Zum Hauptinhalt springen

Nach Zerstörung von unten wird die Gefahr von oben dramatisch

katastrophe in japan Die Atomanlage Fukushima 1 ist ausser Kontrolle geraten. Im Grossraum Tokio, wo 35 Millionen Menschen leben, geht die Angst vor der radio-

Im Kampf gegen den atomaren GAU drohen die japanischen Atommeiler ganz ausser Kontrolle zu geraten. Eine Explosion beschädigte gestern erstmals den innernen Schutzmantel eines Reaktors in der Anlage Fukushima 1. Der AKW-Betreiber Tepco sprach von einer «sehr schlimmen» Lage und warnte vor Kernschmelzen. Mittlerweile hat es in vier der sechs Blöcke Explosionen gegeben. Nach Angaben der Regierung ist in drei der vier betroffenen Reaktorblöcke eine Kernschmelze möglich. Gemeldet wurden stark erhöhte Strahlungswerte, die Angaben blieben jedoch widersprüchlich. Japanische Medien schrieben von einem «Wettlauf gegen die Zeit». Der Betreiber Tepco sah sich gezwungen, die Reaktorbelegschaft bis auf eine Notbesetzung abzuziehen. Nur noch 50 Experten – anstelle der zuletzt 800 – kämpften gegen die drohende Kernschmelze in Block 2. Die Anwohner im Umkreis von 30 Kilometern um Fukushima wurden aufgefordert, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Evakuiert werden soll laut Ministerpräsident Naoto Kan ein Umkreis von 20 Kilometern um Fukushima 1 und 10 Kilometer um Fukushima 2. Während die Menschen in Tokio das Erdbeben vergleichsweise glimpflich überstanden haben und vom Tsunami verschont blieben, fürchten sie nun, dass Radioaktivität aus dem 250 Kilometer nördlich gelegenen Atomkraftwerk in Fukushima die Hauptstadt erreichen könnte. Ob dies geschieht, hängt vor allem von der Wetterentwicklung ab. Die Tokioter wappnen sich für den Ernstfall, kaufen Wasser, haltbare Lebensmittel und Atemschutzmasken. Viele Menschen wollen aber nicht abwarten, ob das Schlimmste eintritt. So wie es bereits viele Ausländer getan haben, versuchen sie, die Stadt zu verlassen. Die 143 Atomkraftwerke in der EU sollen Stresstests unterzogen werden. Nachbarländer wie die Schweiz werden eingeladen, sich an den Tests, aber auch bei der Ausarbeitung der Kriterien mitzuwirken, wie EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärte. sda>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch