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Mañana in der Kulturfabrik Kofmehl

Schaffen wollen ihn alle Schweizer Bands, den Sprung ins Ausland – doch den meisten fehlt es am Talent, am Fleiss oder an beidem. Man˜ana aus Basel haben beides – und dazu vor allem ein umwerfendes Debutalbum.

Patrick Studer

Die ersten Monate der Bandgeschichte verliefen wie im Film: Wenige Monate nachdem Mañana das erste Mal geprobt hatten, schmeichelte ihr Song Miss Evening schon die Ohren von Millionen von Menschen. Manuel Bürkli, der Sänger der Band, blickt zurück: «Wir wollten mit unseren ersten paar Songs im Studio von Lovebugs-Gitarrist Thomas Rechberger eine Demo-CD aufnehmen. Rechberger gefielen die Songs so gut, dass er uns überzeugte, gleich eine EP zu machen.»

An einer Musikmesse geriet die EP in die Hände des Game-Herstellers EA-Sports, und der Song «Miss Evening» wurde Soundtrack des Bildschirm-Fussballspiels Fifa 05, das weltweit 7,5 Millionen Mal über den Ladentisch ging. Miss Evening verschaffte Mañana einen riesigen Popularitätsschub. Druck widerstanden«Wir erhielten auf einmal von überall Konzertanfragen, konnten mit den Lovebugs auf Tour gehen. Alle drängten uns, den Miss Evening-Erfolg auszunützen und sogleich mit einem Album nachzudoppeln», erinnert sich Bürkli.

Also ging die Band wenig später ins Studio – brach die Übung aber wieder ab: «Beim Mischen mussten wir uns eingestehen, dass wir mit den Songs nicht zufrieden waren. Es klang uns alles zu poppig. Wir beschlossen, uns von dem Miss Evening-Erfolg nicht unter Druck setzen zu lassen und uns für das Debütalbum so viel Zeit zu lassen, wie wir für nötig hielten.»

Die Band verzog sich also wieder in den Übungsraum. Arbeitete über Jahre hinweg an den Songs. Probte mindestens dreimal die Woche, oft auch sechsmal. Spielte Konzerte, sprach bei Plattenfirmen vor. Das deutsche Label Rodeostar Records fand Gefallen an dem, was die Band aus der Stadt am Rhein zu bieten hatte. Starproduzent am Werk «Mit dem Label im Rücken konnten wir uns nun endlich an die Umsetzung des Album und auf die Suche nach einem Produzenten machen», sagt Bürkli. Frischfröhlich kontaktierte die Band Ken Thomas, Bürklis Lieblingsproduzenten. Den Mann, der schon so illustre Bands wie Sigur Ros und Björk produziert hatte. Starproduzent Thomas war angetan von Mañana, und so begannen im letzten Herbst die Aufnahmen unter der Regie des bekannten Produzenten. Im vergangenen August ist das Album «Interruptions» erschienen. Obwohl es die Band in der Schweiz auf Anhieb in die Charts schaffte, war das Medienecho in Deutschland deutlich grösser als in der Schweiz. Das mag daran liegen, dass in Deutschland mehrere Agenturen intensive Promo für die Basler machen – oder vielleicht haben wir es bei Mañana einmal mehr mit Propheten zu tun, die im eigenen Land weniger gelten als in der Fremde.

Mañana ist nicht die erste Band aus Basel, die den Sprung ins Ausland wagt. Die Lovebugs springen zwar immer mal wieder ab, bisher aber immer erfolglos, und auch der Hype um die Rotz-Rocker Navel klang ziemlich schnell wieder ab.

Mañana hat mit dem Debutalbum im Ausland jedenfalls gute Landebedingungen gschaffen. Vor zwei Wochen tourte die Band durch Deutschland, eine weitere Deutschlandtour ist in Planung.

Samstag, 27. September, 21 Uhr in der Raumbar. Tickets: 18 Franken. Mañana spielen bereits etwa um 21.30 Uhr.

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