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Blaues Auge für Rotseher

Zu einer bedingten Freiheitsstrafe und einer unbedingten Geldstrafe wurde am Mittwoch ein Oberaargauer verurteilt, der seine damalige Freundin verletzt und mehrmals in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Für das Gericht ist erwiesen, dass der Oberaargauer immer wieder mit Gewalt versucht habe, seine Freundin unter Kontrolle zu halten.
Für das Gericht ist erwiesen, dass der Oberaargauer immer wieder mit Gewalt versucht habe, seine Freundin unter Kontrolle zu halten.
Urs Baptista

Sie sagte, er habe sie aus Eifersucht mit Worten, Schlägen und einem absichtlichen Crash ins Heck ihres Autos terrorisiert. Er erwiderte, das stimme nicht, und wenn vielleicht doch, sei alles nur halb so wild gewesen.

Sie behauptete, seinetwegen «dem Tod ins Auge gesehen zu haben». Er versicherte – obwohl wegen Drohung und Nötigung vorbestraft –, keiner Fliege etwas zuleide tun zu können.

Anderthalb Tage nahm sich Einzelrichterin Nicole Fankhauser vom Regionalgericht Emmental-Oberaargau Zeit, sich die sehr unterschiedlichen Geschichten des angeblichen Opfers und des mutmasslichen Täters sowie die Meinungen des Staatsanwaltes, des Verteidigers des Beschuldigten und des Rechtsvertreters des angeblichen Opfers anzuhören.

Am Mittwochabend verurteilte ­Nicole Fankhauser den albanischstämmigen Mann aus dem Oberaargau wegen mehrfacher Nötigung und Drohung, einfacher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten, einer unbedingt verhängten Geldstrafe von 13'000 Franken und einer Busse von 500 Franken.

Weiter muss er die Verfahrenskosten von 17'000 Franken berappen, der Klägerin die Anwaltskosten von 12'000 Franken entrichten und ihr eine Genugtuung von 2000 Franken überweisen.

Für das Gericht sei erwiesen, dass er als rasend eifersüchtiger Zeitgenosse schon wegen Nichtigkeiten rotgesehen und immer wieder mit Gewalt versucht habe, seine damalige Partnerin unter seiner Kontrolle zu halten, sagte Fankhauser.

Die Freiheitsstrafe spreche sie bedingt aus, weil der Verurteilte nicht mehr mit der Frau zusammen sei und folglich die Hoffnung bestehe, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. Das Urteil sei als «Denkzettel» zu verstehen.

«In Ihrem Alter ist es an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen», gab sie dem 27-Jährigen, der nach wie vor bei seinen Eltern wohnt und seinen Verteidiger vom Vater bezahlen lässt, mit auf den Weg.

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