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Kosten des Trams liegen im Schnitt

region bernGute Noten für das Tram von Köniz nach Ostermundigen. Ein Gutachten zeigt: Die Kosten liegen

Es ist sinnvoll, die heutige Buslinie 10 von Köniz nach Ostermundigen in eine Tramlinie zu überführen. Zu diesem Schluss kommt ein externes Gutachten, das die ETH Zürich und das Zürcher Ingenieurbüro EWP erstellt haben. Auslöser für dieses Gutachten waren die hohen Kosten von 550 Millionen Franken, die laut Vorprojekt für das Tram Region Bern aufgewendet werden müssen (siehe Kasten). Dieser Betrag ist doppelt so hoch wie ursprünglich angenommen und veranlasste die Behörden, die bisherigen Arbeiten überprüfen zu lassen. Die Gutachter kommen zum Schluss, dass das Tram einen wichtigen Impuls zur angestrebten Siedlungsentwicklung in Köniz, Bern und Ostermundigen gibt. Angestrebt wird verdichtetes Bauen mit gutem Zugang zum öffentlichen Verkehr. Der Bus unterstütze diese Strategie zu wenig, sagte ETH-Professor Ulrich Weidmann gestern vor den Medien. Kosten im mittleren Rahmen Ein wesentlicher Teil des Gutachtens widmet sich den Kosten und den Sparmöglichkeiten. Die Gutachter betrachten die heutige Einschätzung der Kosten als «realistisch». Im Vergleich mit dem Tram Bern West, das pro Kilometer 26 Millionen Franken kostete, fällt das Tram Region Bern mit 37 Millionen Franken zwar teuer aus. Das liegt laut den Gutachtern aber daran, dass das Tram Bern West ein günstiger Sonderfall und weniger komplex war. Beim Tram Region Bern gibt es gerade im Abschnitt Ostermundigen enge Platzverhältnisse und neuralgische Punkte. Auch im Bereich der Wendeschlaufen ist aufgrund der Topografie mit vergleichsweise hohen Kosten zu rechnen. Im nationalen Vergleich liegen die Kosten für das Tram Region Bern «im mittleren Rahmen», so die Gutachter. Das Basler Tram 8 etwa kostete gleich viel, das Tram Zürich-West als teuerstes Vergleichsprojekt kostete 77 Millionen Franken pro Kilometer. Sparpotenzial beim Standard Sparpotenzial sehen die Gutachter im Verzicht auf einzelne Projektteile. Konkret haben sie die Tramanbindungen von Schliern in Köniz und der Rüti in Ostermundigen ins Auge gefasst. Beide Anschlüsse seien aber sachlich begründet. Unter finanziellen Gesichtspunkten sei der Verzicht auf Schliern «vertretbar». Bei der Rüti empfehlen die Gutachter wegen des Potenzials dieses Gebietes die Anbindung ans Tram. Nicht zwingend sei die direkte Depotzufahrt via Pulverweg im Teilprojekt Ostermundigen. Es sei möglich, den Ausbaustandard einzelner Projekte kostengünstiger auszuführen. So könnten Haltestellen im Ast Köniz einfacher gestaltet werden. Ein Nachteil wäre, dass die Autos dann das Tram nicht überholen könnten. Sparmöglichkeiten sehen die Experten beim Ausbaustandard der Bahnhofunterführung in Ostermundigen. Durch eine andere Anordnung der Betriebswendeschleife in Köniz könnten ebenfalls Kosten gespart werden. Eine Etappierung des Bauvorhabens sei zwar möglich, indem etwa der Ausbau nach Schliern und in die Rüti erst später erfolge. Dies mache aber nur aus finanzieller Sicht Sinn. Sachlich wäre es gut, die Linie ohne Etappierung zu bauen. Egger will ab 2014 bauen Laut Regierungsrätin Barbara Egger (SP) steht die fürs Tram zuständige Behördendelegation den Sparvorschlägen kritisch gegenüber. Wenn bei Haltestellen auf Überholmöglichkeiten verzichtet werde, würde der Individualverkehr benachteiligt. Das Überholen seien wichtig für die Akzeptanz der Tramlinie. Der direkte Anschluss an das neue Tramdepot via Pulverweg sei nötig, um Leerfahrten zu verhindern. Dass Schliern und Rüti mit dem Tram erschlossen werden, ist für die Delegation klar – wenn dies die Gemeinden so wollen. Auch der Ausbau der Bahnhofunterführung in Ostermundigen soll wie vorgesehen realisiert werden, «wenn die Finanzierung zustande kommt». Für Egger ist klar, dass für Köniz und Ostermundigen der Nutzen die Kosten überwiegt. «Den grössten Nutzen fährt allerdings die Stadt Bern ein, da die Linie 10 mehrheitlich von der Berner Bevölkerung in Anspruch genommen wird.» Nach den guten Noten der Gutachter will Egger nun die Bauprojektphase in Angriff nehmen. Die Bevölkerung kann ab Herbst 2011 daran partizipieren. Baustart soll im 2014 sein. Sandra Rutschi>

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