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Keiner kennts wie Kappeler

gurnigelSeit zwanzig Jahren arbeitet Streckenposten René Kappeler am Gurnigelrennen. Kaum einer weiss besser, wie man schnell um die Kurven kommt – oder nicht. Ein Augenschein in Kurve 18.

Als es passiert, bleiben René Kappeler nur wenige Sekunden zur richtigen Entscheidung. Mit einem lauten Knall trifft der BMW seitwärts auf die Leitplanke. Einige Teile bleiben liegen, doch das Rennauto fährt weiter. Erschrockene Gesichter im Publikum – Kappeler bleibt ruhig. Er schaut genau hin, greift sich die gelbe Fahne und rennt zum Streckenrand. Als der Streckenposten die Hand hebt, ist das Bergrennen am Gurnigel unterbrochen. Er hat entschieden, dass die Weiterfahrt zu gefährlich wäre. Dass er in solchen Momenten die Ruhe bewahrt, führt Réne Kappeler auf seine Erfahrung zurück: «Ich bin seit 20 Jahren dabei und habe am Gurnigel nie gefehlt», sagt der 37-Jährige. Im Alter von 17 Jahren habe ihn sein damaliger Lehrmeister zum ersten Mal ans Rennen mitgenommen. Schnelle Boliden und Kameradschaft begeisterten ihn. Nur selten gibts Verletzte So steht Kappeler auch an diesem Sonntagvormittag, zwanzig Jahre nach der Premiere, am Streckenrand. Es ist die 101.Austragung des Gurnigelrennens, 8000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen das Spektakel. Kappeler ist mit seinem Team für den Posten 18 kurz vor dem Ziel verantwortlich. Sie müssen dafür sorgen, dass der Streckenabschnitt jederzeit einsatzbereit ist. «Das ist einer der kritischen Punkte des Rennens.» Die Autos fahren aus dem Wald und beschleunigen vor dem Ziel. «Wenn du hier nicht die perfekte Linie erwischst, musst du vom Gas, oder du prallst in die Leitplanke.» Tatsächlich schrammen die Piloten immer wieder nahe am Rand vorbei. Nicht selten knallt es. Aber am Gurnigel gebe es selten Verletzte. Kappeler ist per Du mit den Fahrern, kennt die Autos und die Strecke – Voraussetzungen, selbst einmal den Berg hinaufzurasen? «Nein», sagt er. «Auf der anderen Seite der Leitplanke fühle ich mich sicherer.»Christian Zeier>

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