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Das Leid mit den Leuchten

Im ganzen Stadtgebiet werden die veralteten Quecksilberdampf- durch neue LED-Lampen ersetzt. Diese sparen nicht nur Energie, sondern geben zudem mehr Licht – zum Ärger einiger Einwohner allerdings auch an unerwünschten Orten.

Die neue Helligkeit an der Eisenbahnstrasse hat bereits zu mehreren Reklamationen bei der Stadtverwaltung geführt.
Die neue Helligkeit an der Eisenbahnstrasse hat bereits zu mehreren Reklamationen bei der Stadtverwaltung geführt.
Olaf Nörrenberg

Samuel Köhli brachte das Thema an der letzten Stadtratssitzung aufs Tapet: Er freue sich, «dass nun auch in der Energiestadt Langenthal im Bereich der überalterten, verbrauchsintensiven Strassenbeleuchtung endlich der Fortschritt Einzug hält», richtete sich der SP-Stadtrat anlässlich der parlamentarischen Fragestunde an den Gemeinderat.

Allerdings würden die neu in­stallierten LED-Leuchten «eine ­unerklärlich grosse Lichtsstreuung» aufweisen und damit die Lichtverschmutzung verstärken, monierte er. Zumindest an der Eisenbahnstrasse, so sein konkretes Beispiel, sei die Strassenbeleuchtung nun schlicht über­dimensioniert – was weder im ­Sinne der Umwelt noch der Bevölkerung sei.

Den Vorgaben entsprechend

Tatsächlich seien bei der Stadt bereits verschiedentlich Reklamationen eingegangen wegen der neuen Strassenbeleuchtung, bestätigt Gemeinderat Pierre Masson (SP), zuständig für das Ressort Versorgung und Entsorgung, Energie und Umweltschutz. Weil die neuen Leuchten nun teils nicht mehr nur den Strassenraum, sondern auch die angrenzenden Privatgrundstücke beleuchteten.

Gross etwas dagegen unternehmen könne die Stadt aber nicht, hielt Masson bereits im Stadtrat fest. Die alten Quecksilberdampflampen, die nun nach und nach ersetzt werden, erfüllten die heutigen Anforderungen an die Sicherheit nicht mehr, erklärte er.

Die neue Lampengrösse, Lichtstärke und Ausleuchtung indes entspreche den Vorgaben in allen Belangen. Systembedingt sei es jedoch unvermeidbar, dass dadurch auch Flächen, die man an sich nicht ­beleuchten möchte, unnötig ausgeleuchtet werden.

Systembedingt heisst in diesem Fall, dass die neuen LED-Leuchten die veralteten Quecksilberdampflampen in den bestehenden Kandelabern ersetzen. 800'000 Franken hat der Gemeinderat dafür letztes Jahr gesprochen; mehr als 700 Lampen sollen damit bis Ende 2018 ausgetauscht werden und fortan rund 50'000 Franken jährlich an Energiekosten einsparen.

Zwar könnte der Strassenraum durchaus exakter ausgeleuchtet werden: Indem zusätzliche Kandelaber erstellt würden und kleinere LED-Lampen tiefer montiert. Eine solche Lösung, erklärt der Energieminister, käme allerdings weitaus teurer und für den Gemeinderat deshalb nicht in­frage.

Abhilfe in Einzelfällen

Lichtgeplagte Langenthalerinnen und Langenthaler werden sich an die neue Helligkeit zu nächtlicher Stunde also wohl oder übel gewöhnen müssen. Nur in vereinzelten Fällen könne man der Problematik mit einer leichten Veränderung des Lichkegels durch die Montage eines Blechs entgegenwirken, sagt Pierre Masson. Aufgrund der Sicherheitsvorgaben werde dies allerdings nicht überall möglich sein.

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