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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Eigentlich besteht in Langenthal der Auftrag, die städtischen Spielplätze auf Vordermann zu bringen. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten.

Ein Vorstoss im Stadtrat verlangt, dass gleichzeitig mit der Sanierung des Kugelfangs die Aufwertung des benachbarten Kinderspielplatzes an die Hand genommen wird.
Ein Vorstoss im Stadtrat verlangt, dass gleichzeitig mit der Sanierung des Kugelfangs die Aufwertung des benachbarten Kinderspielplatzes an die Hand genommen wird.
Marcel Bieri

Im Sommer 2012 bewilligte Langenthals Stadtrat einen Kredit von 1,8 Millionen Franken und ein Konzept für die Sanierung und den Bau von Kinderspielplätzen. Ursprünglich vorgesehen war, zehn Spielplätze zu erneuern und drei neue zu bauen. Realisiert sein sollte das alles gemäss damaligem Zeithorizont bis spätestens 2021.

Der Stadtrat ermächtigte den Gemeinderat, die einzelnen Projekte zu bewilligen und sie zulasten des abgesegneten Kredits zu finanzieren – auch wenn die Kredithöhe im einzelnen Fall die ordentliche Finanzkompetenz des Gemeinderats übersteigen sollte.

Haldeli, Rumipark und Kreuzfeld

Auf diese Weise seien bislang drei Spielplätze projektiert, bewilligt und auch umgesetzt worden, orientiert Stadtschreiber Daniel Steiner über die Umsetzung des Spielplatzkonzepts. Die Rede ist von den Spielplätzen Haldeli, Rumipark und Kreuzfeld 1.

Dass nicht noch weitere Plätze realisiert worden sind, begründet Steiner so: «Die Umsetzung des Konzepts wurde im Rahmen der Investitionsplanungen sistiert beziehungsweise auf spätere Jahre verschoben.» Momentan laufe die Erarbeitung des neuen Investitionsplans 2018 bis 2022. In dessen Rahmen werde sich der Gemeinderat mit der Situation befassen.

Erhalten Spielplätze mehr Gewicht?

Langenthals neu gewählte Exekutive wird also darüber befinden müssen, ob sie dem Spielplatzkonzept bei der Umsetzung wieder mehr Gewicht geben will. Geht es nach Stadtpräsident Reto Müller (SP), darf daran eigentlich kein Zweifel bestehen: «Der Stadtrat hat 2012 einen Beschluss gefasst. Wir haben einen Auftrag und müssen ihn umsetzen.»

Müller lässt durchblicken, dass ihn die Beinahesistierung des Geschäfts geärgert hat. Entsprechend will er nun Gegensteuer geben – schliesslich hat der Stadtpräsident im letztjährigen Wahlkampf unter vielen anderen Zielen folgendes postuliert: Die Spielplatzerneuerungen seien weiterzuführen und neue Spielplätze eventuell zu schaffen.

Einen solchen könnte sich Reto Müller im Gebiet Hard vorstellen – als «Leuchtturm­projekt» quasi. Er äugt in diesem Zusammenhang nach Lotzwil und Thunstetten, wo entsprechende Spielplätze als Aushängeschilder schon bestehen. Kinder fänden hier zweckmässige Spielgeräte vor. In eine ähnliche Richtung soll deshalb das Projekt im Langenthaler Hardgebiet gehen.

Wobei noch überhaupt nichts entschieden ist: Reto Müller habe eine entsprechende Eingabe in den Investitionsplan 2018 gemacht, wie er sagt. Das letzte Wort hat der Gemeinderat. Fahrt aufnehmen sollte die Umsetzung des Spielplatzkonzepts laut Reto Müller aber noch aus einem anderen Grund: Die Stadt habe im vergangenen Jahr deutlich weniger investiert als im Budget vorgesehen. Zum Teil, weil die Projekte effektiv günstiger ausgefallen sind. Zum Teil aber auch, weil gewisse Projekte hinausgeschoben wurden oder sich verzögert haben.

Letztlich hat die Stadt 2016 zulasten des steuerfinanzierten Haushalts 6 Millionen Franken netto investiert. Im Investitionsplan vorgesehen war aber eine Summe von total 11 Millionen. Also 5 Millionen weniger als budgetiert. Das entspricht einer Realisierungsquote von gerade mal 55 Prozent. Bei dieser Zahl würde ein Spielplatz doch durchaus wieder einmal drinliegen, sagt der Stadtpräsident.

Keine Aussagen zur Motion Steiner

Die eingebrachten Anliegen von Daniel Steiner-Brütsch bezüglich des Spielplatzes auf dem Hinterberg und des dortigen Kugelfangs kommentiert Reto Müller derweil nicht.

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