Der Sternen verglüht

Herzogenbuchsee

Seit 80 Jahren bewirtet die Familie Schmid in Herzogenbuchsee ihre Gäste. Ende August ist Schluss. Der Traditionsbetrieb wird einem Neubau ohne Gastronomie weichen.

Rudolf und Werner Schmid freuen sich auf eine Zukunft ohne ihr Wirtshaus.

Rudolf und Werner Schmid freuen sich auf eine Zukunft ohne ihr Wirtshaus.

(Bild: Beat Mathys)

Bis es so weit ist, werden noch viele Kaffees serviert, Biere gezapft und Cordons bleus herausgebraten im Sternen Herzogenbuchsee. Aber Ende August ist Schluss. Die Gebrüder Rudolf und Werner Schmid, die den Gastbetrieb seit 1982 mit ihrer Mutter Rosa führen, wollen aktiv den nächsten Lebensabschnitt planen.

Der Zeitpunkt stimmt

«Der Zeitpunkt und das Angebot des Investors aus der Schweiz sind so gut, dass wir nach vielen Abklärungen und Gesprächen zum Schluss kamen, die Liegenschaft mit dem Restaurant zu verkaufen und somit den Betrieb zu schliessen», sagt Werner Schmid. Seine Frau Béatrice und auch der Bruder Rudolf versichern, beim Entscheid sei nicht einfach der persönliche Gewinn im Vordergrund gestanden, sondern auch das Wohl der Nachbarschaft sowie der Gemeinde.

Was genau der neue Besitzer der Liegenschaft mit der Parzelle plant, lassen Schmids indes noch offen. «Aber unser Sternen wird verglühen und einem neuen Projekt Platz machen», sagt Béatrice Schmid, die nebenamtlich im Restaurant mithilft.

«Es entsteht keine neue Konkurrenz für unsere Mitbewerber.»Werner Schmid, Wirt

Ihr Mann wird etwas deutlicher: «Es entsteht keine neue Konkurrenz für unsere Mitbewerber.» Also wird es in Zukunft keinen Gastbetrieb mehr geben. Genaueres aber wollen die zukünftigen Besitzer erst in einigen Wochen bekannt geben.

Der Schritt erfolgt nicht aus einer Zwangssituation heraus. Die Gebrüder Schmid, die den Sternen mit der dazugehörigen Landwirtschaft führen, sind gesund und freuen sich nun auf eine spannende Zukunft. Alle Familienmitglieder arbeiten Hand in Hand, auch die jüngste Generation packt neben ihren beruflichen Herausforderungen nach wie vor gerne mit an. «Genau das erlaubt es uns, Zukunftspläne frei und so geschickt wie möglich zu schmieden», sind sich Schmids einig.

Speisen statt Gerüchte

Weil in ihrer Küche bis zum Ende des Sternens Speisen und nicht Gerüchte brodeln sollen, informierten Schmids nun ihre elf Teilzeitangestellten sowie die unmittelbare Nachbarschaft über den Neubeginn. So bleibe für alle genug Zeit, sich mit der geänderten Situation abzufinden. Und es sei nun auch klar, warum nach August keine Tische und keine Säle mehr reserviert werden könnten. Mehreren Vereinen wie den Schwingern, den Jodlern, dem Reitverein oder der Musikgesellschaft bleibt genügend Zeit,  neue Lokale zu finden, in denen sie sich zukünftig versammeln und ihre Trophäen, Fahnen und Wimpel zur Schau stellen wollen.

«Das Bewirten der Gäste, die tolle Zusammenarbeit mit all unseren guten Geistern, die vielen bereichernden Begegnungen, die wir im Sternen hatten, werden uns sehr fehlen», sagt Werner Schmid. Und doch freuen sich die Familienmitglieder auf das Kommende. «Wir sehen es als grosse Chance an», sind sie sich einig.

Langenthaler Tagblatt

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