwe Ochsenknecht, der in Fernsehspots von den Appenzellern das Geheimnis ihres Käses wissen will. Auch Walter Zulauf kann schweigen. Irgendwie ist das auch verständlich, denn die Präsentation wird der Höhepunkt des Festes im Juni sein. Zuvorderst werden die Ursenbacher an der Marschmusikparade am Sonntagnachmittag mit der bisherigen Uniform das Dorf hin­unter marschieren und anschliessend nach dem Spiel der acht Gastvereine in der neuen die Parade abschliessen.

Auch für Walter Zulauf ist klar: Nach 25 Jahren ist es Zeit für eine neue Uniform. So lange ist es her, seit sich die Ursenbacher Musikantinnen und Musikanten in den Gemeindefarben Rot, Weiss und Schwarz kleiden. Apropos Musikantinnen und Musikanten: Neben den Gebrauchsspuren ist das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern der Hauptgrund, warum die Kleider aus dem Depot meist nicht mehr passen: «1992 bestand unser Korps aus zwei Dritteln Männern und einem Drittel Frauen», erklärt Walter Zulauf. «Heute ist das Verhältnis gerade umgekehrt.»

Das fünfte Festkleid

Die neue Uniform wird die fünfte der 1937 gegründeten Musikgesellschaft sein. «Wir wissen, dass die Auswahl einer neuen Uniform nicht nur Vorfreude wecken, sondern auch Zwietracht säen kann», erklärt Präsidentin Anita Aebersold. «Deshalb haben wir stets transparent informiert und die Mitglieder auch in die Entscheidung mit einbezogen.»

Als Erstes erhielt jedes Mitglied ein Blatt mit den Umrissen einer Uniform und konnte zeichnen und malen, wie es sich diese vorstellt. Aus diesen Vorschlägen fertigte das Atelier Büttiker fünf Muster an, aus denen wiederum von den Musikantinnen und Musikanten zwei Favoriten erkoren wurden. «Dann wurde es knapp», blickt Walter Zulauf zurück: «Beide Vorschläge fanden praktisch gleich viele Anhänger. Bei diesem Stand entschlossen wir uns, beide weiter ausarbeiten zu lassen.»

So wurde das Resultat klarer, und die Musikantinnen und Musikanten konnten sich gütlich einigen. Wobei auch die Unterlegenen sich ausnahmslos mit der auserkorenen Uniform anfreunden konnten, stellen Walter Zulauf und Anita Aebersold zufrieden fest.

Alle legen sich ins Zeug

Das zeigte sich nun auch, als es darum ging, Sponsoren für die Neu-Uniformierung zu finden. «Alle Mitglieder legen sich dafür ins Zeug», hält Anita Aebersold fest. Das ist auch wichtig, denn die neue Uniform ist klassisch und kostet pro Stück rund 2500 Franken. «Mit dem Fest können wir das nicht hereinholen», sind sich die Präsidentin und der OK-Präsident einig.

«Dieses Fest organisieren wir für das Beisammensein unter Musikantinnen, Musikanten, Freunden der Blasmusik und der Dorfbevölkerung und sind froh, wenn es finanziell aufgeht.» Dass die Ursenbacherinnen und Ursenbacher zu ihrer Dorfmusik stehen, zeigt sich deshalb bereits jetzt: «Die Finanzierung ist auf guten Wegen», kann Walter Zulauf eine erste Bilanz ziehen. «Ursenbach mag zwar musikalisch nicht zur Spitzenklasse gehören, doch was den Zusammenhalt im Verein und im Dorf betrifft, sind wir top.»

In Thun dabei

Die Vorfreude auf die neue Uniform verleihe bereits zusätzlichen Schwung», stellt Anita ­Aebersold fest. Die Ursenbacher Musikantinnen und Musikanten müssen sich auf eine weitere Veränderung einstellen: Dirigent Alain Nilly hat gekündigt; an der Hauptversammlung am 16. Februar werden sie einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin wählen. «Trotz dieser Unbekannten waren bereits an der Hauptversammlung am 18. Januar 2018 alle einstimmig dafür, 2019 am Bernisch-Kantonalen Musikfest in Thun teilzunehmen.»

Anita Aebersold freut sich darauf, dass dort die Uniform ihre Freude nicht trüben wird. Und wie wird sie aussehen? Auch die Präsidentin der Ursenbacher Musikanten kann schweigen wie ein Grab. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 12.02.2018, 22:33 Uhr

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