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Bald sind die Aufständischen zurück

Eine grosse Kiste soll es werden. Und über die Region hinausstrahlen. Der Verkehrs- und Tourismusverein Pro Regio will mit einem Freilichtspiel die Geschichte des Schweizerischen Bauernkriegs aufarbeiten.

Freuen sich auf das Projekt: OK-Präsident Andreas Christen (links) und Pro-Regio-Geschäftsführer Walter Rohrbach beim Austragungsort.
Freuen sich auf das Projekt: OK-Präsident Andreas Christen (links) und Pro-Regio-Geschäftsführer Walter Rohrbach beim Austragungsort.
Thomas Peter

«...und nun haben wir brandneue Informationen für euch», kündigte Pro-Regio-Geschäftsführer Walter Rohrbach an der Hauptversammlung des Tourismusvereins an. Denn nur wenige Stunden zuvor hatte der Vorstand den definitiven Beschluss gefasst: 2020 werden in Huttwil Freilichtspiele stattfinden.

«Wir wollten mal etwas Grosses auf die Beine stellen», sagt Andreas Christen. Er wird das zehnköpfige Organisationskomitee präsidieren. Und Walter Rohrbach meint weiter: «Es soll ein Anlass werden, der über die Region hin­ausstrahlt.» Blicke man auf die Landkarte, so steche im Gebiet um Huttwil einzig die Schaukäserei in Affoltern heraus, sagt er. Ihr Ziel sei es, weitere attraktive Punkte in der Region zu schaffen. «Daran müssen wir fortwährend arbeiten.»

Ein historisches Stück

Sie hätten sich aber nicht einfach eines Gotthelfstücks annehmen wollen, das überall aufgeführt werden könnte, sagt Rohrbach. «Wir möchten ein historisches Stück machen.» Ein bestimmtes geschichtliches Ereignis passt perfekt in die Pläne des Tourismusvereins. Denn Huttwil war ein zentraler Schauplatz während des Schweizerischen Bauernkriegs von 1653.

«Der Bauernkrieg ist ein Trauerspiel der bernischen Politik.»

Walter Rohrbach, Geschäftsführer Pro Regio

Nach der Anschaffung der 140 hölzernen Markthäuschen für die Themenmärkte ist das Freilichttheater das grösste Projekt von Pro Regio. Eine grosse Kiste hat auch ihren Preis: Das OK rechnet mit einem Budget von rund 450 000 Franken. «Das ist aber lediglich ein erster Entwurf», sagt Walter Rohrbach. Für einen Anlass, der über die Region hinausstrahlen soll, sei beispielsweise die Werbung teurer.

Regie wird der Schauspieler und Regisseur Schang Meier aus Escholzmatt führen. Er wohnte viele Jahre im Städtli und hat bis heute einen Bezug zu Huttwil. Als Autor konnte Pro Regio den Schriftsteller Gerhard Meister verpflichten. «Als gebürtiger Rüderswiler ist er geradezu prädestiniert dafür», sagt Walter Rohrbach. Denn aus Rüderswil kam auch Niklaus Leuenberger, der 1653 die Untertanen anführte.

«Wir wollten mal etwas Grosses auf die Beine stellen.»

Andreas Christen, OK-Präsident Freilichttheater

Meisters Auftrag: Das Theater soll dem Aufführungsgelände angepasst sein. Das Schauspiel wird im Bäch in Schwarzenbach neben dem Spycherhandwerk stattfinden. «Dieser Aufführungsort ist einfach genial», sagt Andreas Christen. Besonders gut geeignet sei das Grundstück unter anderem, weil es eine Naturtribüne biete. Die 464 Zuschauer werden also am Hang sitzen und auf den Schauplatz hinunterblicken.

Etwas für die Zukunft

Anfänglich war das Huttwiler Städtli als Austragungsort angedacht. Dort hätten sie aber zu wenig Platz, sagt Walter Rohrbach. «Ausserdem fanden die Zusammenkünfte der Bauern 1653 sicher auch ausserhalb des Städtli statt.» Für die Infrastruktur will Pro Regio mit dem Spycherhandwerk zusammenarbeiten. Die 16 Aufführungen sind für den Zeitraum von 9. Juli bis 2. August 2020 geplant.

Zwar hätten im Freilichtspiel durchaus weiche Faktoren wie ­etwa eine Liebesgeschichte Platz, sagt der Geschäftsführer. Aber: «Der Bauernkrieg ist ein Trauerspiel der bernischen Politik.» Mit der Inszenierung arbeitet Pro Regio die Vergangenheit auf. Gleichzeitig möchte der Verein etwas für die Zukunft schaffen: Wie die Madiswiler Vereine alle zehn Jahre die Ortssage vom Linksmähder aufführen, will auch Pro Regio den Bauernkrieg künftig in regelmässigen Abständen wieder aufleben lassen.

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