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Die Produktion ist gesichert

Der Brunnenkressebetrieb der Familie Motzet wird auch nach der Pensionierung des Ehepaars weitergeführt. Die Stiftung Wasserland und Pro Natura übernehmen das Areal.

Mathias Motzet übergibt die einzigartige Brunnenkressekultur seiner Familie in neue Hände.
Mathias Motzet übergibt die einzigartige Brunnenkressekultur seiner Familie in neue Hände.
Thomas Peter

Die Brunnenkressekultur nördlich der Neubaustrecke der Bahn 2000 in Wynau ist einzigartig und wird als letzter professioneller Betrieb dieser Art in ganz Mitteleuropa bezeichnet. Dazu gehören mehrere Hektaren schützenwerte Naturfläche.

Bereits seit drei Generationen wird die Brunnenkressekultur von der Familie Motzet bewirtschaftet. Der aktuelle Besitzer, Mathias Motzet, geht nun aber 2018 in Pension. Eine Nachfolge innerhalb der Familie ist nicht in Sicht.

Aus diesem Grund hat sich die Stiftung Wasserland Oberaargau (SWLO) auf die Suche nach einer Nachfolgelösung gemacht (wir berichteten). Diese kann sie nun präsentieren: Sie übernimmt das Areal zusammen mit Pro Natura Schweiz und Pro Natura Bern.

«Die Besitzergemeinschaft besteht zur einen Hälfte aus unserer Stiftung und zur anderen Hälfte aus den beiden Vereinen von Pro Natura», präzisiert Hans C. Salzmann, Stiftungsrat der SWLO und Co-Projektleiter «Brunnenkresse und Natur im Motzet­areal».

Die Stiftung wurde im Juli 2014 unter anderem zum Zweck gegründet, die im Oberaargau vorhandenen Beziehungen zum Wasser sichtbar zu machen und zu pflegen. Sie übernimmt schwerpunktmässig die Verantwortung für den Betrieb und den Einbezug der Region, die Pro Natura für die ökologische Entwicklung.

Kaufpreis: 1,47 Millionen

Den Kaufpreis des gesamten Betriebs beziffert Salzmann auf 1,47 Millionen Franken. «Dieser Betrag umfasst ein ganzes Paket aus einzelnen Werten, Leistungen und Eigenschaften», so der Co-Projektleiter.

Namentlich seien dies die Verfügbarkeit von Grund- respektive Quellwasser, feste Infrastrukturen für die Produktion wie Becken, Wasserverteilsystem und Fischteich, fertig aufgebaute produktionsreife Dauerkultur, das Gelände von 11,5 Hektaren, der Kundenstamm und Weiteres. Festgehalten ist ebenfalls der Verzicht auf Stückelung des Gesamtbetriebes.

In der von den neuen Besitzern gemeinsam herausgegebenen Medienmitteilung wird auf die finanzielle Beteiligung zahlreicher verschiedener Gemeinden, Burgergemeinden sowie Institutionen und Organisationen hin­gewiesen.

«Die Gegenleistung ­besteht in der langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung von landschaftlichen, ökologischen und kulturhistorischen Werten in einer für den Oberaargau einmaligen Ballung», erklärt Salzmann. «Aber auch darin, dass zwei private, gemeinnützige Organisationen ohne Belastung der öffentlichen Hand eine Leistung für die Allgemeinheit erbringen.»

«Die langfristige Erhaltung des Motzetareals schafft ein für das Mittelland selten grosses Schutzgebiet», heisst es in der Medienmitteilung. Grundvoraussetzung sei bestes Quellwasser, damit sich in den 28 Becken jährlich etwa 25 Tonnen Brunnenkresse ernten liessen.

Um das Quellwasser auch in Zukunft zu sichern, haben laut Peter Hänni, Präsident der SWLO, unter anderen die neuen Besitzer und der alte Besitzer des Brunnenkresseareals gegen die neue Konzession des Gemeindeverbandes WUL für das Pumpwerk Mumenthal Einsprache erhoben.

Der Verband beantragt, die Entnahmemenge von bisher 1600 Liter in der Minute auf maximal 2250 Liter zu erhöhen. «Unserer Meinung nach wurde nicht genug abgeklärt, welchen Einfluss die Erhöhung der Wasserentnahme auf das Grundwasser hat», begründet Hänni diese Einsprache.

Gebiet für Publikum öffnen

Ab 2019 soll das Areal unter neuer Regie bewirtschaftet werden. «Die Suche nach einer Geschäftsleitung läuft», erklärt Hans C. Salzmann. «Eine Anstellung ist ab Anfang 2018 geplant.» Während der Übergangsphase, die sich im Wesentlichen über das kommende Jahr erstreckt, verpflichtet sich die Familie Motzet vertraglich, ihr Wissen weiterzugeben.

Längerfristig soll das Gebiet für ein interessiertes Publikum geöffnet werden, zum Beispiel mittels Führungen.

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