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Die Senioren-Chügeler vom Wuhrplatz

Die Seniorebrügg ist ein Selbsthilfe-Netzwerk für Pensionierte. Für viele Mitglieder steht jedoch das wöchentliche Pétanque-Spiel im Vordergrund.

Der Pétanque-Platz ist jeden Montagnachmittag den älteren Semestern vorbehalten.
Der Pétanque-Platz ist jeden Montagnachmittag den älteren Semestern vorbehalten.
Nicole Philipp

Jeden Montagnachmittag gehört die Pétanque-Anlage auf dem Wuhrplatz den älteren Semestern. Rund zwanzig Spielerinnen und Spieler im Pensionsalter treffen sich zum kameradschaftlichen Wettkampf und schieben — buchstäblich — eine ruhige Kugel. «Wir zählen zwar die Punkte, aber es geht eigentlich mehr um den Spass an einem schönen Spiel, um das gesellige Beisammensein und etwas Bewegung an der frischen Luft», sagt Heidi Dubois von der Seniorebrügg Langenthal.

Die Seniorebrügg Langenthal ist ein Selbsthilfe-Netzwerk für Seniorinnen und Senioren. Im Vordergrund steht die gegenseitige Hilfe — die Fitteren unterstützen die weniger Fitten. Sei es im Garten, beim Fensterputzen oder um den Briefkasten zu leeren. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden während 2500 Stunden solche Einsätze geleistet.

Im Sommer auf dem Wuhrplatz ...

Mindestens ebenso wichtig sind für den 2007 gegründeten Verein Seniorebrügg die geselligen Anlässe: Wanderungen, Radtouren, Museumsbesuche, Grillabende, Firmenbesichtigungen etc. Und eben der wöchentliche Pétanque-Nachmittag. Heidi Dubois: «Wir spielen das ganze Jahr. Im Sommer auf dem Wuhrplatz und im Winter in einer Halle in Herzogenbuchsee.» Das «Chügele» sei eines der beliebtesen Angebote bei der Seniorebrügg, sagt Dubois, die meistens auch auf dem Wuhrplatz anzutreffen ist.

«Ich rannte offene Türen ein.»

Heidi Dubois, als sie dem Verein das wöchentliche Pétanque-Spiel vorschlug

Angefangen haben die Senioren-Chügeler mit ihren Spielnachmittagen 2013. Der Anstoss kam von Kurt Bachmann, dem damaligen Chefarzt Psychiatrie SRO. Heidi Dubois erinnert sich: «Er hielt ein Referat zum Thema ‹Spielend älter werden› und lobte Pétanque als perfekten Alterssport, was mich sofort überzeugte.» So habe sie bei der Seniorebrügg angeklopft, um unter deren Dach regelmässig Spielnachmittage zu organisieren. «Ich rannte damit offene Türen ein.»

Oft geht es um Millimeter...
Oft geht es um Millimeter...

Kurt Bachmann war zu dieser Zeit auch der Gründungspräsident des Club la Pétanque, der 2004 die Anlage auf dem Wuhrplatz in Zusammenarbeit mit der Stadt realisiert hatte. So konnte er gleich bei der Umsetzung des Projekts mithelfen. Nach zwei Einführungskursen durch den Club war das erste Grüppchen um Heidi Dubois parat für die Aufnahme des regelmässigen Spielbetriebs.

... im Winter in der Halle

Sie resümiert: «Am Anfang waren wir zu sechst, heute kommen jeden Montag rund zwanzig Seniorinnen und Senioren.» Die Kugeln stelle der Club la Pétanque zur Verfügung, das Mitmachen sei kostenlos, und Anfänger würden selbstverständlich in die Spielregeln eingeführt. Ein- bis zweimal pro Jahr macht die Gruppe einen Ausflug und geht auswärts an einem schönen Ort spielen. «Wir organisieren uns via E-Mail, und wer das nicht hat, den rufe ich an. Aber das sind nur vier von fünfzig Interessierten», erklärt Heidi Dubois.

...und trotz Staub glänzen die Kugeln.
...und trotz Staub glänzen die Kugeln.

Alwin Ramminger, der Präsident des Club la Pétanque, lobt seine regelmässigen Gäste: «Die Seniorinnen und Senioren bringen nicht nur Leben auf den Wuhrplatz, einige spielen auch in unserer Clubmeisterschaft mit, und das nicht selten auf den vorderen Rängen.» Mittlerweile gebe es sogar ein zweites Seniorengrüppchen, das regelmässig und selbstorganisiert spiele. Was er zunehmend beobachte und ihn sehr freue, sei, dass immer öfter junge und alte Menschen zusammen spielen würden, sagt Ramminger. «Sie haben viel Spass miteinander und können den kameradschaftlichen Austausch über Generationen hinweg pflegen.»

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