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Bürger hängen am alten Schulhaus

Trotz ­Diskussionen genehmigten die Stimmberechtigten den Kredit für den Wohnungsbau am Dorfplatz. Im Gemeinderat kommt es zu einem Abgang, dafür gibt es Verstärkung auf der Gemeindeschreiberei.

Sebastian Weber
Das alte Schulhaus kann ausgebaut werden. Es finden darin drei Mietwohnungen Platz.
Das alte Schulhaus kann ausgebaut werden. Es finden darin drei Mietwohnungen Platz.
Marcel Bieri

Das Ziel des Gemeinderates ist klar: Er möchte Wohnraum schaffen, damit den sinkenden Einwohnerzahlen entgegenwirken und gleichzeitig mehr Steuererträge erzielen.

Da passt das Projekt, im alten Schulhaus in Bollodingen drei Wohnungen einbauen zu lassen, gut in den Plan. «Solche Mietwohnungen werden gesucht», meinte Gemeindepräsident Urs Zumstein am Mittwochabend an der Gemeindeversammlung in Bettenhausen.

Diese Meinung teilten aber nicht alle der 39 anwesenden Stimmberechtigten. «Es kann sein, dass wir diese Wohnungen nicht so leicht vermieten können», gab einer von ihnen zu bedenken.

Er plädierte dafür, das Risiko an einen privaten Investor zu übergeben und den Antrag des Gemeinderates abzulehnen. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, ein solches Projekt umzusetzen. «Es ist kein öffentliches Interesse vorhanden.» Ein weiterer Votant teilte seine Befürchtungen.

«Emotionale Angelegenheit»

Urs Zumstein verteidigte das Projekt und gab unter anderem zu bedenken, dass ein Verkauf der Liegenschaft am Dorfplatz nicht nachhaltig wäre. Unterstützung erhielt er auch aus dem Plenum.

«In dem Haus steckt viel Herzblut», meldete sich einer der Anwesenden zu Wort; «das alte Schulhaus ist für mich eine emotionale Angelegenheit», meinte ein anderer. Beide befürworteten das Projekt. Schliesslich wurde der Kredit von 1,2 Millionen Franken mit 32 Ja- zu 4 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen deutlich genehmigt.

Damit ereilt das alte Schulhaus ein anderes Schicksal als die ebenfalls gemeindeeigene Liegenschaft Dorfstrasse 3. Diese ­befindet sich in einem komplett sanierungsbedürftigen Zustand.

Eine Sanierung jedoch, das habe eine Machbarkeitsstudie gezeigt, sei schwierig, sagte Zumstein. Der Gemeinderat beabsichtigt nun, die Liegenschaft zu verkaufen.

Sanierung verzögert sich

Neuigkeiten gab es im Traktandum Verschiedenes auch, was die Sanierung und Erneuerung des Kinderspielplatzes neben dem alten Schulhaus in Bollodingen angeht. Hierfür hatten die Stimmbürger bereits Ende 2016 einen Kredit von 60'000 Franken genehmigt.

Nun teilte Zumstein der Versammlung mit, dass sich die Einweihung des Platzes bis nächstes Jahr verzögert. Der Grund: Die entsprechende Parzelle befindet sich in der Landwirtschaftszone. Das war in der Vergangenheit kein Problem. Nun aber, wo saniert werden soll, greift das Amt für Gemeinden und Raumordnung ein.

Zum Unmut des Gemeindepräsidenten bietet der Kanton aber nicht Hand für ein vereinfachtes Verfahren. Weshalb das Land, das nie landwirtschaftlich genutzt worden ist, nun im Zuge der Ortsplanungsrevision in eine Zone für öffentliche Nutzung umgezont werden soll.

Weiter informierte Urs Zum­stein über zwei personelle Wechsel: Claudia Kiener (Soziales, Gesundheit, Kultur) hat den Gemeinderat informiert, dass sie Bettenhausen Anfang 2018 in Richtung Herzogenbuchsee verlässt. Sie wird daher ihre Demission per Ende Jahr einreichen.

Für Gemeindeschreiberin Regula Roth, die im Mai ihren letzten Arbeitstag hatte, konnte die Gemeinde Naomi Appel als Nachfolgerin präsentieren. Die neue Gemeindeschreiberin nimmt ihre Arbeit am 3. Juli auf.

Um im Rahmen der generellen Entwässerungsplanung Abwasserkanalspülungen, -aufnahmen sowie eine Zustandsanalyse durchführen zu können, hat die Versammlung einen Kredit von 75'000 Franken genehmigt.

Gutgeheissen wurde auch ein Kredit in Höhe von 240'000 Franken für den Hochwasserschutz. Für das Projekt, das unter anderem den Bau eines Damms vorsieht, war bereits 2015 ein Kredit in Höhe von 140'000 Franken genehmigt worden.

Nun muss der weitere Verlauf der Arbeiten sichergestellt werden, unter anderem geht es um 150'000 Franken für das Ingenieurhonorar. Der endgültige Bauentscheid kommt voraussichtlich im Dezember zur Abstimmung.

Unbestritten war auch die Rechnung: Diese schliesst im Gesamthaushalt mit einem Aufwandüberschuss von rund 51'000 Franken. Budgetiert war ein solcher von rund 160'000 Franken.

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