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Spitäler Insel und Spital Netz Bern sollen Heirat bis Ende Jahr vorspuren

Die Berner Spitalheirat zieht sich hin: Der Kanton gibt dem gemeinsamen Verwaltungsrat von Inselspital und Spital Netz Bern mehr Zeit für die Projektarbeit. Der Verwaltungsrat soll bis Ende 2012 aufzeigen, wie er die gemeinsame Zukunft der Spitalgruppen sieht.

Das Berner Inselspital soll mit dem Spital Netz Bern zusammengeführt werden. Bis Ende Jahr haben die Verwaltungsräte Zeit, die neue Form auszuformulieren.
Das Berner Inselspital soll mit dem Spital Netz Bern zusammengeführt werden. Bis Ende Jahr haben die Verwaltungsräte Zeit, die neue Form auszuformulieren.
Keystone

Vier Betriebsmodelle stehen zur Debatte - und mehrere mögliche Rechtsformen. Klarheit wird Ende Jahr herrschen, wenn die personell identische Spitze der beiden Spitäler ihren Schlussbericht der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) vorlegen wird. Die GEF wird dann die allfälligen Regierungsbeschlüsse vorbereiten.

Einen ersten Entscheid zur künftigen Rechtsform hatte der Grosse Rat ursprünglich bis Ende 2011 verlangt. Ende vergangenen Jahres erklärte dann die Gesundheitsdirektion, dieser Beschluss sei bis Herbst 2012 möglich. Nun wird es nochmals später, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte.

«Wir brauchen die Zeit einfach, denn wir stehen vor sehr komplexen Herausforderungen», sagte Joseph Rohrer, Präsident des gemeinsamen Verwaltungsrats und oberster Manager der Fusion, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Das Modell muss dann schliesslich nicht bloss zwei, drei Jahre funktionieren, sondern für lange Zeit.»

Reaktion auf Kostendruck

Der Regierungsrat hatte Ende 2009 den Grundsatzbeschluss gefasst, dass das Inselspital und die Spital Netz Bern AG zusammengeführt werden sollen. Der Kanton hält diesen Schritt für notwendig, um dem wachsenden Kostendruck im Gesundheitswesen zu begegnen und im interkantonalen Spitalwettbewerb bestehen zu können.

Das Projekt «Spitalheirat» stand zunächst unter der Leitung der Gesundheitsdirektion. Letzten Herbst entschied sich die Regierung, die genau gleichen Leute in die Verwaltungsräte der beiden Spitalgruppen zu wählen. Diese identischen Führungsgremien sind seit Anfang 2012 im Amt. Nun kann die GEF die Projektleitung wie vorgesehen abgeben.

Vier Modelle

Verwaltungsratspräsident Rohrer informierte den Regierungsrat an diesem Mittwoch über den Stand der Arbeiten. Für den künftigen Betrieb seien «vier grundsätzliche Szenarien» entwickelt worden, heisst es im Communiqué des Kantons. Nähere Angaben wollte Rohrer auf Anfrage nicht machen. Die Konzepte müssten nun vertieft werden.

«Nach heutigem Wissensstand ist jedes der vier Modelle geeignet, den Anforderungen - Stärkung des Medizinalstandorts, nachhaltige Gesundheitsversorgung - gerecht zu werden», sagte Rohrer. Erst wenn Klarheit über das gewünschte Modell bestehe, werde man die Rechtsform des künftigen Spitalgebildes festlegen können.

Bei den anstehenden Arbeiten würden alle Betroffenen berücksichtigt, teilte der Regierungsrat mit. Ärzte, Mitarbeiter und beteiligte Organisationen sollen sich also äussern können.

Grösstes Spital der Schweiz

Mit dem Zusammenschluss von Insel (925 Betten) und Spital Netz Bern (520 Betten) entsteht in den nächsten Jahren das grösste Spital der Schweiz. Zum Spital Netz Bern gehören die fünf öffentlichen Spitäler Tiefenau, Ziegler, Aarberg, Münsingen und Riggisberg, das Spital und Altersheim Belp sowie das Pflegezentrum Elfenau.

Nach bisheriger Planung soll die Heirat im Jahr 2014 gesetzlich verankert werden; in den Jahren danach könnte der Zusammenschluss umgesetzt werden.

Eines der heiss diskutierten Themen wird der Standort des Stadtspitals sein, das die Spital Netz Bern AG als Ersatz von Tiefenau und Ziegler bauen will - entweder auf dem Tiefenau-Areal oder aber auf dem Insel-Campus.

SDA/tan

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