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Die Bilanz bewegt sich zwischen gut und ernüchternd

Fachleute verrieten, wie es der geförderten Gelbbauchunke, dem Biber und gefährdeten Vogelarten im Smaragdgebiet Oberaargau geht. «Unterschiedlich», so das Fazit.

«Der Biber, von dem es schweizweit etwa 2800 gibt, ist zurück im Oberaargau und wird hier von 90 Prozent der Bevölkerung akzeptiert», so Referent Peter Lakerveld. (Symbolbild)
«Der Biber, von dem es schweizweit etwa 2800 gibt, ist zurück im Oberaargau und wird hier von 90 Prozent der Bevölkerung akzeptiert», so Referent Peter Lakerveld. (Symbolbild)
zvg/Toni Dürrenberger

2009 bis 2014 haben Fachleute mit Land- und Waldbesitzern im Oberaargau die Landschaft aufgewertet und 328 Massnahmen zur Förderung von europaweit gefährdeten Tieren und Pflanzen umgesetzt. Am Donnerstagabend präsentierten nun fünf Fachleute in der Alten Mühle in Langenthal vor sechzig Interessierten die Wirkung dieser Massnahmen. Der Anlass wurde vom Verein Smaragdgebiet Oberaargau in Zusammenarbeit mit Pro Natura organisiert.

Den grössten Aufwand betrieb Christa Andrey. Für sie waren die Ergebnisse zur Gelbbauchunke ihre Bachelorarbeit. Zuerst ging sie der Frage nach, was es mit dem Sprichwort «Allen Unkenrufen zum Trotz» auf sich hat, das mit einer pessimistischen Äusserung verbunden ist – entsprechend dem dumpfen Ruf der «hässlichen und unheimlichen» Unke.

Die Gelbbauchunke sei in der Schweiz «stark gefährdet», der Oberaargau «wichtiges Bindeglied zwischen Seeland und Nordostschweiz». Die Weibchen würden etwa achtzig Eier pro Saison produzieren. Im Oberaargau seien «nach wie vor nur wenige der Aufwertungsstandorte besiedelt».

Löbliche Ausnahmen hat Christa Andrey bei der Risigrube in Aarwangen und in der Region St. Urban ausgemacht. «Je mehr Tümpel, umso höher die Besiedlungswahrscheinlichkeit», so ihr Fazit. Sie wünscht sich, die Gelbbauchunke möge künftigen Generationen erhalten bleiben. «Wie es mit der längerfristigen Bestandsentwicklung aussieht, ist schwer zu sagen», schloss sie.

Sarah Sommer zählte fünf Dinge auf, die zur Gefährdung der Feldlerche führen – primär die Intensivlandwirtschaft und das abnehmende Nahrungsangebot. Zwischen 2009 und 2014 seien im Smaragdgebiet Oberaargau 23 Massnahmen umgesetzt worden.

In sechs von acht Gemeinden hat Sarah Sommer den Feldlerchennachweis erbracht. Es seien aber mehr Massnahmen für eine attraktive Landschaftsgestaltung nötig. Ein Problem sei das Insektensterben. «Aber vor allem die Rabenkrähen und Elstern», ergänzte Jäger Sepp Bevilacqua.

«Der Biber ist zurück»

«Eine kontinuierliche Beratung der Landwirte – und alte Bäume stehen lassen», empfahl Christian Imesch zur Gartenrotschwanz-Förderung. Dieser Vogelart mangle es an Nistmöglichkeiten, weshalb der Entwicklungstrend seit 1990 negativ sei. Während seiner Begehungen sah Imesch keinen Gartenrotschwanz. Zwei Nachweise seien in Altbüron – abseits der Vertragsflächen – erfolgt. «Ernüchternd», so Imesch. Er frage sich, ob hier die Aufwertungsphase zu spät erfolgt sei.

«Gute Erfolge bei den umgesetzten Massnahmen» meldete Imesch bei Schleiereulen und Turmfalken. Diese hätten 50 Prozent der Nistkäschen besucht. «Der Biber, von dem es schweizweit etwa 2800 gibt, ist zurück im Oberaargau und wird hier von 90 Prozent der Bevölkerung akzeptiert», so Referent Peter Lakerveld. Trotz Konflikten sei ein Zusammenleben des Menschen mit dem «für die Biodiversität wichtigen» Biber möglich. Er schwärmte von den 28 Exkursionen und 27 Medienberichten im Oberaargau.

«Ihr geht es sehr gut», so Christian Hedinger zur Helm-Azurjungfer. Er sprach von neuen Höchstständen. «Immer noch kritisch» sei die Situation bei der Geburtshelferkröte (Glöggli­frosch).

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