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Überprüfung der Wildschutzgebiete wird durchgeführt

Der Kanton Bern überprüft wie vorgesehen die Wildschutzgebiete.

Der Grosse Rat hat am Mittwoch eine Motion aus den Reihen der SVP abgelehnt, die unter anderem einen Abbruch der Übung verlangte.

Im Vordergrund stehe bei der Prüfung die Vermeidung von Störungen durch menschliche Nutzungen wie Sport, Tourismus, Jagd, Militär sowie Land- und Forstwirtschaft, sagte Motionär Samuel Graber (Horrenbach-Buchen).

Tatsache sei, dass die Wildtierbestände langfristig nicht abgenommen hätten, obwohl die Bevölkerung und mit ihr der Nutzungsdruck auf die Landschaft zugenommen habe. Dem Wild gehe es im Kanton Bern ausgezeichnet. Die Prüfung sei also unnötig.

Graber forderte weiter von der Regierung, dass das freie Betretungsrecht in Wildschutzgebieten nicht eingeschränkt werde. Die bestehenden Regelungen genügten. Diese sähen beispielsweise ein klare Kennzeichnung von Wander- und Bergwegen, Bikerouten oder Loipen vor.

Mit einem Betretungsverbot vermiese der Kanton der Bevölkerung den Aufenthalt in der Natur, ereiferte sich Graber. Es brauche keine neuen Schikanen.

Konfliktpotenzial orten

Die Regierung empfahl den Vorstoss zur Ablehnung. Um Wildtiere angemessen und nachhaltig zu schützen, sei es unumgänglich, zuerst das Konfliktpotenzial zu erheben und die bestehenden Wildschutzgebiete auf ihre Wirkung zu überprüfen, hielt Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) fest.

Durch die Überprüfung werde das freie Betretungsrecht im ortsüblichen Umfang höchstens durch Weggebote eingeschränkt. Im Vordergrund stehe dabei die Lenkung der freizeittouristischen Nutzungen.

Es sei wichtig, die Besucherströme, aber auch die Freizeitaktivitäten, zu analysieren und die Massnahmen gegebenenfalls anzupassen.

Noch vor 20 Jahren hätte sich wohl kaum jemand träumen lassen, dass es einmal Base Jumper gebe, die sich über Felswände stürzten und erst auf halbem Weg den Fallschirm öffneten, illustrierte Rickenbacher sein Argument.

Aufwändige Turnübung

Die SVP und die EDU unterstützten das Begehren des Motionärs. SP und Grüne lehnten es ab. BDP, FDP und EVP hielten zumindest einzelne Punkte des Vorstosses für prüfenswert. Von einem Abbruch der Übung wollten aber auch sie nichts wissen.

Der Spagat zwischen Freizeit, Sport, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft und Jagd sei eine aufwändige «Turnübung», konstatierte BDP-Sprecher Lorenz Hess. Es brauche Lösungen mit Augenmass, sagte Ruedi Sutter (FDP/Grosshöchstetten). Dieses Augenmass sicherte Rickenbacher zu.

Der Grosse Rat lehnte die Motion schliesslich in allen Punkten, wenn auch teilweise knapp, ab.

SDA/mus

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