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Ammann Group: «Die geplanten Schritte sind nicht nachvollziehbar»

Nach dem angekündigten Stellenabbau bei der Ammann Group sitzt der Schock tief. Die Betroffenen versuchen nun, mit Lösungsansätzen die Geschäftsleitung doch noch umzustimmen.

Sind Jobs zu retten? Ammann soll derzeit neue Vorschläge prüfen.
Sind Jobs zu retten? Ammann soll derzeit neue Vorschläge prüfen.
Keystone

Die Gemüter haben sich in und um Langenthal nur langsam beruhigt. Die Ende Mai von der ­Ammann Group angekündigte Auslagerung von 130 Stellen an Standorte in Deutschland und Italien hat überall in der Region tief betroffen gemacht.

Die Gewerkschaft Unia hat sich kurz darauf mit der Personalkommission der Ammann-Gruppe sowie den Betroffenen an einen Tisch gesetzt und ein Vorschlagspaket ausgearbeitet.

Dieses hat die Unia am Mittwoch zusammen mit den Angestellten an die Geschäftsleitung um CEO Hans-Christian Schneider übergeben. Mit dem Ziel, so viele Langenthaler Arbeitsplätze wie nur möglich zu retten.

Massnahme genau analysiert

Das 30-seitige Dokument, das innerhalb dreier Arbeitsgruppen entstanden ist, bindet sich an «gewisse Vertraulichkeiten», wie Manuel Wyss, Branchenleiter bei der Unia, gegenüber dieser Zeitung sagt. Deshalb könne er auch nur wenig Auskunft geben.

Grundsätzlich analysierten die Arbeitsgruppen die Begründung von Ammann, auf einen Schlag derart viele Stellen ins Ausland zu verlagern. Weiter hätten sie detailliert Kosten in der Produktion aufgerechnet und dargelegt, wie die Stellen zu halten seien.

Für das schlechteste aller Szenarien, den kompletten Abbau von 130 Stellen in Langenthal bis Mitte 2018, hat die Unia nach Lösungen gesucht, damit die Betroffenen den Sozialplan sowie mögliche Aus- und Weiterbildungen nützen können. Laut Wyss steht die gesamte Belegschaft hinter diesen Vorschlägen, und sie fordert die Ammann Group dazu auf, ihre angekündigten Pläne nochmals genau zu überprüfen.

Angeblich seien einige wichtige Aspekte von der Geschäftsleitung bei der Beurteilung nicht einbezogen worden. Unia-Branchenleiter Wyss sagt weiter: «Unser Dokument legt grosse Zweifel dar. Die geplanten Massnahmen sind nicht nachvollziehbar.»

«Wir nehmen keine Stellung»

Die Unia fordert Ammann nun auf, das Vorschlagspaket seriös zu prüfen und in den nächsten Tagen Stellung zu beziehen. Wie es danach weitergeht, ist unklar.

Auf Anfragen bei der Ammann Group hin verweist Serge Wüthrich, Präsident der Personalkommission, auf Pressesprecher Daniel Müller. Dieser sagt am Telefon kurz und knapp: «Wir nehmen dazu keine Stellung.»

Dabei bleiben noch einige wichtige Fragen offen im Raum stehen: Etwa, was die Geschäftsleitung zum ausführlichen Dokument von Unia, Personalkommission und Belegschaft sagt. Oder was die erwähnten Lösungsvorschläge genau beinhalten. Und vor allem auch, wie ernst die Führung von Ammann diese nimmt. Ist ein moderaterer Stellenabbau in Langenthal überhaupt eine denkbare Option?

Ammann bezeichnet die Produktion ihrer Herzteil-Komponenten in einem Communiqué als «seit geraumer Zeit defizitär».

Die sinkende Nachfrage im Kernmarkt Europa sowie der starke Schweizer Franken hätten die Situation zusätzlich verschärft und zu einem erheblichen Preisdruck geführt. Eine Verbesserung des Marktes und der Nachfragesituation sei nicht in Sicht.

International verankert

Nebst dem Hauptsitz, der Forschungsabteilung, der Komponentenproduktion sowie der Entwicklung von Automations- und Softwarelösungen in Langenthal verfügt die Ammann-Gruppe über drei weitere Produktionsstandorte in Deutschland sowie je einen Standort in Italien, Tschechien, Brasilien, China und Indien.

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