Aller guter Dinge sind drei

Der SC Langenthal feiert in der Marktgasse und auf dem Wuhrplatz mit der ganzen Stadt seinen Meistertitel. Gleichzeitig verabschiedet der Verein auch altgediente Spieler.

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Auf ihrem Triumphzug fahren Trainer und Betreuer auf einem historischen Löschfahrzeug der Buchser Feuerwehr durch die Marktgasse, die Spieler zusammengepfercht auf der Ladefläche eines Bierlieferwagens. Zu diesem Zeitpunkt sind die Trottoirs bereits gut gefüllt, der Wuhrplatz ist zum Bersten voll.

Fahnen wehen über der Strasse und werden in der Menschenmenge geschwenkt – eine Stadt sieht gelb-blau. Eigentlich hätte der SC Langenthal an diesem Samstag sein erstes Spiel in der Ligaqualifikation spielen können. Doch es kam alles anders, und so ist die Saison nach vier Siegen im Finale gegen den HC La Chaux-de-Fonds bereits zu Ende.

Während der Umzug durch die Gassen eher träge verläuft, kommt auf dem Wuhrplatz mehr Stimmung auf. Zumindest, als sich die Mannschaft erstmals auf der Bühne zeigt. Die Stadt wollte etwas zum Fest beitragen, liess 3000 Shirts bedrucken und an die Fans verteilen. Stadtpräsident Reto Müller (SP) nützt die Gelegenheit, für den SC Langenthal und das Stadionprojekt zu weibeln.

Jetzt bleibe eigentlich noch die Frage, ob man fertig geträumt habe. «Ich habe nämlich noch einen Traum», sagt Müller und fragt die Menge: «Wollt ihr ein neues Stadion? Wollt ihr wieder Meister werden? Und wollt ihr aufsteigen?» Dafür erntet er Applaus. Müller sagt, er glaube daran. Träumen alleine aber reiche nicht. Im Herbst stehe eine wichtige Abstimmung zur Zukunft des Eissports in Langenthal an. Diese gelte es zu gewinnen, und dafür brauche es die Unterstützung der ganzen Bevölkerung.

Pünktlich ist Schluss

Der Pokal ist an diesem eher kühlen Nachmittag allgegenwärtig. Spieler stemmen ihn in die Höhe, Fans schiessen ein Erinnerungsfoto mit ihm. Doch an dieser Meisterfeier geht es nicht alleine um den Pott, sondern auch um jene Spieler, die den Verein verlassen werden. Der prominenteste unter ihnen ist Brent Kelly.

Der Kanadier spielte während neun Jahren im Oberaargau und schoss sich mit seinen Toren in die Herzen der Fans. Er wird bald zu seiner Familie in die alte Heimat zurückkehren. Der SCL verabschiedete ihn und auch Jeff Campbell, der dem Club zwar erhalten bleibt, mit einer Bilder-und-Video-Hommage. Da blieben selbst die Augen des sonst eher zurückhaltenden Kelly nicht trocken.

Anschliessend unterschreiben die SCL-Spieler während Stunden Autogramme, Trikots und Fanschals. Ihre Müdigkeit verstecken viele hinter Sonnenbrillen, denn erst am Vortag kamen sie offenbar von einem Ausflug in Barcelona zurück. Kurz vor 18 Uhr leert sich das Stadtzentrum, und die Fans verlagern sich in Restaurants oder Bars. Trotz Meisterfeier will der Wuhrplatz schliesslich pünktlich aufgeräumt sein.

jpw

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