Huttwil

Hotel Kleiner Prinz: Gemeinde lässt Pächtern Vorrang

HuttwilNeuigkeiten zum Hotel Kleiner Prinz gab es an der Gemeindeversammlung: Der Gemeinderat hat die Verkaufsverhandlungen mit dem Wirtepaar abgebrochen. Er setzt auf die neuen Pächter.

Die Gemeinde wartet: Die neuen Pächter des Hotels Kleiner Prinz, Kathrin und Ernst Nägeli, haben Interesse an einem Kauf.

Die Gemeinde wartet: Die neuen Pächter des Hotels Kleiner Prinz, Kathrin und Ernst Nägeli, haben Interesse an einem Kauf. Bild: Andreas Marbot

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Vor einem halben Jahr sorgte die Zukunft des Hotels Kleiner Prinz für ein volles Haus an der Hutt­wiler Gemeindeversammlung im Mohrensaal. 169 Stimmberechtigte marschierten auf, immerhin fast jeder zwanzigste. Am Dienstagabend war die Traktandenliste nüchterner, entsprechend bescheidener war der Andrang:

80 Anwesende wurden gezählt (2,3 Prozent von 3426). Wer kam, erfuhr jedoch das Neueste zum «Mohren», wie die Huttwiler ihren Traditionsbetrieb immer noch liebevoll nennen, obschon das in den Ohren des Wirtes weniger lieblich klingt.Im Verschiedenen informierte Gemeindepräsident Hansjörg Muralt (SVP), dass der Gemeinderat die Verhandlungen mit dem Wirtepaar Graber abgebrochen hat und auch auf ein eingeräumtes Vorkaufsrecht vorerst zugunsten der neuen Pächter, Kathrin und Ernst Nägeli, verzichtet. Denn ein solches enthält der zweijährige Pachtvertrag, den die Wirtefamilie Graber mit Nägelis abschloss.

Knackpunkt Entschädigung

Stattdessen führt der Gemeinderat nun Verhandlungen mit den neuen Pächtern für die künftige Nutzung des Saals durch Vereine, Schule und Gemeinde. Diesbezüglich bestünden noch unterschiedliche Vorstellungen über die zu leistende Entschädigung für die Aufrechterhaltung des Saalangebotes, erklärte Hansjörg Muralt.

Es wurde vereinbart, dass beide Seiten nun ihre Berechnungen offenlegen und auf der Basis dieser Fakten eine Lösung gesucht wird. Bis Ende April 2016 konnte die Saalnutzung noch mit Familie Graber geregelt werden.

Bis sie die Neuigkeiten zum «Mohren» erfuhren, mussten sich die Teilnehmer der Gemeindeversammlung allerdings gedulden. Zuerst galt es die ordent­lichen Traktanden abzuarbeiten. Zu Diskussionen Anlass gaben diese nicht. Zum Budget hatten die Freien Wähler im Vorfeld der Versammlung Fragen gestellt (wir berichteten).

Spielraum besteht

Alexandra Zürcher, Finanzverwalterin ad interim, beantwortete diese in ihren mündlichen Erläuterungen. Sie zeigte auf, dass bei den beiden Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser durchaus noch Luft vorhanden ist, um das Abgleiten in eine Unterfinanzierung abzuwenden, wie sie gemäss den Tabellen des Finanzplanes droht.

Im Juni 2013 hatte die Gemeindeversammlung den Gemeinderat in einer Konsultativabstimmung beauftragt, künftig ausgeglichene Budgets vorzulegen. Der Rat sei sich dessen durchaus bewusst, erklärte Marcel Sommer, Ressortvorsteher Finanzen (SVP). Angesichts des heftigen Entwicklungsschubes, den Huttwil gegenwärtig erlebe, erachte es der Gemeinderat jedoch nicht als opportun, die Attraktivität durch höhere Steuern oder ausgedünnte Dienstleistungen zu schmälern. Die Steueranlage bleibt unverändert bei 1,65 Einheiten; bei einem Umsatz von 22 Millionen Franken resultiert ein Verlust von 126 000 Franken.

Unbestritten

Unbestritten blieben auch die weiteren Geschäfte: der Nach- und Ergänzungskredit für das ­gemeinsame Hochwasserschutzprojekt mit Rohrbach und Madiswil, ein Verpflichtungskredit von 650 000 Franken für die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges der Feuerwehr sowie eine weitgehend formale Teilrevision des Wahlreglements.

An der Gemeindeversammlung mochten sich die Stimmberechtigten von Huttwil nicht gross zu Wort gemeldet haben, im zu Ende gehenden Jahr waren sie trotzdem gefordert, wie der Gemeindepräsident wiederum im Traktandum Verschiedenes feststellte: Mit dem Brunnenplatz und dem Schwimmbad wurden im Sommer wichtige Geschäfte in eine Mitwirkung gegeben. Die Auswertung werde im Februar vorliegen, versprach Hansjörg Muralt.

Weiter eine Baustelle

Zudem ist Huttwil immer noch eine grosse Baustelle. Auch nächstes Jahr werde dies nicht anders sein, selbst wenn der neue Bahnhof nun langsam Gestalt annehme, erfuhren die Versammlungsteilnehmer: In diesen Tagen wird mit dem Abbruch auf dem ehemaligen Landi-Areal begonnen, damit nächstes Jahr dort der Neubau für Coop erstellt und der Kreisel beim Bahnhof fertiggestellt werden könne. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.12.2015, 19:11 Uhr

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