Zum Hauptinhalt springen

Langer Anlauf für den Skatepark

KerzersDie Jugendlichen von Kerzers haben seit gestern, was sie sich schon lange gewünscht haben: einen eigenen Skatepark. Unter dem Autobahnviadukt haben die Skater ihre Anlage selber aufgebaut – und die neuen Rampen sofort ausprobiert.

«Ich konnte nicht mehr schlafen», sagt Jascha Streit. Der Jugendliche meint es ernst. Die Vorfreude auf den Skatepark in Kerzers war bei ihm und vielen seiner Kollegen riesig. Sie standen gestern Morgen unter dem Autobahnviadukt bereit, als das Material für die Rampen geliefert wurde. Bald darauf tönte es wie auf einer grossen Baustelle: Eine Bohrmaschine dröhnte, es wurde nicht mehr miteinander gesprochen, sondern geschrien. Gegen Mittag, als der Park schon deutlich Form annahm, kamen noch die Rollgeräusche von Skateboards, Inlineskates und Trottinetten dazu. Die Skater – ausnahmslos Jungs – probierten die neue Anlage aus, noch bevor sie fertig war. Der schnelle Aufbau täuscht über eine lange Wartezeit hinweg: Bis der Skatepark konkret wurde, war harte Überzeugungsarbeit nötig. Mehrere Jahre ist es her, dass Sergio Romero bei der Gemeinde eine Liste mit rund 300 Unterschriften abgegeben hat. Der heute 18-jährige Malerlehrling überzeugte viele Kerzerser von der Notwendigkeit eines Skateparks. Doch sein Einsatz fruchtete nicht: Das Anliegen ging bei der Gemeinde vergessen. Erst ein Schreiben der beiden jungen Skater Fabio Haussener und David Mischler brachte neue Bewegung in die Sache: Sie deponierten die Skatepark-Idee bei Gemeindepräsidentin Susanne Schwander. Die Jugendarbeit Kerzers sprang auf das Thema an, und die kantonale Jugendförderung wurde involviert. Vor einem Jahr wurde der Verein Skatepark Kerzers ins Leben gerufen. «Heute haben wir rund 20 Mitglieder», sagt Jugendarbeiterin und Vorstandsmitglied Cosima Oesch. Zusammen mit engagierten Eltern hat Oesch Sponsoren für den Park gesucht – und gefunden. So hat die Gemeinde Kerzers den Platz mit einem neuen Asphaltbelag ausstatten lassen. Kerzerser Firmen gaben Geld oder stellten Material zur Verfügung. Bislang kostete der Park 70000 Franken. Die Sponsorensuche geht weiter, um später wenn möglich zusätzliche Elemente aufzubauen. Sergio Romero, Co-Präsident des Vereins, sagte beim Aufbau, er sei glücklich. Warum ist ihm der Skatepark so wichtig? Der Lehrling nennt viele Gründe: «Ich war oft im Skatepark in Murten. Das geht ins Geld, immer ein Zugbillett zu lösen. Skaten verbindet, es spielt keine Rolle, wo du herkommst oder welche Musik zu hörst. Skaten hilft, Aggressionen abzubauen. Und es spornt an. Wenn du einen Trick nicht schaffst, übst du ihn 200-mal, bis es geht.» Romero ist sicher, dass viele Jugendliche herkommen werden. Er selber sowieso: «Ich werde meine ganze Freizeit hier verbringen!» mk>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch