Zwischen stiller Freude, zornigen Worten und mahnendem Appell

Die einen reagierten leise und zufrieden, die anderen laut und empört: Das bernjurassische Städtchen Moutier ist nach annullierter Abstimmung zum Kantonswechsel gespaltener denn je.

Reaktionen der Pro-Jurassier und der Berner Regierung: Stimmen zum Entscheid der Regierungsstatthalterin, die Moutier-Abstimmung für ungültig zu erklären. Video: sda
Stefan von Bergen@StefanvonBergen.
Quentin Schlapbach@qscBZ
Martin Bürki@tinubuerki27

Im Café de l'Ours, im Zentrum von Moutier, kostet die Tasse Kaffee noch 3.50 Franken. An diesem Montagabend ist die Welt hier aber alles andere als in Ordnung. Betretene Gesichter, wo man auch hinschaut.

Dutzende Projurassier haben sich nach Feierabend im – und noch zahlreicher vor – dem Lokal versammelt, um gemeinsam eine Livesendung des welschen Radios mitzuverfolgen. Das Thema: die Ungültigerklärung der Abstimmung vom Juni 2017.

Für einen kurzen Ausbruch von Euphorie sorgt einzig der Einmarsch von Moutiers separatistischem Bürgermeister Marcel Winistoerfer (CVP) im Café. Er wird gefeiert wie Roger Federer beim Betreten eines Tennisstadions.

Als hingegen Regierungsrat Pierre-Alain Schnegg (SVP) live aus Bern zugeschaltet wird, können viele ihre Emotionen nicht mehr im Zaun halten. Höhnisches Lachen, Zwischenrufe, die Enttäuschung weicht der Wut.

«Schande für Demokratie»

Schon am Morgen früh hatte sich das projurasssische Lager in Moutiers Hôtel de la gare versammelt. Kurz darauf erfuhren sie, dass die bernjurassische Regierungsstatthalterin Stéphanie Niederhauser das Ja zum Wechsel Moutiers zum Kanton Jura annulliert hatte. Als der Entscheid durchsickerte, waren dort enttäuschte Gesichter zu sehen.

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