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Kleine Meerjungfrau trotzte dem Regen

Trotz drohendem Regen fand am Freitagabend auf dem Gelände der Musikschule Thun die Premiere der «Kleinen Meerjungfrau» statt. Das liebevoll inszenierte Märchen

«Märchen sagen uns immer wieder, dass wir das Leben in unsere eigenen Hände nehmen sollen.» Mit diesen Worten begrüsste Annemarie Stähli, Regisseurin, die Zuschauer zur Premiere der «Kleinen Meerjungfrau», welche am Freitagabend stattfand. Dabei bewiesen auch die Veranstalter der «Oberländer Märlibühni», dass sie in der Lage sind, Nägel mit Köpfen zu machen und riskierten es, trotz drohendem Regen die Aufführung stattfinden zu lassen. Und das Risiko hat sich gelohnt. Obwohl zu Beginn der Aufführung noch Regen fiel, schienen die Wettergötter der kleinen Meerjungfrau gnädig gesinnt zu sein: Nach nur wenigen Spielszenen hörte es auf zu regnen. Böse Menschen Eigentlich hätte das kühle Nass ja gut zur kleinen Meerjungfrau gepasst, welche die Zuschauer für anderthalb Stunden in ihre zauberhafte, bunte und fantasievolle Meereswelt entführte. In der aufwendig gestalteten Kulisse, dem Schloss des Meereskönigs Aquarius (Thomas Dähler), entspann sich die Geschichte um Prinzessin Atlanta (Sandra Kummer), welche die Welt über dem Wasser viel faszinierender findet als die kalte Unterwasserwelt. Sie will ihren Vater davon überzeugen, dass die Menschen gar nicht so böse seien, wie er sich das vorstellt. Gegen den Willen des Königs taucht sie immer wieder an die Wasseroberfläche auf und rettet bei dieser Gelegenheit einen jungen Mann. Dieser entpuppt sich als Prinz Luzian (Stefan Dubach), den Thronerben des Königreiches, welches am Meeresufer liegt. Sehnsüchte und Liebe Im Gegensatz zu Atlanta, die sich nach der Welt über dem Wasser sehnt, treibt Luzian die Sehnsucht nach dem Meer dazu, seinen besten Freund Willi (Christoph Graf) zu bitten, ihm beim Bau eines Schiffes zu helfen. Dazu braucht er die Hilfe von Willis Chef, dem Schrottplatzbesitzer (Pedro Pieren). Willi und sein Chef nehmen immer mehr Anteil an Luzians Schicksal, verstecken ihn vor seiner überfürsorglichen Mutter Königin (Anita Steffen) und deren Gefolge und erleben hautnah die Liebe zwischen Luzian und Atlanta mit. Denn diese entscheidet sich nach einem Streit mit ihrem Vater für ein Leben an Land. Mit Hilfe der bösen Meerhexe Meduxa (Franziska Beutler) verwandelt sie sich in einen Menschen. Meduxa behält als Pfand die wunderschöne Stimme Atlantas und verspricht ihr, dass sie diese wieder zurückerhält, wenn es ihr gelingt, innerhalb von drei Tagen die Liebe des Prinzen und einen Kuss von ihm zu erringen. Sollte das Atlanta nicht gelingen, müsse sie sterben und sich in Meeresschaum verwandeln. So machte sich Atlanta auf, die Liebe Luzians zu gewinnen. Ob sie das schafft, welche Rolle der vorwitzige Fisch Blublub (Regula Wyss) dabei spielt und welche Intrige die böse Meerhexe spinnt, soll hier noch nicht verraten werden. Nur so viel: Im Gegensatz zu der doch eher tragischen Vorlage des Märchenautors Hans Christian Andersen durften sich die Zuschauer an der Premiere über ein Happy End der Geschichte freuen. Happy End zum Schluss Und auch die Premiere des Theaters fand trotz anfänglichem Regen ein gutes Ende. «Beim Spielen vergisst man den Regen», stellte Sandra Kummer, Darstellerin der kleinen Meerjungfrau, nach der Aufführung fest. Auch Thomas Dähler, welcher den Meereskönig Aquarius spielte, zeigte sich nach der Aufführung erleichtert: «Obwohl uns das Wetter etwas durcheinandergebracht hat, waren wir froh, als es endlich losging.» Dähler hatte während des Stückes noch eine zusätzliche Hürde zu meistern, denn er gehörte zu den Schauspielern, welche nicht nur auf der Freilichtbühne im Park der Musikschule Thun standen, sondern auch noch einen Auftritt im Teich des Parks zu meistern hatten. «Bei der Hitze im Moment ist es nicht schlimm, wenn man ins Wasser muss, aber als es zu Beginn der Proben noch so kalt war, bin ich jeweils im Neoprenanzug in den Teich gestiegen», erinnert sich der Meereskönig. Der grosse Einsatz, der Schauspieler, ihre hohe Leistung und die grossen Empathie für ihre Rollen wurden dann auch dementsprechend vom Publikum mit viel Applaus honoriert. Regisseurin Annemarie Stähli war mit der Aufführung ebenfalls zufrieden: «Ich glaube, dass der Funken gesprungen ist. Das Publikum hat sehr gut auf das Stück reagiert.» Therese KrähenbühlInformationen zu weiteren Aufführungen gibt es unter: www.maerchenhaft.ch; Tickets sind im Bastelladen Coccinella , Steffisburg, Telefon 033 4372645, erhältlich. >

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