Zum Hauptinhalt springen

Subventionen für Ferieninseln

Der Berner Regierungsrat will Gemeinden unterstützen, die während der Ferien Betreuungsangebote für Schulkinder anbieten. Er rechnet mit Kosten von maximal 1,4 Millionen Franken.

2014 wurde in Münchenbuchsee erstmals eine Ferieninsel durchgeführt. Wie auch in anderen Gemeinden hält sich das Interesse in Grenzen.
2014 wurde in Münchenbuchsee erstmals eine Ferieninsel durchgeführt. Wie auch in anderen Gemeinden hält sich das Interesse in Grenzen.
Beat Mathys

Seit einer Woche ist klar, dass die Ferieninsel in Münchenbuchsee definitiv versenkt worden ist. Das Interesse der Eltern an einer externen Betreuung ihrer Kinder während der Schulferien war schlicht zu klein. Um der geringen Nachfrage auf den Grund zu gehen, hat die Schule eine Umfrage durchgeführt. Dabei gaben die Eltern unter anderem den hohen Preis von 80 Franken pro Tag und Kind als Grund an.

Münchenbuchsee ist mit diesem Problem nicht allein. «Ge­genwärtig gibt es etliche Angebote, die für die Eltern zu teuer sind und daher kaum nachgefragt werden», hält der Regierungsrat in seinem Vortrag an den Grossen Rat zu einer Änderung des Volksschulgesetzes fest.

Deshalb will die kantonale Erziehungsdirektion von Regierungsrat Bernhard Pulver (Grüne) künftig solche freiwilligen Ferienangebote der Gemeinden mitfinanzieren. So könnten die Preise gesenkt werden. Bis Mitte Mai ist die dafür notwendige Gesetzesänderung in der Vernehmlassung.

Vervierfachung der Stunden

Konkret will Pulver die Gemeinden pro Kind und Tag mit 30 Franken unterstützen. Gesamthaft würden so für den Kanton Kosten zwischen 555'000 und 1,4 Millionen Franken entstehen, teilt der Regierungsrat in einer Medienmitteilung mit. Ziel sei es, die Gesamtkosten gleichmässig auf die Gemeinden, Eltern und den Kanton aufzuteilen.

Und weiter: «Die Mitfinanzierung des Kantons soll dazu beitragen, dass weitere Ferienbetreuungsangebote entstehen oder die bestehenden Angebote ausgebaut werden.» Sollte sich der Kanton mit dem Maximalbetrag von 1,4 Millionen Franken beteiligen, würde dies einer Vervierfachung der aktuell geleisteten Betreuungsstunden entsprechen.

Betreuungslücke schliessen

Heute bestehen in 21 Gemeinden Ferieninseln. Damit hätten rund 35 Prozent der Berner Kinder im Volksschulalter Zugang zu solchen Angeboten. Demgegenüber hätten 81 Prozent der Schüler Zugang zu Tagesschulen. Dies lasse darauf schliessen, dass viele ­Eltern, die ihre Kinder in Tagesschulen schicken, kein entsprechendes Angebot in der Ferienzeit nutzen könnten. Diese so­genannte Betreuungslücke will der Kanton schliessen.

Die Ferieninseln würden insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und damit auch die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt fördern, begründet der Regierungsrat sein finanzielles Engagement. Die Ange­bote seien letztlich auch ein Attraktivitätsmerkmal für Bern, «welches bei einem Wohnorts­entscheid ins Gewicht fallen kann».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch