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Kommt es noch schlimmer?

Ein Murgang in Schüben zerstörte unterhalb von Guttannen zwei Bachschwellen und beschädigte die Galerie der Grimselpassstrasse. Diese bleibt bis auf weiteres geschlossen. Und Innertkirchen hat jetzt eine verlandete Aare.

«Wir setzen alles daran, die Strasse so rasch wie möglich wieder öffnen zu können – notfalls auch nur einspurig»: Der zuständige Wasserbauingenieur des kantonalen Tiefbauamtes Nils Hählen will nicht konkret sagen, wie lange die Sperrung der Grimselpassstrasse noch andauern wird. «Es hängt vom Wetter der nächsten Stunden und Tage ab. Und auch davon, wie schnell die Schäden an der Lawinengalerie der Passstrasse repariert werden können», sagt Hählen. Gleichzeitig prüft der Kanton die Möglichkeit zur Errichtung einer Notzufahrt nach Guttannen (wir haben berichtet), denn momentan sind sowohl dieses Dorf als auch die touristischen Anlagen am Grimselpass nur über einen langen Umweg via Furkapass und Goms im Wallis erreichbar. Weitere Rutsche möglich Im Verlaufe des Donnerstagnachmittags spitzte sich die Lage im Spreitgraben zu: In zwölf Schüben spülten Murgänge mehr als 150000 Kubikmeter Erd- und Geröllmasse vom Ritzlihorn talwärts. Der immense Druck des Geschiebes zerstörte zwei Betonsperren im Spreitgraben unterhalb der Passstrasse. Auch die Baustruktur des Strassentunnels erlitt Schäden. Und ein Ende ist nicht abzusehen, denn die Verantwortlichen des kantonalen Tiefbauamtes erwarten aufgrund der Wetterprognosen in den nächsten Tagen weitere Erdrutsche. Vorläufig kein Gas Die Transitgasleitung, die auf ihrem Weg von Holland nach Italien mitten durch den Spreitgraben führt, wurde auch von den neusten Murgängen nicht beschädigt. Allerdings musste die Wiederaufnahme des Gastransportbetriebes durch die Transitgas AG von gestern Freitag auf Ende August vertagt werden. Mit Helikopter und zu Fuss Die Versorgung der Bevölkerung von Guttannen ist trotz gesperrter Zufahrt von Innertkirchen her sichergestellt. «Post- und Materialtransporte für den Dorfladen und die Einwohnerschaft erfolgen mit einem täglichen Helikopterflug», erklärt Gemeindepräsident Hans Abplanalp: «Und die Schüler, welche in Innertkirchen zur Schule gehen, können zu Fuss über den Wanderweg in den Boden hinunter laufen, von dort können sie mit dem Postauto ins Tal fahren.» Auch die Postautobetriebe haben ihre Linien den Umständen angepasst. So verkehrt der Bus von und nach Innertkirchen vom gut zwei Kilometer talauswärts liegenden Boden aus zu fahrplanmässigen Zeiten. Der Boden kann von Guttannen in einem rund halbstündigen Fussmarsch über den Wanderweg auf der rechten Seite der Aare erreicht werden. «Paradiesische Zustände» Erheblich gestört wird durch die Strassensperrung auch der ordentliche Betrieb der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO). Mediensprecher Ernst Baumberger: «Zur Sicherstellung der Stromversorgung müssen wir unsere Anlagen und Einrichtungen jederzeit erreichen können. Dies erfordert im Moment in der Tat einiges Improvisationsvermögen.» Laut Baumberger ist auch die Aufrechterhaltung des Zweischichtbetriebs auf der Grossbaustelle Handeck eine Herausforderung. Dort wird zurzeit ein wintersicherer Zugang zur Gerstenegg gebaut. «Und schliesslich sind auch die Hotels und Berghütten rund um den Grimselpass alle offen. Glücklicherweise gingen bisher fast keine Absagen ein.» Ernst Baumberger kann dam Ganzen sogar etwas Positives abgewinnen: «Naturfreunde, die sich jetzt die Mühe nehmen, ins Grimselgebiet zu fahren, treffen dort schier auf paradiesische Zustände ohne Verkehrslärm und Touristenauflauf.» Alpenbrevet findet statt Hingegen musste das Grimsel-Gedenkschiessen von heute Samstag in Guttannen abgesagt werden. OK-Präsident Peter von Bergen: «Es macht wenig Sinn, die rund 500 Schützen aus der ganzen Schweiz in unser fast von der Umwelt abgeschnittenes Gebiet zu holen.» Durchgeführt wird hingegen das Alpenbrevet, das heute in Meiringen startet, wenn auch auf geänderten Routenverläufen mit Wendepunkten. Bruno Petroni >

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