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Winterstürme rissen rund 350'000 Bäume um

Evi und Burglind haben so viele Bäume umgerissen, dass hierzulande die Sägereien keinen Bedarf an Holz mehr haben. Es bleibt der Export nach Österreich oder Italien.

«Burglind meint: ‹Meine Arbeit ist getan, ich muss mich ausruhen!›», schreibt Andreas Schaller.
«Burglind meint: ‹Meine Arbeit ist getan, ich muss mich ausruhen!›», schreibt Andreas Schaller.
Andreas Schaller, Leserreporter
In der Gemeinde Köniz sind bis Donnerstagvormittag 50 Schadensmeldungen eingegangen.
In der Gemeinde Köniz sind bis Donnerstagvormittag 50 Schadensmeldungen eingegangen.
zvg/Gemeinde Köniz
Dieser Baum knickte um wie ein Streichholz: Burglind wütete auch auf dem Huttwilberg.
Dieser Baum knickte um wie ein Streichholz: Burglind wütete auch auf dem Huttwilberg.
Walter Mosimann
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Das Unding an Schätzungen ist, dass sie fast nie stimmen. Diese Erfahrung machte nun auch der Kanton Bern in Bezug auf die beiden Winterstürme Evi und Burglind, die im Januar zahlreiche Bäume entwurzelt haben. Eine erste Schätzung war noch davon ausgegangen, dass Sturmholz im Umfang von rund 400'000 Kubikmetern angefallen sein dürfte.

Gestern nun teilte der Kanton mit, dass diese Einschätzung zu optimistisch war. Roger Schmidt, Vorsteher des Amtes für Wald, geht inzwischen von 470'000 Kubikmetern Holz oder rund 350'000 umgerissenen Bäumen aus, die in den Berner Wäldern liegen. Beim Sturm Lothar 1999 war es zwar noch mehr, trotzdem ist die Menge beträchtlich.

Käufer gesucht

Das Sturmholz treibt Leuten wie Urs Minder aus Niederscherli Sorgenfalten ins Gesicht. Er ist als Geschäftsführer der Bern-Gantrisch Holz GmbH dafür verantwortlich, das Holz aus den dortigen ­Wäldern am Markt zu verkaufen. Eigentlich gelang ihm dies bisher recht gut. «80 Prozent unseres Sturmholzes sind verkauft oder zumindest platziert», sagt Minder.

Das Problem seien aber jene Bäume, die jetzt quasi im Nachhinein entdeckt worden seien. Das liege etwa daran, dass gerade in den Alpen- und Voralpengebieten diverse Waldabschnitte erst jetzt zugänglich seien und vorher eine verlässliche Schätzung dort nicht möglich gewesen sei.

«Der inländische Holzmarkt kann kein zusätzliches Holz mehr aufnehmen, die Sägereien sind bis tief in den kommenden Herbst oder gar Winter mit Holz versorgt.» Für Minder ­bedeutet dies: Er muss versuchen, im Ausland Abnehmer zu finden, etwa in Österreich oder Italien. Erfahrungsgemäss sei dies aber mit Mindereinnahmen von 10 bis 20 Prozent verbunden.

Lässt sich das Holz auch im Ausland nicht verkaufen, bleiben in der Schweiz die Optionen, es als Industrieholz für Spanplatten oder als Energieholz zu verkaufen. Auch in diesen beiden Fällen bekäme Minder dafür nicht den ­gleichen Preis wie von einer Schweizer Sägerei.

Keine Holzschläge

Um den Holzmarkt nicht ­zusätzlich zu belasten, empfehlen der Kanton und der Verband der Berner Waldbesitzer, auf ordentliche Holzschläge zu verzichten. Würden diese wie geplant durchgeführt, steige das Holzangebot nur ­weiter.

Urs Minder weiss jedoch, dass sich längst nicht alle Waldbesitzer an diese Empfehlung halten. «In unserem Gebiet wurden trotz der Stürme normale Holzschlagarbeiten ausgeführt. Das hat mich geärgert.»

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