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Landschafts- oder Umweltschutz?

Der Verein «Heit Sorg zum Aemmital» geriet in ein

Der Verein «Heit Sorg zum Aemmital» geniesst im Allgemeinen ein umweltfreundliches Image. Doch als Landwirt Walter Stalder im Anzeiger bekannt machte, dass er vorhabe, auf der Egg ob Lützelflüh eine Leichtwindanlage aufzustellen, machte ausgerechnet «Heit Sorg» Einsprache. Die Freude an CO2-freier Stromproduktion trat im Vorstand des Vereins offenbar in den Hintergrund. Wichtiger wurde die Angst, die Emmentaler Landschaft könnte verschandelt werden, wenn plötzlich überall riesige Windräder aus dem Boden spriessen würden. «Wir stecken zuweilen in einem Dilemma», bestätigt Markus Reist, geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Dann gelte es jeweils genau abzuwägen, was höher zu gewichten sei: Alternativenergie oder Landschaftsschutz. Im Fall der Leichtwindanlage auf der Egg entschied der Vorstand, sich mit einer Einsprache gegen das Projekt zu wehren. Strenge Vorschriften Doch während der Einspracheverhandlung stellte der Vorstand laut Reist fest, dass die Angst vor einem Windräderwildwuchs im Emmental unbegründet war: «Es ist eine komplizierte Geschichte, bis so ein Windrad steht.» Der Gesuchsteller müsse aufwändige und kostenintensive Messungen durchführen, bevor eine Anlage bewilligt werde. Zudem gab der Kanton eine elfseitige Wegleitung heraus, die zahlreiche Bedingungen definiert. Reist stellt beruhigt fest: «Das Emmental ist zu wenig geeignet für die Windenergie.» Wirtschaftlich schwierig Vor rund einem Jahr zog der Verein seine Einsprache zurück. Dies, nachdem Stalder verpflichtet worden war, den Standort seiner 25 Meter hohen Leichtwindanlage um rund 50 Meter von der gut sichtbaren Hügelkante zurückzusetzen. Längst ist der Landwirt im Besitz der Baubewilligung, realisiert hat er die Anlage aber immer noch nicht. Denn anders als ursprünglich erwartet, wird Windenergie nicht gleich behandelt wie Solarstrom. Stalder bekäme keine 78 Rappen pro Kilowattstunde, wenn er den Strom ins Netz einspeisen würde, sondern lediglich 19 Rappen. Gegenwärtig ist der Landwirt deshalb auf der Suche nach Sponsoren, die ihm helfen würden, den Fehlbetrag zu decken. Er überlegt sich auch, den Strom selber an private Kunden zu verkaufen, hat aber Respekt vor dem administrativen Aufwand. Zu wenig Wind Bis im Frühling will Walter Stalder definitiv entscheiden, ob er die Anlage baut. Sicher ist für ihn: «Es besteht keine Gefahr, dass im Emmental auf jedem Hügel, auf dem heute eine Linde steht, bald ein Windrad stehen wird. Dafür haben wir hier zu wenig Wind.» Susanne Graf >

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