Bannwil

Ein bisschen Wahlkampf

BannwilSeit Jahren fehlt es in Bannwil an Kandidierenden für politische Ämter. Zumindest beim Präsidium hat das eine kleine Gruppe von Stimmberechtigten jetzt geändert.

Rolf Reber (links) und Peter Friedli haben 2014 einen Weg eröffnet. Aktuell ziehen der Noch-Gemeindepräsident und der damalige Burgerpräsident aber nicht am gleichen Strick.

Rolf Reber (links) und Peter Friedli haben 2014 einen Weg eröffnet. Aktuell ziehen der Noch-Gemeindepräsident und der damalige Burgerpräsident aber nicht am gleichen Strick. Bild: Andreas Marbot

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Seit Mitte Oktober steht fest: Es kommt am 25. November zur Kampfwahl für das Bannwiler Gemeindepräsidium. Sowohl Vizegemeindepräsident Marc Trinkler wie auch Gemeinderat Karl Friedli bewerben sich um die Nachfolge von Noch-Präsident Rolf Reber. Wobei mit Friedlis Kandidatur bis vor kurzem fast keiner gerechnet hatte im 700-Seelen-Dorf. Im Gegenteil: Trinklers Wahl schien schon fast besiegelt; und entsprechend ist der 50-Jährige vom Gemeindepräsidenten bereits aufs neue Amt vorbereitet worden.

Dass es nun anders gekommen ist, als allgemein erwartet wurde, sorgt in Bannwil nicht nur für Begeisterung. Zumal der Gemeinderat nicht etwa von jemand Aussenstehendem, sondern von einem aus den eigenen Reihen überrascht worden ist. «Das letzte Wort hat in unserer Demokratie halt immer noch das Stimmvolk», hält dem wiederum Peter Friedli entgegen. Eine kleine Gruppe von Stimmberechtigten nämlich sei es auch gewesen, die den 40-jährigen Karl Friedli überhaupt von dessen Kandidatur habe überzeugen können. Allen voran: Peter Friedli selber.

Onkel konnte überzeugen

Der Alt-Burgerpräsident war es, der die für die Kandidatur seines Neffen notwendigen zehn Unterschriften gesammelt hat. Auch dieser selbst hat die Eingabe am Ende natürlich gutheissen müssen. Das habe ihn allerdings doch einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, sagt der Onkel. Zwar hatte Karl Friedli, wie er selber sagte, eine Kandidatur schon länger in Betracht gezogen. Da sich Marc Trinkler ebenfalls zur Verfügung stellte, kam Friedli von dieser aber wieder ab. Erst die Ermutigungen aus seinem Umfeld gaben den Ausschlag, dass er sich letztlich doch aufstellen liess.

Dabei gehe es ihm nicht etwa darum, Marc Trinkler oder den Gemeindepräsidenten vor den Kopf zu stossen, bekräftigt Peter Friedli. Allerdings habe man in Bannwil jahrelang beklagt, keine Kandidaten mehr für politische Ämter zu finden. Da habe er die Gelegenheit, wieder einmal einen Burger ins Präsidium zu hieven, nicht ungenutzt sein lassen wollen. Dass sich der Gemeinderat nun fast etwas beleidigt zeige, dass eine kleine Gruppierung wieder einmal eine echte Wahl ermögliche, könne er indes nicht nachvollziehen. Und damit sei er nicht der Einzige.

Nachfolge frühzeitig regeln

Tatsächlich sind echte Wahlen in Bannwil, wie in vielen Gemeinden, selten geworden. Ortsparteien gibt es schon lange keine mehr im Dorf. Es war in den letzten Jahren so jeweils den Bestrebungen der Exekutive zu verdanken, wenn wenigstens genügend Kandidierende für eine stille Wahl zur Verfügung standen. Nicht von ungefähr hat der Gemeinderat daher auch die Nachfolge von Rolf Reber frühzeitig zu regeln versucht.

«Es ehrt ja den Gemeinderat», sagt auch Peter Friedli, «dass er sich über die Nachfolge Gedanken gemacht hat.» Aber deswegen dürfe er nicht die offiziellen Fristen und politischen Rechte ausser Acht lassen. «Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben bis zum Eingabeschluss die Möglichkeit, Kandidaten zu melden. Das haben wir getan», sagt Friedli. Und verhehlt nicht, dass beim späten Eingabezeitpunkt Taktik durchaus mitgespielt habe. «Ein bisschen Wahlkampf darf doch aber durchaus sein, oder etwa nicht?» (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 29.10.2018, 21:08 Uhr

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