Burger befürworten die Gesamtmelioration

Die ausserordentliche Burgergemeindeversammlung in Bleienbach hat einem Kredit von 400'000 Franken zugestimmt. Zweifel wurden keine laut.

Entlang der Altache zwischen Thörigen und Bleienbach soll Land umverteilt werden.

Entlang der Altache zwischen Thörigen und Bleienbach soll Land umverteilt werden.

(Bild: Christian Pfander)

Es war ein bedeutendes Geschäft, das an der ausserordentlichen Burgergemeindeversammlung in Bleienbach traktandiert war. Das Thema Gesamtmelioration, das die Gemeinden Thörigen, Bettenhausen und Bleienbach betrifft, lockte 43 von 118 Stimmberechtigten Burger in die Mehrzweckhalle.

Während Bettenhausen dem Beitritt zur Bodenverbesserungsgenossenschaft zugestimmt hatte, sagten die Thöriger Burger im Dezember deutlich Nein zum Regelwerk. Nun hatten die Bleienbacher mit der grössten Landfläche (102 Hektaren) der drei Gemeinden über einen Beitritt zu befinden. Es war ein Kredit von 400'000 Franken beantragt worden.

Es besteht Handlungsbedarf

Anders als in Thörigen blieb im Nachbardorf eine Überraschung aus: Nach nur wenigen Wortmeldungen folgten die Bleienbacher der Meinung des Burgerrates und sagten mit grossem Mehr (33 Stimmen) Ja zum Kredit. Zuvor hatte Burgerrat Fritz Sollberger über Sinn und Zweck der Gesamtmelioration orientiert: «Bleienbach kann von der Sanierung der Flurstrassen profitieren», betonte er.

Zudem befänden sich im Raum «Allmend» einige Brücken, die mittel- oder langfristig saniert werden müssten. Dringender Handlungsbedarf bestehe auch bei den Drainagen, die teilweise nicht mehr funktionieren und über 100 Jahre alt sind. Mit der Melioration könnten zudem die Parzellenform und die Grösse der zu bewirtschaftenden Flächen angepasst werden.

«Grössere Parzellen ermöglichen dem Pächter eine rationellere Bewirtschaftung», so Sollberger. Schwerpunkte bei der Melioration in Bleienbach werden beim Flugplatz, beim Einlaufstollen und beim Seeli (Vertrag mit Naturschutz) gesetzt. Ein Knackpunkt sei die Neuverteilung des Pachtlands. «Das soll möglichst transparent und gerecht stattfinden», erklärte Fritz Sollberger. «Nach der Melioration hat der Landwirt gleich viel Land wie vorher – abzüglich des allgemeinen Flächenabzugs von 2 bis 4 Prozent für Wegbauten, Gewässer und ökologische Massnahmen.»

«Kein Wagnis»

Zwei Drittel der Gesamtkosten seien durch Subventionen abgedeckt. Die sogenannten Restkosten würden in der Regel von Gemeinde und Eigentümer getragen. «Die Kosten fallen zudem nicht auf einmal an, sondern über 10 bis 15 Jahre», betonte Sollberger. Danach werde abgerechnet.

Auch ohne Melioration müssten in den nächsten Jahren Brücken- und Strassensanierungen, Drainagen und Neuvermessungen für 320 000 Franken investiert werden, gab er zu bedenken. «Wir lassen uns auf kein Wagnis ein. Wir können das aus unserer eigenen Kasse bezahlen», sagte Burgerpräsident Rolf Kneubühler.

Als nächster Schritt findet nun am 27. März die Abstimmungs- und Gründungsversammlung für die Bodenverbesserungsgenossenschaft statt. Diese kommt nur zustande, wenn ihr die Mehrheit der Grundbesitzer mit insgesamt mehr als der Hälfte der beteiligten Flächen zustimmt. Die Melioration umfasst 769 Hektaren Land von 209 Eigentümern.

Langenthaler Tagblatt

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