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Das Dorf zum Leben und zum Feiern

Die Gemeinde ist daran, ein Leitbild zu erarbeiten. Es wurde es der Bevölkerung präsentiert – und von den Interessierten gleich mit konkreten Wünschen ergänzt.

Rohrbach möchte einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Menschen. Foto: Nicole Philipp
Rohrbach möchte einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Menschen. Foto: Nicole Philipp

Manchmal ist der Weg zu einem Ziel fast noch wichtiger, als was schliesslich erreicht wird. Das treffe auch auf das Leitbild zu, das der Gemeinderat bis Ende Jahr verabschieden wolle, hält Elisabeth Spichiger, Gemeindepräsidentin von Rohrbach (SVP), fest. Liest man das Papier, das die Exekutive diese Woche an einem Informationsanlass der Bevölkerung vorstellte, stösst man in der Tat vor allem auf Gemeinplätze. So will die Gemeinde Rohrbach – übergeordnetes Ziel – einen respektvollen Umgang der Menschen miteinander und mit der Natur pflegen. Die Gemeinde will dabei mit gutem Beispiel vorangehen.

Wer will das nicht? Alles klingt ein bisschen nach Papiertiger. «Das wollten wir jedoch auf keinen Fall», wehrt sich die Gemeindepräsidentin, die sehr zufrieden auf einen arbeitsreichen Prozess zurückblickt. Ein Prozess, der diese Woche für die Gemeindepräsidentin und ihre Mitstreiter einen grossen Erfolg brachte: Gut 40 Rohrbacherinnen und Rohrbacher erschienen zu einem Informationsabend, einem sogenannten Echoraum.

Wieder einmal ein Dorffest

«Mit so vielen Leuten hatten wir nie gerechnet», hält Elisabeth Spichiger fest. Zudem hätten diese nicht nur die präsentierten Inhalte wohlwollend und anerkennend zur Kenntnis genommen, sondern vor allem bereits Massnahmen vorgeschlagen, mit denen die formulierten Ziele erreicht werden können. «Angeregt wurde zum Beispiel, wieder einmal ein Dorffest zu veranstalten.» Solche Massnahmen brauche es nun, damit Rohrbach seinem Anspruch, das «Dorf zum Läbe» zu sein, weiterhin gerecht werden könne.

«Mit so vielen Leuten hatten wir nie gerechnet.»

Elisabeth Spichiger, Gemeindepräsidentin (SVP)

Die Arbeit am Leitbild habe dem Gemeinderat und den involvierten Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung die Gelegenheit gegeben, vom Trott des Tagesgeschäfts Abstand zu nehmen und sich grundsätzlichere Gedanken zur Gemeinschaft zu machen, kommt Elisabeth Spichiger auf das zu sprechen, was die Involvierten auf dem Weg einsammeln konnten. Kundig begleitet wurden sie dabei von Marius Christen, Inhaber eines Beratungsbüros für Nachhaltigkeit in Bern und Mitarbeiter im Fachbereich Nachhaltigkeitsforschung der Universität Basel.

Ein neuer Wochenmarkt

Vor einem Jahr begann dieser die Arbeit, indem er die Beteiligten zusammentragen liess, was die Stärken und Schwächen ihrer Wohngemeinde sind. Über hundert Punkte kamen so zusammen, die von allen bewertet wurden. So kristallisierten sich vier Schwerpunkte heraus, die nun ins Papier eingeflossen sind. «Bis wir so weit waren, mussten alle viel Arbeit leisten», erklärt Elisabeth Spichiger und zeigt sich dankbar darüber, dass alle bereit waren, diese zu leisten. Zum Teil mussten sie für halbtägige Sitzungen am Arbeitsplatz freinehmen.

«Bis wir so weit waren, mussten alle viel Arbeit leisten.»

Elisabeth Spichiger, Gemeindepräsidentin (SVP)

Eine konkrete Massnahme, die zu allen vier Zielen des Leitbilds beiträgt, hat der Gemeinderat von Rohrbach bereits selbst an die Hand genommen: Vor vier Wochen rief er einen Wochenmarkt ins Leben. Eine Möglichkeit, sich zu versorgen und zu begegnen, die auf ein sehr positives Echo gestossen ist, wie Elisabeth Spichiger feststellt. «Von Mal zu Mal zählten wir mehr Besucher.» Und das noch vor der Eröffnung des Kiddy Dome, von dem man sich in Rohrbach ein zusätzliches Publikum verspricht.

Die Anregungen aus der Informationsveranstaltung will der Gemeinderat nun ins Leitbild einbauen. Genehmigen und in Kraft setzen will er es noch vor Ende des laufenden Jahres. Es soll dem Gemeinderat künftig als Planungs- und Führungsintrument dienen. Bis in Rohrbach das nächste Dorffest steigt, dauert es noch etwas länger.

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