Bannwil

Es kommt zur Kampfwahl

Bannwil Die Nachfolge von Bannwils Gemeindepräsident Rolf Reber schien bereits geregelt. Jetzt stellt sich dem bisherigen Vize Marc Trinkler überraschend auch zur Wahl.

Für Marc Trinkler (links) kommt nach 12 Jahren im Gemeinderat nur noch das Präsidium infrage. Aber auch Karl Friedli will Prädisent werden.

Für Marc Trinkler (links) kommt nach 12 Jahren im Gemeinderat nur noch das Präsidium infrage. Aber auch Karl Friedli will Prädisent werden. Bild: PD

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Damit hatten im Dorf wohl die wenigsten gerechnet. Bis vor kurzem offenbar nicht einmal Karl Friedli selber. Tatsächlich, sagt der 40-Jährige auf Anfrage, sei sein Entscheid am Ende doch sehr kurzfristig gefallen. Bis letzten Freitag konnten Vorschläge eingereicht werden für die bevorstehenden Bannwiler Gemeindewahlen vom 25. November.

Erst kurz vor Ablauf der Frist hat Gemeinderatsmitglied Friedli seine Bewerbung fürs Präsidium eingereicht. Es kommt somit zur Kampfwahl im Dorf mit seinen knapp 700 Einwohnern und Einwohnerinnen. Denn schon lange ist bekannt, dass sich auch der bisherige Vize Marc Trinkler ums Präsidium bewirbt.

Bereits vorbereitet

Überhaupt schien bereits alles geritzt zu sein diesen Sommer: Trinkler, der dem Gemeinderat seit 12 Jahren angehört und deshalb als einfaches Mitglied nicht mehr infrage kommt, würde der fünfköpfigen Exekutive als Präsident erhalten bleiben. Es sei eine Lösung, wie sie im Gemeinderat an sich vorbesprochen und auch bereits vorbereitet worden sei, sagte am Dienstag Noch-Präsident Rolf Reber.

So wurde Trinkler etwa mit der aktuellen Personalfrage betraut, gilt es doch nach dem Weggang von Antonia Waber die Verwaltungsleitung und Finanzverwaltung neu zu besetzen (wir berichteten). Und auch für den heutigen Sitz von Trinkler im Gemeinderat wurde schon frühzeitig ein Nachfolger gesucht. Wie die Gemeinde am Dienstag informierte, ist es der 48-jährige Landwirt Urs Meyer, der ab 2019 neu Einsitz nimmt im Rat.

Entsprechend überrascht von Friedlis Kandidatur ist angesichts dieser Vorarbeiten nicht nur Gemeindepräsident Reber. Auch Marc Trinkler wurde von seinem Ratskollegen erst vor einer Woche über dessen Entscheid in Kenntnis gesetzt. Dazu äussern wollte sich der 50-Jährige am Dienstag nicht.

«Ich muss das Ganze sich nun erst einmal etwas setzen lassen.» Seiner Motivation fürs Präsidium, so der Vater zweier erwachsener Töchter und Regionalleiter bei der Jowa-Bäckerei, tue die veränderte Ausgangslage indes keinen Abbruch. 

Keine Kritik

Er wisse, dass sein Entscheid überraschend komme, sagte am Dienstag Karl Friedli, der dem Gemeinderat seit vier Jahren angehört und heute das Ressort Bau und Liegenschaften betreut. Das heisse aber nicht, dass er sich nicht bereits längere Zeit mit der Idee auseinandergesetzt habe.

Mit seinem Arbeitgeber und seiner Frau habe er sich schon Ende 2017 vorbesprochen, sagt der dreifache Vater und gelernte Käser, der als Produktionsplaner bei Emmi tätig ist. Im Sommer habe er auch dem Gemeinderat mitgeteilt, dass er sich fürs Präsidium zur Verfügung stellen würde, sofern Marc Trinkler kein Interesse bekunden sollte.

Ein Sitz unbesetzt

Trinkler aber wollte. Und trotzdem hat sich jetzt auch Friedli beworben. Ist seine Kandidatur als Kritik an seinem Kollegen zu verstehen? «Überhaupt nicht», winkt Friedli ab. «Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass im Gemeinderat zu wenig gemacht worden wäre in den letzten Jahren.»

Allerdings habe er so sehr Gefallen gefunden am gesamten Gemeinwesen, dass er sich nun auch als Präsident gerne für das Dorf, in dem er schon aufgewachsen ist, einsetzen wolle.

Während es beim Präsidium zum Duell kommt, sind beim Gemeinderat und bei den Kommissionen nicht mehr Vorschläge eingereicht worden, als Sitze zu vergeben sind. Zur Wahl kommt es am 25. November deshalb einzig bei der Umweltkommission, wo einer der vier Sitze noch nicht besetzt werden konnte.

Der Gemeinderat hoffe, bis zum Wahltag doch noch einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden, sagt Rolf Reber. Und würde Herausforderer Karl Friedli tatsächlich zum Präsidenten gewählt? Dann werde es Aufgabe des neuen Gemeinderates sein, alsbald ein neues Mitglied zu finden, sagt der Noch-Präsident.

Bereits gewählt sind: Gemeinderat: Daniel Bläsi, Karl Friedli, Thomas Röthlisberger (alle bisher), Urs Meyer (neu). Baukommission: Dominik Staub, Hugo von Siebenthal (beide bisher), Hannes Lehmann, Hans Portner (beide neu). Bildungskommission: Regula Heiniger, Corinne Stalder (beide neu). Umweltkommission: Ueli Gutknecht, Marco Kropf (beide bisher), Daniel Lauber (neu). (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.10.2018, 20:03 Uhr

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