Zum Hauptinhalt springen

Schluss mit Russisch und Griechisch an Berner Gymnasien

Am fünften Tag der Spardebatte entschied der Grosse Rat, die Fächer Russisch und Griechisch an den Berner Gymnasien zu streichen. Zudem werden die Gymnasien in Thun und Biel zusammengelegt.

Am fünften Tag der Spardebatte entschied der Grosse Rat, die Schwerpunktfächer Russisch und Griechisch an den Berner Gymnasien zu streichen. Zudem werden die Gymnasien in Thun und Biel zusammengelegt. (27. November 2013)
Am fünften Tag der Spardebatte entschied der Grosse Rat, die Schwerpunktfächer Russisch und Griechisch an den Berner Gymnasien zu streichen. Zudem werden die Gymnasien in Thun und Biel zusammengelegt. (27. November 2013)
Claudia Salzmann
Jetzt wird im Kanton Bern die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse erhöht. Das wurde am vierten Tag der Spardebatte entschieden.
Jetzt wird im Kanton Bern die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse erhöht. Das wurde am vierten Tag der Spardebatte entschieden.
Andreas Blatter
Behinderte demonstrieren am Montag 18. November vor dem Rathaus gegen die geplanten Sparmassnahmen des Grossen Rates.
Behinderte demonstrieren am Montag 18. November vor dem Rathaus gegen die geplanten Sparmassnahmen des Grossen Rates.
Andreas Blatter
1 / 16

Nur ganz knapp scheiterte allerdings am Mittwochmorgen im Berner Rathaus ein Antrag, auf die Aufhebung des Schwerpunktfachs Russisch zu verzichten. Stattdessen sollten die bernischen Gymnasien selber entscheiden können, wie die im Bereich der Schwerpunktfächer von der Kantonsregierung geforderten Einsparungen zu erzielen seien.

Mit 73 zu 71 Stimmen bei vier Enthaltungen lehnte das Kantonsparlament diesen Antrag der SP/JUSO/PSA-Fraktion ab. Zwischen 0,1 und 0,4 Millionen Franken möchte der bernische Regierungsrat im Rahmen des ASP-Sparpakets im Bereich der Schwerpunktfächer an Gymnasien pro Jahr einsparen.

Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver sagte im Rat, im Kanton Bern belegten derzeit 25 bis 30 Schülerinnen und Schüler das Schwerpunktfach Russisch, rund fünf das Schwerpunktfach Griechisch. Pulver wandte sich gegen den SP-Antrag, den Rektoren die Verantwortung für Sparmassnahmen zuzuschieben: Die Politik wolle sparen, nun müssten auch Politiker entscheiden.

Nach dem Entscheid können die Berner Gymnasien Russisch und Griechisch höchstens noch als fakultatives Fach anbieten, ohne Benotung und nur mit wenigen Stunden. «Bei fakultativen Fächern ist es aber immer sehr fraglich, ob sie überhaupt zustande kommen», sagte im Sommer Thomas Schmidt, Präsident des Russischlehrerverbands des Kantons Bern, der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage.

Pulver appelliert an Thuner Gymnasiasten

Weitaus klarer als bei den Schwerpunktfächern bestätigte der Grosse Rat am Mittwoch die Sparpläne der Kantonsregierung zu den Gymnasien in Biel und Thun.

Laut den Grossratsunterlagen will die Kantonsregierung in beiden Städten «reorganisieren». Das bedeutet laut den im Konjunktiv formulierten Angaben in Biel, das Gymnasium Alpenstrasse künftig anders zu nutzen und das französischsprachige und das deutschsprachige Gymnasium auf dem Strandboden-Areal zu führen.

In Thun sollen Gymnasium Seefeld und Schadau zusammengelegt werden. Der Kanton Bern erhofft sich davon kurz und mittelfristig kleinere Einsparungen. Langfristig denkt er aber auch an einen Neubau für die heute zwei Schulen auf der Gymermatte. Davon verspricht er sich ausser finanziellen Vorteilen auch eine Qualitätsverbesserung.

Im Grossen Rat war die Reorganisation der Bieler Gymnasien an sich nicht bestritten. Die Bieler SP-Grossrätin Samantha Dunning Thierstein beantragte aber, den Zusammenschluss auf August 2015 zu verschieben.

Dagegen wandte sich Pulver. Es gelte, rasch zu entscheiden. Unklarheiten lösten immer Unsicherheiten aus. Pulver äusserte auch die Überzeugung, dass durch die Reorganisation in Biel die Zweisprachigkeit an den künftig noch zwei Gymnasien nicht geschwächt, sondern gestärkt werde.

Die Schüler des Gymnasiums Thun Seefeld forderte er auf, ihren Widerstand gegen die Fusion mit dem Gymer Schadau in positive Energie für eine neue Schule einzusetzen. Aus Thun lag dem Grossen Rat eine Petition mit 6000 Unterschriften für den Erhalt des Seefeld-Gymers vor.

Es sei nicht so, dass der Schadau-Gymer den Seefeld-Gymer schlucke, sagte Pulver. Vielmehr schlössen sich zwei Schulen zusammen. Der Grosse Rat stützte auch den Antrag der Regierung, die Lektionendauer beim Instrumentenunterricht an den Mittelschulen zu kürzen.

Vorbereitungskurse für Berufsleute an PH Bern bleiben

Auch einen Entscheid zur Pädagogischen Hochschule Bern traf der Grosse Rat am Mittwoch. Er beschloss, dass die PH Bern die Vorbereitungskurse für einen vereinfachten Zugang zur PH von Berufsleuten nicht schliessen muss, aber den gleichen Betrag innerhalb der PH kompensieren muss.

Schon Ende letzter Woche hatte die Finanzkommission ihren Antrag zurückgezogen, per 2014 die Ausbildung für die Vorschul- und Primarstufe an der NMS Bern aufzugeben. Dieser Bereich bleibt also verschont.

SDA/tag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch